09. Mai 2018
09.05.2018

Aktenzeichen XY ... ungelöst:
Bin ich etwa auf Mallorca?

Sendetermin 30.5.: ZDF-Team dreht für die Fahndungssendung vier Betrugsfälle, die in Wahrheit gar nicht auf der Insel spielen

09.05.2018 | 01:00

„Aktenzeichen XY ... ungelöst" auf Mallorca: Zwei Wochen lang hat ein ZDF-Team für die Urlaubs-Spezialsendung, die Ende Mai ausgestrahlt wird, auf der Insel vier Betrugsfälle nachgestellt. „Mallorca als Dreh­ort ist ideal", sagt Chefredakteurin Ina-Maria Reize-Wildemann – dies obwohl keiner der Fälle auf Mallorca spielt und die Zuschauer auch nicht erkennen sollen, dass die Bilder auf der Insel entstanden sind.

Doch Fernsehen ist trickreich, und so verwandelte die deutsche Crew mit der Unterstützung einer mallorquinischen Produktionsfirma das alte Gefängnis in Palma kurzerhand in einen Knast in Peru, ein Bürogebäude im Industriegebiet Can Valero in ein Juweliergeschäft in Dubai und die Tramuntana in eine französische Berglandschaft.

„Uns ging es natürlich auch ums Wetter. Wir dachten, es sei auf Mallorca um die Jahreszeit besser als in München", so Aufnahme­leiter Benjamin Frank zur MZ. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Kälte und Hagel vereitelten die ersten Drehtage – geplant waren aufwendige Drohnenflüge nahe dem Stausee Cúber –, und auch geplante Mountainbike-Aufnahmen fielen ins Wasser. „Einfach eine Woche länger bleiben geht nicht, dafür war alles zu durchgeplant", so Benjamin Frank.

Letztlich sind dennoch vier Filme entstanden, die auf echten Begebenheiten beruhen. Da ist das Ehepaar, das Urlaub mit dem Wohnmobil in Frankreich macht, auf Wandertour geht, und bei der Rückkehr entdeckt, dass das mobile Zuhause von Profis aufgebrochen wurde.

Ein anderer Fall erzählt von einem jungen Pärchen, das nach Peru reist – angeblich, damit sie die Eltern ihres Freundes kennenlernt. Doch der junge Mann stellt sich als Betrüger heraus, jubelt ihr Drogen unter, und beide werden am Flug­hafen erwischt. „Eigentlich wollten wir das an Palmas Flughafen drehen, doch in letzter Minute haben wir keine Drehgenehmigung bekommen", erzählt der Aufnahmeleiter. Kurz entschlossen verlegte das Filmteam die Dreh­arbeiten in ein Terminal von Palmas Hafen. Die Gerichtsverhandlung, bei der die unfreiwillige Schmugglerin zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wird, drehte das Team in Inca, den Vollzug in den alten Räumlichkeiten des ehemaligen Gefängnisses in der Nähe von Palmas Carretera de Sóller, das derzeit für die Öffentlichkeit gesperrt ist und bald in ein Kulturzentrum umgewandelt werden soll.

In Spanien spielt nur der dritte Fall – allerdings im Original auf einer Autobahn auf dem Festland. Eine deutsche Familie wurde dort von Schein-Polizisten angehalten, ausgeraubt und die Frau von den flüchtenden Gaunern angefahren. „Eine Straßensperrung war für die Dreharbeiten nicht nötig", so Benjamin Frank. Mit den eigens aus Deutschland eingeflogenen Hauptdarstellern fuhr das Team an einen Kreisverkehr auf der Ma-15 auf Höhe von Son Gual. Für die Fluchtszene wurde ein Stunt-Duo aus Deutschland eingesetzt. „Dauerhaft auf der Insel waren vier von uns, die Schauspieler sind nur tageweise angereist", so Frank. Für die Statisten setzte man auf Insel­bevölkerung. „Uns war wichtig, dass man nicht das Gefühl hat, auf einer deutschen Autobahn zu sein", so Chefredakteurin Reize-Wildemann. Um gleichzeitig die Assoziation zu Mallorca zu vermeiden, sind Schilder mit Ortsnamen nur im Vorbeifahren gefilmt und kaum zu erkennen. Viele Nahaufnahmen vermeiden zusätzlich, dass Mallorca-Fans ihre Lieblingsinsel wiedererkennen.

So auch beim vierten Fall: Zwei ältere Damen einer Reisegruppe werden in einem Hotel in Dubai zu einer typischen Tour durch örtliche Juweliergeschäfte animiert und vor Ort zum Kauf teurer Schmuckstücke überredet – die sich im Nachhinein als wertlos herausstellen. Beim Dreh im Industriegebiet Can Valero verzichtete das Team selbstverständlich auf Panoramaaufnahmen. Nur kurz wird das Gebäude des vermeintlichen Juweliergeschäfts, das eigentlich Büros beherbergt, von außen gezeigt. Das eigens angebrachte Werbeschild „Jewellery Dubai" soll die Zuschauer an den Persischen Golf versetzen.

„Die Filme sind jeweils zwischen zehn und 15 Minuten lang und werden in der Sendung als Einspieler eingeblendet, um in die Themen einzuführen", so Chefredakteurin Reize-Wildemann. Im Studio erörtern dann auch Fachleute die Fälle. „Wir haben beispielsweise eine Marketing-Expertin eingeladen, die zeigt, wie sich beim Juwelier das Kaufverhalten psychologisch be­einflussen lässt."

„Aktenzeichen XY ? ungelöst. Urlaubs-Spezial", Mittwoch (30.5.), 20.15 Uhr, ZDF.

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