Mariona Caldentey aus Mallorca spielt mit Spanien bei der EM

Die Spielerin aus Felanitx stand beim Debüt gegen Portugal in der Startaufstellung

21.07.2017 | 10:37
Will auch mit Spanien jubeln: Mariona Caldentey ist beim FC Barcelona unter Vertrag.

Der spanische Frauenfußball ist im Kommen. Davon zeugt nicht zuletzt der Sieg beim Algarve Cup – einem jährlich ausgetragenen Turnier – im März. Beim 1:0-Sieg im Finale gegen Kanada stand die 21-jährige Mariona Caldentey aus Felanitx auf dem Platz. Die Mittelfeldspielerin vom FC Barcelona gehörte auch zur Startaufstellung, die am Mittwoch (19.7.) zum Auftakt Portugal besiegte. Die MZ erreichte sie am Dienstag (11.7.) per Telefon.

Im November waren Sie noch bei der U20-WM. Jetzt steht die EM mit den Senioren an. Das ist ein steiler Aufstieg.
Das war für mich eine große Überraschung. Damit hatte ich zu Saisonbeginn nicht gerechnet. Es ist ein Traum, hier zu sein.

Wie läuft die Vorbereitung?
Wir sind seit drei Wochen in Ma­drid. Zu Beginn durften wir am Wochenende nach Hause. Das geht jetzt nicht mehr. Wir trainieren sehr viel Ballbesitz und Passspiel. In einer Woche geht es dann nach Holland.

Sind Sie mit Virgina Torrecilla, der zweiten Mallorquinerin im Team, auf einem Zimmer?
Nein, bei der Zimmeraufteilung schauen die Verantwortlichen da­rauf, dass keine zwei Spielerinnen aus demselben Team oder derselben Region zusammen sind. Ich kenne Virgina seit zehn Jahren. Wir spielen im selben Team, haben zusammen gewohnt und teilen uns die Umkleide. Es ist eine große Hilfe für mich, sie hier zu haben.

Im letzten Testspiel gegen Belgien (7:0) standen Sie in der Startelf.
Das war mein erstes Spiel von Anfang an. Meine Mitspielerinnen sind so gut, dass es einfach ist, mit ihnen zu spielen. 

Nach der WM 2015 rebellierten die Spielerinnen gegen den ehemaligen Trainer Ignacio Quereda. Er hätte das Team schlecht vorbereitet. Läuft es unter Nachfolger Jorge Vilda besser?
Ignacio Quereda habe ich selbst nie kennengelernt. Unter Jorge Vilda habe ich schon in der U17 und U19 gespielt. Mir gefällt er als Trainer sehr. Er redet viel mit uns, und wir haben viele Testspiele.

Ein weiterer Streitpunkt sind die Prämien. Derzeit wurde Ihnen keine Zahlung zugesichert?
Diese Diskussion führen wir seit Wochen. Die Kapitäne verhandeln mit dem Verband. Wie der aktuelle Stand ist, weiß ich nicht.

Zur WM 2015 gab es 7.000 Euro für die Spielerinnen. Ärgert Sie der Vergleich mit den Einnahmen der Männer?
Der spanische Frauenfußball ist im Aufschwung. Wir sind aber noch weit davon entfernt, uns mit den Männern vergleichen zu können. Wenn wir weiter erfolgreich spielen, werden die Prämien steigen.

In einem Interview mit dem "Diario de Mallorca" sagten Sie, dass der Frauenfußball nicht mit dem Männerfußball vergleichbar ist. Wie ist das zu verstehen?
Das ist bei allen Sportarten so, dass die Männer auf einem anderen Niveau stehen. Die Fußballer kosten viel Geld, bringen aber auch eine Menge ein. Daran sind die Medien beteiligt: Fernsehrechte, Werbung, Sponsoren. Der Frauenfußball nähert sich da langsam an, obwohl ich nicht weiß, ob wir jemals dieses Niveau erreichen werden.

Sie versuchen, die Spielweise der Männer – viel Pressing und Ballbesitz – zu adaptieren.
Das ist die Philosophie vom spanischen Verband. Da gibt es keinen Unterschied zwischen Männer-, Frauen- und Juniorenfußball.

Warum hat das bei den Frauen bislang nicht so gut geklappt?
Der Unterschied zu anderen Nationen war bis vor Kurzem die Physis der Spielerinnen. Gut spielen konnten wir schon immer, hatten aber Probleme, körperlich mitzuhalten. Das trainieren wir verstärkt und gleichen das langsam aus.

Was ist das Ziel für die EM?
Wir haben ein starkes Team und sind vorbereitet. Wenn es gut läuft, können wir die Gruppenphase überstehen.

Und wer gewinnt am Ende?
Hoffentlich Spanien! Frankreich, Deutschland und England sind aber die Favoriten.

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