04. Juni 2018
04.06.2018
40 Años

Wegen Tierschutz: Prozession verzichtet aufs Lämmchen

Der Águiles-Umzug in Pollença fand ohne das lebendige Tier statt. Die Landesregierung hatte der Kirchengemeinde mit einer Strafe bis 15.000 Euro gedroht.

04.06.2018 | 11:08
Sant Joan Pelós, gefolgt von den zwei Adlern. Im Beutel befand sich ein Bild von dem Lamm

Es ist eine der eigentümlichsten Prozessionen auf Mallorca: Am Sonntag (3.6.) zogen der Heilige Johannes gefolgt von "Adlern" durch die Gassen der Stadt, die von zwei jungen Frauen dargestellt werden. Das Spektakel geht auf das 14. Jahrhundert zurück. 

Doch zum ersten Mal trug Sant Joan Pelós, wie der von einem jungen Mann aus dem Dorf dargestellte Jesus-Jünger auf Mallorquinisch genannt wird, kein lebendiges Lämmchen in seinem Beutel. Die Kirchengemeinde hatte im letzten Moment vor der Prozession darauf verzichtet.

Grund: Im neuen Tierschutzgesetz der balearischen Landesregierung sind keine lebenden Tiere mehr bei Volksfesten oder Prozessionen vorgesehen. Zwar würde das Lamm in diesem Fall nicht "gequält", wie es in einem Bericht der Landesregierung steht, allerdings leide es, weil es nicht in seiner natürlichen Umgebung sei.

Die Kirchengemeinde entschied sich daraufhin, auf das Lämmchen zum ersten Mal zu verzichten. Stattdessen zog Sant Joan Pelós mit einem Bild des Tieres im Beutel los. "Wir werden uns schon daran gewöhnen", sagte eine Passantin, und eine andere fügte an: "Es ist ein bisschen schade, aber so ist wenigstens garantiert, dass das Tier nicht leidet."

Zuwiderhandlungen gegen das balearische Tierschutzgesetz bestraft die Landesregierung mit Sanktionen von bis zu 15.000 Euro. Dieses Risiko wollte man in Pollença nicht eingehen. Und so tanzten Sant Joan Pelós und die zwei Adler ihre mittelalterlichen Tänze vor der Prozession dieses Jahr eben ohne Lämmchen.

So fielen die Blicke der Passanten vor allem auf die kunstvoll genähten Kleider der beiden Adler. Diese werden eigens für die Prozession angefertigt. Familien aus Pollença stellen dafür Teile ihres Schmuckes zur Verfügung, der dann in die Kleider eingenäht wird. So müssen die jungen Frauen rund fünf Kilogramm schwere Gewänder tragen. Nach der Prozession werden die Kleider wieder aufgetrennt und die einzelnen Schmuckstücke den Familien zurückgegeben. /jk

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