10. Januar 2019
10.01.2019

Das sollten Sie bei Sant Antoni nicht verpassen!

Überfordert von der großen Anzahl an Terminen am Feiertag in den Inseldörfern? Tipps, damit Sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind

10.01.2019 | 12:29

Die Geschichte von Sant Antoni Abat (zu Deutsch: Antonius der Große) ist schnell erzählt: Den ägyptischen Eremiten soll im dritten Jahrhundert nach Christus während eines längeren Aufenthalts in der Wüste mehrmals der Teufel aufgesucht haben. Doch Antoni blieb ein guter Mensch, freundete sich mit den Tieren an, und wurde zum wohl ersten christlichen Mönch. Vor allem auf den einst landwirtschaftlich geprägten Dörfern im Inselosten ist der 17. Januar als Ehrentag von Antoni – dem Schutzpatron der Nutztiere – die populärste Feier des Jahres. Warum, lässt sich für
Außenstehende nicht auf den ersten Blick erschließen.

Es liegt wohl an den kleinen Dingen: dem Gemeinschaftsgefühl, das die Alteingesessenen beim Feiern am Vortag (16.1.) erfasst, wenn Alt und Jung zusammen die verkleideten Darsteller von Sant Antoni und den Teufeln (dimonis) zujubeln, die tanzend durch die Straßen ziehen. Dem Zusammentreffen alter Freunde an den Feuerstellen (foguerons), die abends entfacht werden. Und an den Tiersegnungen am 17. Januar, die schon aus Tradition kein Hund, kein Schaf und kein Goldfisch aus einer ur-mallorquinischen Familie verpassen darf. Tipps für Neulinge, um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Artà:

Schon am Morgen des 16. Januar ist hier buchstäblich die Hölle los. Bereits um 9 Uhr ist das Zentrum voll von feierwütigen artanencs, die sehnsüchtig auf die zwei dimonis warten, die durchs ganze Dorf ziehen. Sogar aus dem rivalisierenden Nachbarort Capdepera zieht es die Menschen an. Wer in den tanzenden und springenden Massen nicht auffallen will, sollte unbedingt weißes Hemd, rotes Halstuch und am besten auch eine schwarze Weste tragen.

Capdepera:

Viele Leute ziehen nach dem Vormittagsspektakel in Artà weiter nach Capdepera. Dort starten ein blonder und ein
dunkelhaariger dimoni um 15 Uhr gemeinsam samt Musikkapelle am Carrer Nou ihre Tour durch den Ort und lassen sich von den singenden Massen bejubeln. Auch hier herrschen weiße Hemden und rote Halstücher vor. In den Bars geht es erfahrungsgemäß schon mittags rund. Besonders authentisch: die urmallorquinische Kneipe Can Patilla am Carrer Ciutat. Gepflegtes Ambiente sucht man hier zu Sant Antoni vergeblich, dafür ist die Stimmung super und der grüne Mallorca-Likör herbes fließt in Strömen.

Manacor:

Das Highlight in Manacor beginnt am 16. um 19.30 Uhr in der Kirche im Zentrum (Mare de Déu dels Dolors). Nur wer deutlich früher da ist, wird teilhaben können, denn für alle ist kein Platz! Nicht erschrecken: Auf zunächst recht besinnliche Liturgien folgen die goigs – mallorquinische Gesänge, die die Menschen zum Springen und Schunkeln und die Kirchenmauern zum Erzittern bringen (Seite 6). Wer die Texte nicht kennt, fällt auf. Auch die passende Kleidung (schwarzes Hemd und rotes Halstuch) sollte man dabeihaben. Nach dem knapp 30-minütigen Spektakel verteilt sich die Menschenmenge über die ganze Stadt, in Gruppen scharen sich die Menschen wie auch in den Dörfern um zumeist privat organisierte Feuerstellen (foguerons). „Wer niemanden kennt, hat es schwer. Aber mit Offenheit und ein bisschen Glück wird man vielleicht zu einem fogueró eingeladen", so der Vorsitzende des Festkommitees, Toni Gomila.


Sa Pobla:


In Sa Pobla richten sich am 16. alle Blicke auf eine große Bühne an der Plaça Major. Hier muss sich keiner als Außenseiter fühlen, denn die Show, die ab 21.30 Uhr dargeboten wird, zieht alle Aufmerksamkeit auf sich: Von der ganzen Insel strömen die Menschen schon Stunden vor Beginn in den Ort, um das Spektakel aus Musik, Licht und Feuerwerk zu bestaunen. Deshalb sollte man früh da sein und eine lange Parkplatzsuche einplanen – nicht zuletzt, weil es seit einigen Jahren Zugangsbeschränkungen gibt: ab 7.000 Personen wird der Platz verriegelt.

Muro:

Zwar gibt es in vielen Inseldörfern und sogar in Palma am 17. Januar die beneïdes, die traditionellen Tiersegnungen (in Palma von 10 bis 14 Uhr vor der Kirche Sant Miquel). Wer sich eine Garantie für echtes Arche-Noah-Feeling wünscht, sollte sich aber in jedem Fall für Muro entscheiden. Seit jeher gelten die Segnungen hier als die vielfältigsten. Neben Hund, Katze und Maus werden ganze Schaf- und Schweineherden von ihren Besitzern durch die Straßen zum Kirchplatz geführt, aber auch Kanarienvögel, Schlangen und sogar Goldfische sind oft dabei. Los geht es um 15.30 Uhr zunächst mit einer bunten Parade. Im Anschluss starten die beneïdes vor der Kirche Santa Ana.

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