Von Caimari nach Lluc: Durch die schwarze Talsenke

Wanderung mit einem Abstecher auf einen Vorgipfel des Puig des Albellons

21.04.2011 | 03:00
Blick vom Vorgipfel: der Puig de sa Jonqueta (vorne), der Puig de s´Alcadena (hinten)
Blick vom Vorgipfel: der Puig de sa Jonqueta (vorne), der Puig de s´Alcadena (hinten)

Die mittelschwere Wanderung beginnt am Ortsausgang von Caimari. Zunächst sind am Rand der Landstraße Ma-2130 in Richtung Kloster Lluc rund 500 Meter bis zu einer Aussichtsplattform zu gehen. Dabei wird nach 200 Metern ein linker Abzweig ignoriert. Von der Plattform ist eine kleine Hütte zu sehen, die direkt an einen voluminösen Felsklotz gebaut worden ist.

Die Rota del Carter genannte Steinhütte gehört zu dem über 200 Jahre alten Olivenanbaugebiet von Caimari, den Rotes de Caimari. Oberhalb der Hütte befinden sich Terrassenmauern mit Ölbäumen, die einst auf allerengstem Raum errichtet worden sind. Die Oliven werden heute aber nicht mehr geerntet.

Von der Aussichtsplattform wandert man dann geradeaus weiter (Schild „GR 222, Lluc"). Ein breiter Karrenweg führt nun in ein Tal. Links erhebt sich der Puig de n´Escuder. Der Wanderer folgt bei Abzweigen den Holzpfostenfeilen und gelangt nach rund 35 Minuten nach Tourstart bei Kilometerstein 9 wieder zur Ma-2130.

Direkt gegenüber der Landstraße befinden sich ein grünes Eisentor und eine Holzleiter. Hier ist der Einstieg für die Route zum Puig des Albellons. Links geht später der Pilgerweg zum Kloster Lluc weiter. Man übersteigt die Leiter, passiert sogleich ein kleines Wasserbecken und einen Brunnen und wandert geradeaus (roter Pfeil) auf einem breiten Weg weiter. Die Piste steigt zunächst moderat an und führt in fünf Minuten zu einem Kalkofen (roter Punkt). Der steinige, holprige Weg verläuft durch einen lichten Kiefern- und Steineichenwald nun steiler aufwärts und wird bei einer Felswand mit einer imposanten Höhlenbildung in mauergestützten Kehren noch steiler (roter Punkt).

Schließlich wird nach weiteren zehn Minuten ein zweiter Kalkofen erreicht. Dort folgt man geradeaus der roten Markierung und gelangt auf der breiten Piste zu einem Köhlerplatz mit den Resten einer Steinhütte. Die Gehzeit vom zweiten Kalkofen bis hier hat rund zehn Minuten betragen.

Bei dem Köhlermeiler beginnt dann der Aufstieg durch eine Talsenke zum Sattel Coll des Albellons, der oben zu sehen ist. Die Coma besteht aus niedrigem Felsgestein und ist mit einigen Kiefern bewachsen. Beim Köhlerplatz verweist ein roter Pfeil geradeaus auf einen steinigen Pfad, der sich auf der linken Seite der Senke in engen Kehren sehr steil nach oben schraubt (Steinmännchen). Rund 50 Meter unterhalb des Coll verläuft der steinige Trampelpfad dann auf der rechten Seite der Talsenke und weiterhin in steilen Kehren hinauf zum Coll des Albellons, auf dem sich eine Begrenzungsmauer befindet. Die Gehzeit vom Köhlerplatz bis hier hat rund 20 Minuten betragen.

Weiter geht es bei der Mauer rechts (roter Punkt) über flaches Gestein und Pfadreste nicht mehr so steil hinauf zu einem Zaun. Die Mauer endet wenige Schritte weiter oben. Auf Karstgestein steigt man dann rechts (roter Punkt) weiter auf und erreicht kurz darauf den Gipfel eines felsigen Bergrückens, der mit wenigen Kiefern und Sträuchern bewachsen ist. Der Aufstieg vom Coll bis hier hat rund fünf Minuten betragen.

