19. Februar 2021
19.02.2021
Mallorca Zeitung

Bedürftige ernähren, Produzenten stärken - so geht eine Stiftung auf Mallorca vor

Die Mallorca Preservation Foundation unterstützt in der Krise gleichzeitig die Tafeln und die lokalen Biobauern. Es ist nur eines von mehreren Projekten einer internationalen Initiative

19.02.2021 | 01:00
Salatköpfe, biologisch angebaut auf Mallorcas Feldern – und bald auf dem Weg zur Tafel der Hilfsvereinigung Tardor.

Ökologisch angebauter Salat, Kürbisse, Auberginen, hochwertiges Fleisch von der Insel – in der Tafel der gemeinnützigen Vereinigung Tardor, die in Palma Essen für Bedürftige ausgibt, ist das Angebot von Gemüse und Fleischwaren, die direkt auf Mallorca produziert worden sind, derzeit groß. Möglich macht dies unter anderem die Stiftung Mallorca Preservation Foundation. Seit November trägt sie mit dem Projekt „Ayuda Urgente" (Dringende Hilfe) dazu bei, dass mehr Lebensmittel an der Essensausgabe verfügbar sind – und dass gleichzeitig lokale Produzenten unterstützt werden.

„Durch die Corona-Krise wird die Not auf der Insel immer größer, und wir wollen in zweierlei Hinsicht helfen", so Geschäftsführerin Ana Riera. Die Mallorca Preservation Foundation springt etwa ein, wenn bei Tardor, wo monatlich rund 1.500 Familien mit Essen versorgt werden, die Vorräte an Gemüse und Fleisch knapp werden. „Wir machen so lange weiter, wie es nötig ist", verspricht Riera.

Die Vereinigung Tardor kann selbst entscheiden, welche Lebensmittel sie bestellen möchte, gekauft werden muss bei der Kooperative der Biobauern auf Mallorca. „Auch sie leiden unter der Krise, da viele ihrer Kunden wie Restaurants und Hotels derzeit geschlossen sind", erklärt Riera. Mitarbeiter von Tardor holen die bestellte Ware dann ab, die Rechnung geht an die Stiftung.


Artenvielfalt und Bioplastik

Das Hilfsprojekt fügt sich gut in die Vision, die die Mallorca Preservation Foundation verfolgt: Seit Mai 2017 setzt sich die Stiftung für zahlreiche Initiativen ein, die im weitesten Sinne dem Erhalt der Umweltqualität auf der Insel dienen und ein nachhaltiges Bewirtschaftungsmodell für die Insel etablieren. „Wir unterstützen verschiedenste lokale Vereinigungen, die nachhaltige Projekte auf die Beine stellen, sei es in den Bereichen Meeresschutz, Landwirtschaft, Artenvielfalt oder Umwelterziehung", so Riera.

Da ist zum Beispiel die Initiative der Vereinigung Tursiops, die Studien über die Population von Pottwalen auf den Balearen ausführt und ein Schutzgebiet für die Meeressäuger schaffen will. Oder das Projekt zur Regeneration von 2.000 Johannisbrotbäumen auf der Insel, das die Preservation Foundation in Zusammenarbeit mit dem Bund für biologische Landwirtschaft (APAEMA) finanziert. „Besonders stolz sind wir auf das Bioplastik-Projekt, das wir ebenfalls gemeinsam mit APAEMA im Jahr 2019 gestartet haben", so Riera. Um Plastikfolie einzusparen, die die Landwirte beim Mulchen verwenden, hilft die Stiftung bei der Herstellung und Vermarktung von Biokunststoff aus Kartoffelstärke. „Wir haben die Bauern bei der Anschaffung subventioniert, und die Nachfrage war fantastisch", schwärmt Riera.

Auch Studien zu dem vom Aussterben bedrohten Balearensturmtaucher und Projekte des Vereins Virot zur Förderung der Vogelbeobachtung auf Mallorca gehören zum Portfolio der Stiftung. Eine Übersicht aller Projekte ist – auch auf Deutsch – auf der Website mallorcapreservation.org aufgeführt.

Geld und Kontakte

„In der Regel unterstützen wir die Initiativen finanziell, das Geld erhalten wir von Unternehmen und Privatleuten. Oft helfen wir aber auch, indem wir Kontakte herstellen und weiter ausbauen oder indem wir die Vereine bei logistischen Herausforderungen unterstützen", so Riera.

Sie ist die einzige, die bei der Stiftung fest angestellt ist, alle anderen Helfer arbeiten auf ehrenamtlicher Basis. „Die meisten sind Mallorquiner, im Vorstand sitzt aber eine Mischung aus Insel-Residenten verschiedener Nationalitäten." Es sind der Deutsch-Mallorquiner Hans Lenz (Managing Director bei Engel & Völkers Southwest), der britische Investor und Philanthrop Ben Goldsmith, der Festland-Spanier Bruno Entrecanales (Son Moragues) und der mallorquinisch-britische Aktivist Joe Holles.

Riera glaubt fest daran, dass ein langfristiger positiver Wandel hin zu mehr Landschaftsschutz auf den Inseln möglich ist – und hofft, dass die sanitäre Krise dazu sogar noch beitragen kann. „Durch die Pandemie hat für viele Menschen die lokale und nachhaltige Produktion von Lebensmitteln an Bedeutung gewonnen. Ich glaube, das wird Spuren hinterlassen – auch dann, wenn wir diese schwere Zeit überstanden haben."

Spendenkonto Mallorca Preservation Foundation: IBAN: ES76 0128 0600 3401 0013 2212

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