10. Dezember 2019
10.12.2019
Mallorca Zeitung

Wie der preisgekrönte Film "Gärten auf Mallorca" entstand

Für den Zweiteiler erhielten Julia Schade und Sabrina Nitsche den MZ-Journalistenpreis

10.12.2019 | 01:00
Mussten für die "Querbeet"-Zuschauer noch ganz viel Weihnachtsdeko basteln: Julia Schade (li.) und Sabrina Nitsche in ihrem Videogruß an die MZ.

Julia Schade und Sabrina Nitsche arbeiten seit über zehn Jahren für „Querbeet", die Gartensendung des Bayerischen Fernsehens. Für den Zweiteiler „Gärten auf Mallorca" erhielten sie den MZ-Journalistenpreis in der Kategorie TV/Radio.

Wie kam es zu diesem Film?
Sabrina Nitsche: Wir überlegen uns jedes Jahr ein Ziel für unseren Auslandsdreh – Länder und Ecken, die für ihre Gärten nicht so bekannt und berühmt sind. Mallorca ist für vieles bekannt, aber nicht unbedingt für Gärten.
Julia Schade: Wir haben uns dann telefonisch und im Internet an die Recherche gemacht und festgestellt, dass es doch ziemlich viele Gärten auf Mallorca gibt: sehr viele tolle Gärten in Privathand und auch einige geschichts­trächtige, öffentlich zugängliche wie Raixa.

Wann war das?
J.S.: Im Dezember 2017. Sechs Monate vor dem Dreh. Der richtet sich immer danach, wann die Zeit vor Ort am besten ist und man möglichst viel möglichst schön zusammenbekommt. Steht der Zeitpunkt fest, schaut man, dass man eine ordentliche Verteilung hat, dass also sowohl praktische, gärtnerische Themen als auch kulturell interessante dabei sind. Dann muss man sehen, was möglich ist – hier spielen Drehgenehmigungen eine Rolle –, und schauen, dass man das alles in die Zeit kriegt. Steht der Termin fest, ist er in Stein gemeißelt, da kann es Hunde und Katzen regnen.

Sie hatten Pech mit dem Wetter.
S.N.: Ja, gleich zu Beginn in Raixa und in dem Garten von Heidi Göbel hat es wirklich den ganzen Tag geregnet. Aber der Film ist trotzdem schön geworden, und ich hatte ja wie immer, aus Prinzip, meine Gummistiefel dabei.

Hätten Sie gern noch etwas gedreht, was nicht geklappt hat?
S.N.: Den einen oder anderen privaten Patio in Palma hätten wir uns gern noch angeschaut, aber den Familien war es dann doch nicht so lieb, das Fernsehen reinzulassen. Andererseits kommen immer Dinge hinzu, die man nicht geplant hat, wie in diesem Fall die Dachterrassen von Hubert Grapentin in dem Film.

Die Mischung macht's?
S.N.: Darauf achten wir sehr. So war es zum Beispiel wichtig, dass wir die beiden Gartenarchitektinnen und die teuren Privatgärten nicht in einer Sendung vorstellen.

Sie haben vor allem mit deutschsprachigen Gesprächspartnern gesprochen. Waren die Einheimischen kein Thema für Sie?
S.N.: Bei den Moderationen suchen wir tatsächlich, wenn es irgendwie geht, deutschsprachige Gesprächspartner aus, weil es sonst schwierig ist, Gespräche zu übersetzen. Es soll ja auch eine sogenannte Erlebnishandlung sein: Man hilft einen Tag in einem Garten mit, und dafür ist es wichtig, dass man sich verständigen kann.

Ihr Eindruck von den Gärten Mallorcas?
S.N.: Aufgefallen ist uns, dass die ökologische Landwirtschaft und der ökologische Gartenbau den Menschen ein sehr großes Anliegen sind. Was in Deutschland schon seit Jahr­zehnten betrieben wird – etwa die Kompost­wirtschaft – wurde uns mehrfach als etwas ­Ungewöhnliches und Neues präsentiert. Wie in Deutschland derzeit auch wächst zudem das Bewusstsein für die lokalen Sorten mit all ­ihren Vor- und Nachteilen. Und wir haben sehr viele Menschen getroffen, die nicht unbedingt Gärtnern gelernt, aber sich intensiv eingefuchst haben und in ihrem Bereich sehr, sehr gut sind. Auch die Unterschiede zwischen den Gärten der normalen Bevölkerung und den großen Finca-Anwesen haben uns beeindruckt. Da staunt selbst, wer schon viele Parks und Gärten gesehen hat, was sich da so mancher kreiert hat.

In „Querbeet" geht es auch um praktische Tipps. Haben auch Sie etwas gelernt?
S.N.: Ja, natürlich. Zum Beispiel wie man einen alten Orangenbaum schneidet.

Nutzen Sie die im Film beschriebene Zitronen-Olivenöl-Maske immer noch?
S.N.: Ja, ich habe sie zwei-, dreimal aufgelegt – weil sie ohne Nebenwirkungen blieb, obwohl ich eine empfindliche Gesichtshaut habe. Ich kann sie mit gutem Gewissen empfehlen.

Bei der Auswahl entschieden Sie sich gegen sehr bekannte Gärten wie Alfàbia. Warum?
J.S.: Wir hatten sie anfangs auf dem Zettel. Bei Alfàbia sprachen aber der Pflegezustand und die hohen Drehgebühren dagegen. Wir sind ein öffentlich-rechtliches Medium und haben kein unbegrenztes Budget, was manche gern vergessen, wenn sie Fernsehen hören. Außerdem: Wir wollen ja auch die Gärten zeigen, für die man ein bisschen länger recherchieren muss, die man nicht auf Anhieb findet und die sehr, sehr schön sind.

Das nennt sich journalistischer Ehrgeiz und kann auch mal einen Preis einbringen.
S.N.: Ja, bestenfalls!

Die beiden Teile von "Gärten auf Mallorca" finden Sie hier und hier.

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