Bei diesem Bergrücken handelt es sich um einen Nebengipfel des Puig des Albellons, der links (östlich) zu sehen ist. Der Aufstieg auf den 586 Meter hohen Gipfel lohnt sich allerdings nicht, da seine dichte Bewaldung eine Aussicht verhindert. Man sollte sich also mit dem Vorgipfel begnügen und aus einer Höhe von 579 Metern die imposante Fernsicht genießen.

So kann der Wanderer von der Bucht von Alcúdia mit den Halbinseln Ferrutx und La Victòria bis nach Palma blicken. Nicht weit entfernt türmen sich die Tausender Puig de n´Alí, Es Frontó, Puig de Massanella und Puig d´en Galileu auf. Auch der Puig Tomir und der Puig de Ca Míner sind zu erblicken.

Nach einer ausgedehnten Pause steigt man in 40 Minuten wieder zu der Leiter bei der Ma-2130 ab, geht rechts ein paar Schritte und biegt dann wiederum rechts ab (Schild „Lluc, GR 222"). Der gepflasterte Pilgerweg führt dann in zehn Minuten zur Bergfinca Son Canta. Man verlässt nun den alten Pilgerweg (Schild „Lluc") und biegt bei dem Eingangstor der Finca links ab (Holzpfostenpfeil). Eine neu angelegte Piste führt in drei Minuten zu einem Picknickplatz und zu einer Unterführung, hinter der sofort links wenige Schritte zu einem Holztor und Zaun aufzusteigen sind. Der Zaun wird auf einer Leiter überstiegen (Schild „GR 222, Lluc").

Eine breite Piste verläuft nun durch die Comellar de sa Coveta negra – eine Talsenke – nach oben. Die holprige Piste wird immer steiler. Man bleibt bei einer Gabelung auf dem Hauptweg (Holzpfostenpfeil) und erreicht einen kleinen Sattel und dann abwärts wandernd wenig später eine Wegteilung und biegt dort links ab (Schild „Lluc"). Von der Unterführung und dem Holztor bis hier sind rund 25 Minuten vergangen.

Eine gepflasterte, steile Piste führt nun nach rund einer Viertelstunde zu einer Steinsitzbank. Hier bietet sich ein schöner Ausblick auf die umliegende Bergwelt. Von der Aussichtskanzel ist dann nach fünf Minuten der Felsdurchbruch sa Bretxa Vella erreicht. Von dort gelangt man auf einem breiten Weg in weiteren zehn Minuten zu den Cases del Guix. Die Possessió ist seit vielen Jahren eine Bauruine und Müllhalde. Ursprünglich sollte hier ein Berghotel entstehen. Doch die Bauherren machten Pleite und mussten ihr Projekt aufgeben.

Von den Cases del Guix wandert man dann immer geradeaus (Holzpfostenpfeil) weiter und gelangt auf diesem nach zehn Minuten wieder zur Straße Ma-2130 und kurz darauf zum Coll de sa Batalla, auf dem sich ein Restaurant und eine Tankstelle befinden. Vom Coll geht man dann 30 Meter weiter bis zur Landstraße Ma-10 und quert diese. Bei einem Schild „Lluc" beginnt eine Fahrbahn, die in 25 Minuten zum Parkplatz des Klosters Lluc führt. Dabei kann der Wanderer immer wieder den grandiosen Ausblick auf die Berge Puig Roig und Puig Caragoler de Feminia genießen.


Wegstrecke

10,5 km

Nettogehzeit

rund 3 Std. 10 Min.

Höhenunterschied

425 m

Schwierigkeitsgrad
***

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-13 nach Inca, dort auf der Ma-2130 bis Caimari. Rückfahrt vom Kloster Lluc (Bushaltestelle am Parkplatz) nach Caimari: Mit dem Bus L 330, Abfahrtszeiten: Mo bis So und feiertags: 17.30 Uhr, Mo bis Fr mit dem Bus L 332 auch 15.10 Uhr.

Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf breiten Pisten und steinigen Trampelpfaden.

Ausrüstung: Wanderstiefel, Sonnenschutz, Wasser, Proviant.

Einkehr: Bar Sa Plaça, Kloster Lluc, Öffnungszeiten: 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, kein Ruhetag.

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