Wasserski: Nach Ibiza gebrettert

Auch eine Möglichkeit: An diesem Samstag will ein Kanare die 60 Seemeilen zwischen Magaluf und Santa Eulària überwinden

16.08.2015 | 01:00
Das geht ganz schön aufs Kreuz: Ricardo García Castro bei einer vorherigen Ausfahrt

Ricardo García Castro ist in das Meer vernarrt. „Alle Sportarten, die man im oder auf dem Wasser betreiben kann, sind mein Ding", sagt der 40-Jährige von der Kanaren-Insel La Palma der MZ. Vor allem vom Wasserskifahren kann der Betreiber einer Tauchschule nicht die Finger lassen. Dabei fährt García Castro nicht aus Jux und Dollerei ein wenig am Strand hin und her. Er ist ein Wasserski-Langstrecken-Spezialist.

Am kommenden Samstag (15.8.) will er zum ersten Mal die Balearen beehren und rund 60 Seemeilen (111 Kilometer) am Stück überwinden. Vom Strand in Magaluf soll es bis nach Santa Eulària des Riu auf Ibiza gehen. Auf zwei Brettern und an das Seil des Motorbootes geklammert, rast der Kanarier dann, wenn es der Wellengang erlaubt, mit bis zu 20 Knoten in Richtung Ibiza. Um das ganze Unterfangen noch ein wenig anspruchsvoller zu ­machen, sind keine Pausen und auch keine Stürze erlaubt. Die Strecke muss an einem Stück gefahren werden. „Wenn ich ins Wasser falle, geben wir den Versuch sofort auf", sagt Ricardo García Castro.

Starten soll die Expedition kurz vor 8 Uhr morgens. Dauern kann sie gut und gerne vier oder auch fünf Stunden. Sollte es an diesem Tag wider Erwarten stürmisch werden, könnte das Vorhaben auch am Freitag oder Sonntag stattfinden.

Das Boot wird von seinem Kompagnon Hernán Rodríguez gesteuert. Die beiden sind schon lange befreundet und haben einige Erfahrung in derartigen Unternehmungen. Gemeinsam haben sie schon ganz andere Strecken überwunden. Unter anderem hat Ricardo García Castro in einer Tour im Jahr 2008 die 242 Seemeilen zwischen La Palma und Lanzarote mit lediglich einem Stopp auf Teneriffa zurückgelegt. Ein andermal, bereits im Jahr 2005, umrundete er in zwei Etappen alle sieben Kanaren-Inseln. Das sind immerhin knapp 188 Seemeilen.

Nun hat der 40-Jährige eine neue Herausforderung gesucht. „Ich musste mein Revier wechseln, die Kanaren habe ich alle abgefrühstückt." Dass es im Mittelmeer gemütlicher als im bewegten Atlantik werden könnte, glaubt García Castro dabei nicht. Zwar sei der Wellengang in seiner Heimat höher, „doch hier im Mittelmeer gibt es eine sehr hohe Frequenz kleinerer Wellen. Dadurch springt man fast die ganze Zeit, was sehr auf die Wirbelsäule, die Adduktoren und die Arme geht."

Wasserratte Ricardo García Castro ist selbst ein wenig gespannt, wie er die Tour gesundheitlich übersteht. Vor drei ­Jahren hatte er in den USA einen Motorradunfall, sein Leben hing ein paar Tage lang am seidenen Faden. Ganz langsam wurde er wieder der Alte, doch so viele Knochenbrüche stecke man nicht so einfach weg. Im besten Fall wird Ricardo García Castro auf seiner Überfahrt lediglich hin und wieder von starken Krämpfen geplagt. „Man darf eigentlich gar nicht darüber nachdenken, was passieren kann und wie es einem dabei geht. Das Gefühl nach der Ankunft, sich selbst überwunden zu haben, das ist das Größte. Dafür mache ich das alles."

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