05. März 2019
05.03.2019

Superyachten auf Mallorca - was kostet der Spaß?

Schon die Anschaffung einer Yacht ist bekanntlich nicht ganz billig. Aber da ist noch der Unterhalt. Liegeplätze auf Mallorca gehören zu den teuersten der Welt

05.03.2019 | 01:00
Darius Wozniak besitzt eine 24 Meter lange Yacht, die er auch verchartert. Das Schiff hinter ihm ist etwas kleiner.

Spaziert man an der Uferpromenade des Paseo Marítimo entlang und blickt auf die vielen großen Yachten im Hafen, kann man sich schon einmal die Frage stellen: Was kostet eigentlich so ein Schiff im Hafen?

Darius Wozniak (53) betreibt den Sport­hafen Marina Roda de Bara, 35 Autominuten von Barcelona entfernt, mit 640 Liegeplätzen. Er vermittelt aber auch Plätze für Yachten in anderen Häfen weltweit, so auch auf Mallorca. „Was die Tagesliegeplätze angeht, gehört Mallorca zu den teuersten Locations der Welt", sagt er. „Wenn man mit einer 24-Meter-Yacht über Nacht bleibt, zahlt man in Puerto Portals gut 700 Euro, in Palma 300 bis 400 Euro, in Sóller 490 Euro. Auf der Insel Caprera vor Sardinien kostet eine Nacht 200 Euro, in Monaco 270 Euro und in Saint-Tropez 240 Euro."

Aber auch die Jahresliegeplätze haben es in sich. Ein Platz für eine 55 Meter lange Superyacht kostet im Hafen von Palma rund 340.000 Euro im Jahr. Eine 38-Meter-Yacht in Puerto Portals liegt dort für 161.762 Euro, 16 Meter in Port Adriano gibt es für 35.571 Euro. „Das klingt auf den ersten Blick nach wahnsinnig viel Geld", sagt Wozniak. „Aber wenn man mal ehrlich ist, dann sind das Peanuts für Menschen, die sich Schiffe in dieser Größenordnung leisten können."

Das Teuerste, neben den Anschaffungskosten, ist die Crew. Auf den Schiffen der Super­reichen bleibt die Mannschaft meist das ganze Jahr über an Bord. „Man weiß ja nie, wann der Eigner sein Schiff braucht. Die Stammcrew wird dann beim Rausfahren aufgestockt, bei 55-Meter-Yachten können das schon mal 20 Angestellte sein." Ein Kapitän verdient auf einer 30-Meter-Yacht bis zu 110.000 Euro im Jahr. Auf 55-Meter-Yachten und größer geht es ab 200.000 Euro los. Ein erster Offizier verdient 80.000 Euro Jahresgehalt. Ein Matrose 44.000 Euro, der Koch 75.000 Euro und eine Stewardess 65.000 Euro. „Stellt sich die Frage, warum man überhaupt studiert hat", scherzt Wozniak.

Teuer wird es auch, wenn die Yacht über Winter ins Trockendock geht. „Bei den Schiffen muss ja immer alles tipptopp aussehen." Ein Werftaufenthalt für drei Monate kostet ohne Arbeiten und Einhausung 138.000 Euro – ohne Steuern. Dann geht es los: Die Einhausung kostet 90.000 Euro, die Vorbereitung einer Lackierung 90.000 Euro, die Lackierung 500.000 bis zu einer Million – kommt auf den Lack an. „Hinzu kommt noch Motorenservice, Antifouling und ein Generatorencheck, da werden schnell mal zwei Millionen Euro fällig." Für alltägliche Reparaturen hat der Kapitän einer ­Superyacht meist eine Million Euro zur Verfügung. „Man kann auch für ein Beiboot schnell mal eine ­Million Euro ausgeben. Beim Hubschrauber fangen wir am besten gar nicht erst an."

Auch das Rausfahren hat seinen Preis. Je nach Schiff verbraucht eine Yacht bei 25 Knoten schon mal 1.500 Liter Diesel pro Stunde. „Einmal Volltanken schlägt dann mit 20.000 Euro zu Buche", sagt Wozniak.

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