Wanderung von Caimari zum Kloster Lluc

Bei Liebeskummer verboten: Eine Wanderung von Caimari durch die Comellar de sa Coveta negra zum Kloster Lluc

24-12-2009  
Karte zur Wanderung
Karte zur Wanderung MZ

ROLAND OTTO Die leichte Wanderung beginnt am Ortsausgang von Caimari. Zunächst sind auf der Landstraße Ma-2130 in Richtung Kloster Lluc rund 500 Meter bis zu einer Aussichtsplattform zu gehen. Dabei wird nach 200 Metern ein linker Abzweig ignoriert. Von der Plattform ist eine kleine landwirtschaftliche Hütte zu sehen, die direkt an einen voluminösen Felsklotz gebaut worden ist.

Die Rota del Carter genannte Steinhütte gehört zu dem über 200 Jahre alten Olivenanbaugebiet von Caimari, den Rotes de Caimari. Oberhalb der Hütte befinden sich Terrassenmauern mit Ölbäumen, die auf allerengstem Raum an Steilhängen errichtet worden sind. Im November 2009 hat der Inselrat von Mallorca das gesamte Gebiet der Rotes de Caimari wegen seiner kulturellen Bedeutung unter besonderen Schutz gestellt. Auf dem 35 Hektar großen Areal befinden sich Trockenschutzmauern mit einer Länge von 74 Kilometern. Sie gehören somit zu den längsten Mauerwerken, die in der Serra de Tramuntana in der Technik der Trockenbauweise errichtet worden sind.

Von der Aussichtsplattform wandert man dann geradeaus weiter (Schild „GR 222, Lluc"). Ein breiter Karrenweg führt nun in ein Tal. Links erhebt sich der über 570 Meter hohe Puig de n´Escuder. Wenig später fällt rechts der Piste die spitze Hochzinne El Cavall Bernat auf. Der etwa 20 Meter hohe Felsbrocken ist ein bevorzugtes Ziel von Extremkletterern. Der Wanderer folgt bei Abzweigen den Holzpfostenpfeilen und gelangt rund 20 Minuten nach der Aussichtsplattform wieder zur Straße Ma-2130, die gequert wird. Hier befindet sich ein Gedenkstein für Antonio Herrero, der auf dem traditionsreichen Fußmarsch „Des Güell a Lluc" am 8. August 1994 verstorben ist.

Auf einem gepflasterten Treppensteig wandert man nun links (Beschilderung) in rund zehn Minuten auf der steilen Piste hinauf zu der Bergfinca Son Canta, die Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut worden ist und die mit ihren Olivenhainen und Terrassen ebenfalls zu den Rotes de Caimari zählt.

Der Wanderer verlässt nun den alten Pilgerweg Camí Vell de Lluc. Links von dem Eingangstor von Son Canta beginnt eine neu angelegte Piste, die unterhalb der Straße Ma-2130 nach rund 300 Metern hinab zu einem großen Picknickplatz führt. Hier geht man rechts durch eine kurze Unterführung und steigt dann links wenige Meter zu einem Holztor und Zaun auf, der auf einer Leiter überstiegen wird. Ein Schild („GR 222, Lluc") verweist nun auf eine breite Piste.

Der „GR 222" ist der zweite Langwanderweg auf Mallorca und bei weitem nicht so bekannt und bewandert wie der andere Weitwanderweg, der „GR 221". Der „GR 222" führt von Artà über verschiedene Strände im Nordosten nach Son Serra de Marina und von dort meist auf Flurwegen und Nebenstraßen über Ariany, Maria de la Salut und Llubí nach Inca und dann über Selva und Caimari zum Kloster Lluc.

Die breite Piste verläuft nun vom Holztor durch die Comellar de sa Coveta negra – eine Talsenke – und einen dichten Steineichen-wald nach oben. Der Wanderer stößt nach rund zehn Minuten bei einem großen Köhlerplatz auf eine hohe Felswand mit einer Gedenktafel. Der Inschrift ist zu entnehmen, dass die Marmorplatte Isabel Morell Morro gewidmet ist. Die 18-Jährige hat sich im Mai 1990 aus Liebeskummer von der Felswand zu Tode gestürzt.

Weiter geht es auf dem holprigen Karrenweg immer steiler nach oben. Bei einer Gabelung bleibt man auf dem Hauptweg (Holzpfostenpfeil) und gelangt nach sehr steilen Serpentinen zu einem Sattel. Zwei Holzleitern und ein Versteck aus Ästen und Zweigen weisen den Coll als Revier von Drosseljägern aus. Von dem Sattel gelangt man wenig später zu einer Wegteilung und biegt dort links ab (Schild „GR 222, Lluc"). Von der Unterführung und dem Holztor bis hierher sind 25 Minuten vergangen.

Der Wanderer befindet sich jetzt wieder auf dem Camí Vell de Lluc, den er bei der Bergfinca Son Canta verlassen hat. Dieser alte Pilgerweg wurde zwischen den Jahren 1705 und 1719 errichtet und war Teil des alten Verbindungsweges von Inca zum Kloster Lluc. Die heutige Landstraße Ma-2130 ist dagegen erst 1891 nach einer Bauzeit von sieben Jahren eröffnet worden.

Die gepflasterte, steile Piste führt nun nach rund einer Viertelstunde zu einer Plattform mit einer Steinsitzbank und einem Holzgeländer. Hier bietet sich eine traumhafte Aussicht auf die Bucht von Alcúdia, die Strände von Can Picafort und Son Serra de Marina sowie die Halbinsel Ferrutx mit ihrer markanten Gebirgskette. Im Osten ist der Gebirgszug Serra de Calicant, im Südosten der Klosterberg Randa auszumachen.

Von der Aussichtskanzel ist dann nach fünf Minuten der Felsdurchlass Bretxa Vella erreicht. Von dort gelangt man auf dem gepflasterten Weg in weiteren zehn Minuten zu den Cases del Guix. Das ehemalige Landgut ist seit vielen Jahren eine Bauruine und eine Müllhalde. Ursprünglich sollte hier ein Landhotel entstehen. Doch die Bauherren machten Pleite und mussten ihr umstrittenes Projekt aufgeben.

Von den Cases del Guix wandert man dann auf einem Waldweg immer geradeaus weiter und gelangt auf diesem nach zehn Minuten wieder zur Straße Ma-2130 und kurz darauf zum Coll de sa Batalla, auf dem sich eine Tankstelle und ein Restaurant befinden. Von dem Sattel läuft man dann 50 Meter bis zur Landstraße Ma-10 und quert diese. Bei einem Schild „Lluc" beginnt eine Fahrbahn, die in 25 Minuten zum Parkplatz des Klosters Lluc führt. Dabei kann der Wanderer immer wieder einen wunderschönen Blick auf die Berge Puig Roig und den Puig Caragoler de Feminia genießen.

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