17. Dezember 2018
17.12.2018

Lotería de Navidad: So funktioniert die spanische Weihnachtslotterie

Die Ziehung der Lotterie und des Hauptpreises "El Gordo" am 22. Dezember ist ein fester Bestandteil der Weihnachtstage auf Mallorca. Zumal es dabei nicht nur um viel Geld geht

17.12.2018 | 16:57
Spannung: Wer zieht am 22. Dezember das große Los?

Die spanische Weihnachtslotterie, die ­Lotería de Navidad, wird gemeinhin als größte Lotterie der Welt bezeichnet. Sie ist aber letztlich noch viel mehr: eine Art Gesellschaftskitt. Denn gespielt wird meist in der Gruppe. Und die Aussichten auf einen ­Gewinn sind nicht schlecht: Von den 17 Millionen zum Verkauf stehenden ­Losen gewinnen mehr als 2,6 Millionen, und sei es nur, weil es bei der richtigen Endziffer den Einsatz zurück gibt.

Das komplette Los (billete) mit einer fünfstelligen Gewinnnummer kostet 200 Euro, gekauft wird aber meist ein Zehntellos (décimo) für 20 Euro oder auch nur eine Beteiligung (participación) daran. Da mit fünf Zahlen 99.999 Kombinationen möglich sind, gibt es genauso viele billetes. Da jedoch noch mehr Leute Lose kaufen wollen, wird jede fünfstellige Nummer dieses Jahr 170 Mal verkauft. Das sind dann die sogenannten series.

Der Hauptgewinn mit fünf Richtigen wird El Gordo, der Dicke, genannt: Für ihn gibt es 4 Millionen Euro (400.000 Euro je Zehntellos). Der Clou aber ist, dass Familien, Freundesgruppen, Belegschaften, Stammkundschaften und ganze Dorfgemeinschaften häufig auf ein und dieselbe Nummer setzen. Gibt es dafür einen der Hauptpreise, ist die geteilte Freude ebenso groß wie die Trübsal derjenigen, die sich aus dem einen oder anderen Grund gegen eine Beteiligung entschieden hatten.

Bei den vielen Preisen zieht sich die Auslosung im Teatro Real in Madrid in die Länge. Dort sind zwei Lostrommeln aufgebaut: eine mit den Gewinnnummern, eine mit den Preisen. Mehr als drei Stunden lang singen jeweils zwei Kinder des ehemaligen Waisenhauses und der heutigen Schule San Ildefonso die Nummern und Preise auf den aus den Trommeln gerollten Kugeln vor – der live im Fernsehen und Radio übertragene Singsang ist der Sound der Weihnachtslotterie. Wem das zu viel des Guten ist, kann danach unter anderem auf der Website der Mallorca Zeitung überprüfen, ob sein Los zu den Gewinnern gehört.

Ein Gewinner der spanischen Weihnachtslotterie steht bereits im Vorfeld fest: der Staat. Der mögliche Gesamtumsatz bei 17 Millionen verkauften Losen beträgt 3,4 Milliarden Euro, bis zu 2,38 Milliarden könnten davon ausgeschüttet werden. Die Differenz geht, abzüglich der Kosten, an die öffentliche Hand.

Lose gibt es inselweit in den Filialen von „Loterías y Apuestas del Estado" sowie auch im Internet. Die Balearen-Bewohner sind dabei vergleichsweise zurückhaltend: Im Schnitt gaben die Insulaner im vergangenen Jahr 38,24 Euro für die Weihnachtslotterie aus, spanienweit waren es 59,26 Euro. Bislang ist El Gordo lediglich acht Mal an die Inseln gegangen: fünf Mal nach Palma und das bislang letzte Mal 2003 nach Capdepera. Es wird also mal wieder Zeit. rp

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