19. Oktober 2020
19.10.2020
Mallorca Zeitung

Liebe, Tod und Radioaktivität beim Evolution Film Festival

Am Donnerstag (23.10.) startet die neunte Ausgabe des Festivals der Deutsch-Mallorquinerin Sandra Lipski. Auf diese elf Spielfilme freuen wir uns

19.10.2020 | 01:00
Liebe, Tod und Radioaktivität: Elf interessante Spielfilme locken beim Evolution Film Festival.

Kino satt in den verschiedensten Kategorien gibt es vom 23. bis 29. Oktober bei der neunten Ausgabe des Evolution Mallorca International Film Festival. Insgesamt umfasst das Programm 104 Filme, von denen die Mehrzahl sowohl online auf Filmin als auch präsenziell zu sehen ist: im CineCiutat, Teatre Principal, Es Baluard, Palau de Congressos und erstmals auch im Kulturzentrum La Misericòrdia. Dort finden selbst Filmliebhaber, die trotz aller Sicherheitsmaßnahmen momentan noch zögern, einen Kinosaal zu betreten, im Innenhof beim Open-Air-Kino einen reizvollen Veranstaltungsort.

Die Auswahl reicht von Kurzfilmen und Dokumentationen, bei denen ein besonderer Schwerpunkt auf balearischen Produktionen liegt, bis hin zu Musikvideos, Kinderfilmen, Werken von Studenten und Kultfilmen im Autokino in Port Adriano. Im Bereich der abend­füllenden Spielfilme hat das Team um ­Sandra Lipski folgende elf Filme aus­gewählt, die Sie sich schon einmal im Kalender anstreichen können.

Strahlender Start: Radioactive, 23.10.


Die iranisch-französische Filmemacherin Marjane Satrapi („Persepolis") liefert mit ihrem neuesten Werk von 2019 den ­Eröffnungsfilm des Festivals (Teatre Principal, 20 Uhr). Radioactive ist eine Filmbiografie der Nobelpreisträgerin Marie ­Sklodowska-Curie, deren Entdeckung zuvor unbekannter radioaktiver Elemente die Welt für immer verändern sollte.

Wundervoll weiblich: Lalla Aïcha, 24.10.

Die spanische Schauspielerin Ángela ­Molina ist neben Marjane Satrapi Ehrengast und wird den Evolution Honorary Award entgegennehmen. In ihrem neuen Film Lalla Aïcha (2019) des marokkanischen Regisseurs Mohamed Al Badaoui spielt sie eine Mutter, die trotz extremer Not die Familie mit ihrer Liebe zusammenhält (CineCiutat, 21 Uhr).

Strenge Chorleiterin: Zoro's Solo, 25.10.

In Zoro's Solo will ein 13-jähriger afghanischer Flüchtlingsjunge seinem Vater helfen, der in Ungarn festsitzt. Seine Idee: die Tarnung als Sängerknabe auf Konzertreise nach Ungarn. Seine größte Hürde: die strenge Chorleiterin Frau Lehmann, (Andrea Sawatski). Der deutschsprachige Film wird beim Festival mit englischen Untertiteln gezeigt (CineCiutat, 17 Uhr).

Liebe im Bürokomplex: Sekuritas, 25.10.

Ein Favorit der Festival-Gründerin Sandra Lipski ist der Schweizer Film Sekuritas von Carmen Stadler. Darin wünscht sich ein Bürokomplex (!) vor seinem Abriss noch eine Liebesgeschichte. Zu den Hauptdarstellern werden die unnahbaren Menschen, die dort in den nächtlichen Stunden arbeiten und für Sicherheit sorgen, Toiletten schrubben oder ihre ­Reden einstudieren (CineCiutat, 19 Uhr).

Tragisch: Irgendwann ist auch mal gut, 26.10.

Die Eltern des konservativen Bestattungsunternehmers Karsten verkünden beim Weihnachtsessen, dass sie zum Jahreswechsel gemeinsam Suizid begehen möchten. Dem Sohn bleiben nur wenige Tage Zeit, um die Pläne womöglich zu ­vereiteln. Die deutsche Tragikomödie ­Irgendwann ist auch mal gut (2020) von Christan Werner läuft mit englischen ­Untertiteln (La Misericòrdia, 19 Uhr).

Hunger nach Nähe: iGilbert, 26.10.

Gilbert fühlt sich isolisiert und kompensiert seinen andauernden Misserfolg bei Frauen damit, dass er sie heimlich fotografiert. Die ebenso schöne wie unsichere Jana, die versucht, ihren aus dem Irakkrieg traumatisierten Ex-Freund loszuwerden, wird zum Objekt der Begierde. Das Liebesdreieck verstrickt sich in iGilbert (2020) in einem Kampf um menschliche Beziehungen (La Misericòrdia, 21 Uhr).

Schwieriges Erbe: Toprak, 27.10.

Seit dem Tod seiner Eltern lebt Burak mit seinem religiösen und genügsamen Onkel in einem abgelegenen Dorf in der Türkei. Der junge Protagonist des Films Toprak (2020) von Sevgi Hirschhäuser träumt davon, der Armut zu entfliehen und an einer Universität in der Stadt zu studieren – doch dann erkrankt plötzlich seine Großmutter, und er muss sich entscheiden (CineCiutat, 17 Uhr).

Kellner in Konflikten: The Waiter, 27.10.

Das Verschwinden seines Nachbarn ­Milan und eine Reihe merkwürdiger ­Ereignisse, die sich der Kontrolle entziehen, torpediert die eingespielte Lebensroutine des einsamen Berufskellners ­Renos: Der düstere griechische Mystery­thriller The Waiter (2020) von Steve ­Krikris feiert beim Festival Spanien­premiere (La Misericòrdia, 19 Uhr).

Emotional: El olvido que seremos, 28.10.

Ein charismatischer Mediziner, Menschenrechtler und Familienvater: Die Romanverfilmung El olvido que seremos (2020) erzählt von dem 1987 ermordeten Vater von Héctor Abad Faciolince, eines kolumbianischen Schriftstellers. Dabei wird deutlich, wie politische Gewalt das Privatleben in Kolumbien prägte und prägt (CineCiutat, 19 Uhr).

Neues Bild: Woman in a photograph, online

Woman in a Photograph (2020) ist der einzige Spielfilm im Programm, der nur online über die Streamingplattform Film­in zu sehen sein wird. Das Werk des ­japanischen Regisseurs Takeshi Kushida erzählt von dem misogynen Fotografen Kai, der nun lernt, eine Frau zu lieben: Kyoko, ein Model mit einer großen Narbe und geringem Selbstwertgefühl.

Kurios: Baumbacher Syndrome, 29.10.

Das Festival endet mit einem weiteren deutschen Film. In Baumbacher Syn­drome (2019) von Gregory Kirchhoff muss ein erfolgreicher TV-Talkshow-Moderator mit einem Schicksalsschlag fertigwerden: Über Nacht wird seine Stimme dunkel und tief vibrierend. Die Vorführung vor Ort (Kongresszentrum, 19.30 Uhr) ist geladenen Gästen vorbehalten.

Alles Infos unter www.­evolutionfilmfestival.com

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