25. März 2018
25.03.2018
40 Años

So völlig anders sahen Andratx und Port d'Andratx früher aus

Zwei Freunde aus Andratx betreiben eine Facebook-Seite, auf der sie historische Aufnahmen ihres Dorfes veröffentlichen

30.05.2018 | 12:51
So sah Andratx früher aus

Wussten Sie, dass früher in Port d'Andratx Stierkämpfe veranstaltet wurden? Dass die Plaça d'Espanya in Andratx eine Markthalle mit offenem Innenhof hatte, in der Händler ihre Waren verkauften? Oder dass das Castell de Son Mas, das heutige Rathaus, früher keine große Ähnlichkeit mit einer Burg hatte?

Jaume Aleñar (63) und Xisco Moner (52) wissen das alles. Zum einen leben sie schon ihr ganzes Leben in Andratx. Zum anderen sammeln sie historische Fotos der Gemeinde, die sie auf ihrer Facebook-Seite „Fotos antigues d'Andratx" zeigen. „Ich habe damit 2011 angefangen, nachdem mir meine Mutter alte Fotos von Pollença gezeigt hat, woher sie stammt", sagt Xisco Moner.

Es sei beeindruckend gewesen zu sehen, wie sehr sich das Leben von dem heutigen unterscheidet. Da er von der Heimatliebe der Mallorquiner weiß, eröffnete er die Facebook-Seite. Praktisch, dass sein Freund Jaume Aleñar just zu der Zeit in Rente ging und mitmachen wollte.

Auf der Suche nach Fotos

Zusammen fingen sie an, Schubladen nach Bildern zu durchforsten, im Internet nach alten Magazinen zu suchen, sich mit anderen historischen Websites zu vernetzen und sich Dokumentationen über die Insel anzuschauen. „Ein Freund von mir hat ein Buch über Andratx geschrieben, daraus stammen viele Fotos", sagt Xisco Moner. Obwohl mittlerweile wahrscheinlich jeder in dem Ort weiß, was die beiden machen, bekommen sie nicht viele historische Aufnahmen zugeschickt. Vielleicht sei die Gruppe mit knapp 2.000 Followern noch zu klein, mutmaßen sie. Andererseits würden die ­Mallorquiner ihre Sachen auch gerne für sich behalten.

Bei alledem haben sie einiges aus der Vergangenheit ihrer Heimat in Erfahrung gebracht. Etwa dass um 1900 viele andritxols nach Kuba auswanderten, wie heute noch an einigen Straßennamen abzulesen und natürlich an der Bar Cubano. Damals lockte das Geschäft mit den Meeresschwämmen, drei Monate habe die Überfahrt gedauert. Noch heute gibt es eine Städtegemeinschaft mit der kubanischen Gemeinde Batabanó.

Die besten Köche der Insel kamen aus Andratx

Auch habe man schon in den 50er- und 60er-Jahren sehr gut gegessen in Andratx. Die besten Köche der Insel stammten zu dieser Zeit aus dem Ort. Die Chefs arbeiteten oft in Palma: Bartolomé Esteva war Chefkoch im Hotel Bahia Palace, Jaume Aleñar im L'Hotel Parque. Auch über die Insel hinaus hätten es die Köche aus Andratx weit gebracht, wie zum Beispiel Matias Alemany, der im Waldorf Astoria in New York gearbeitet habe.

Auf die Frage, warum das heute nur noch bedingt so sei, zucken die beiden mit den Schultern. Es habe sich halt viel verändert in Andratx und nicht immer zum Vorteil. Drastischer noch: Die Veränderungen in ihrem Heimatdorf seien ein „desastre", ein Desaster. Vom einstigen Dorf­leben sei nichts übrig geblieben. Im Ort habe ein regelrechter Ausverkauf von Wohnungen und Häusern stattgefunden, und im Hafen habe man sich voll auf das Geschäft mit den Ausländern verlegt.

Der Marktplatz sah früher ganz anders aus

Das sei wohl der Lauf der Dinge, Andratx habe sich ein neues Gesicht verpasst. Was man zum Beispiel gut am Castell de Son Mas, dem Rathaus, sehen könne. Früher sei das ein Landgut der Familie Son Mas gewesen. Den burgähnlichen Charakter mit Zinnen habe man dem Anwesen erst verpasst, als die Gemeinde es gekauft hat. Auch der Marktplatz ist schon mehrfach umgestaltet worden. Die beiden vermissen zwar die alte Markthalle, aber heute gefällt ihnen der frei zugängliche Platz auch ganz gut.

Gänzlich in der Vergangenheit schwelgen die beiden nicht, Jaume Aleñar betreibt noch die Facebook-Seite „Sa finestra d'Andratx" (Das Fenster von Andratx),wo er über Neuigkeiten, in Andratx berichtet, Videos oder auch mal Fotos vom Sonnenuntergang postet. Das sei etwas einfacher, als ständig historische Fotos finden zu müssen.

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