18. Dezember 2019
18.12.2019
Mallorca Zeitung

Von den Obstbäumen zur Weihnachtsdeko

Mallorcas Gärtnereien: Bei Vivers Llabrés in Manacor und Santanyí hat mit Biel Llabrés mittlerweile die vierte Generation das Sagen. Vater Miquel Ángel kümmert sich aber weiterhin um die jungen Bäume auf den Plantagen

18.12.2019 | 01:00
Schon von außen als erfolgreiches Unternehmen zu erkennen: eine der Hallen von Vivers Llabrés in Manacor.

Weihnachtsbäume säumen den Eingang zum Gartencenter Vivers Llabrés vor den Toren der Stadt Manacor. Für die zu Jahreszeiten und zu Festterminen wechselnden Dekorationsausstellungen ist Biel Llabrés verantwortlich. „Wir arbeiten mit spanischen Züchtern zusammen, die spezialisiert sind auf Zimmerpflanzen, aromatische und einheimische Gewächse oder Gräser", sagt der 39-Jährige. Wie bei vielen anderen Gärtnereien auch kommen die blühenden Topfpflanzen, die Stauden und Sträucher also größtenteils aus Produktionen vom spanischen Festland.

Einige Sträucher, wie beispielsweise den Oleander, zieht man im eigenen Gewächshaus aber auch selbst. Aus Erfahrung weiß der Gartenbauingenieur, was auf den Böden in der Umgebung Manacors gedeiht: „Sie sind nährstoffreicher als an der Küste, die Wasserqualität ist besser." Nicht umsonst würden hier seit Jahrhunderten Felder bewirtschaftet. Was die Gärtnerei Vivers Llabrés zu etwas Besonderem macht, sind die Obstbäume, die auf den Plantagen von Biels Vater groß geworden sind. Nicht ohne Grund führt der Sohn heute erfolgreich die Gärtnereien in Manacor und Santanyí – in vierter Generation.

Alte Baumsorten

Biels Vater Miquel Àngel Llabrés ist Vorsitzender von FeimVerd, der Vereinigung der Pflanzenzüchter und Gartencenter auf den Balearen. In Kürze wird er seinen 65. Geburtstag feiern, sich jedoch weiterhin um die Produktion der Obstbäume kümmern. Die MZ lernte ihn kennen, als er 2012 im Rahmen einer Kampagne der Slow-Food-Bewegung namens „Fruiters d'un temps" 159 alte Obstbaumsorten vorstellte. Jahrelang hatte er auf der Insel nach Edelreisern von Mutterbäumen traditioneller Sorten gesucht und diese auf passende Stämme aufgepropft. „Die alten Obstsorten sind nach wie vor für private Gärten unschlagbar", sagt der Züchter. Lager- und transportfähige Früchte für den Handel liefern die Bäume allerdings nicht. Die damalige Kampagne hätte mit mehr Unterstützung der Behörden erfolgreicher sein können, meint Miquel Àngel. Dem Vertrieb außerhalb der Insel brachte das Feuerbakterium (Xylella fastidiosa) das Aus.

Die Baumzüchter

Schon der Großvater von Miquel Àngel Llabrés besaß einige Äcker außerhalb von Manacor. Miquel Àngel fuhr als Kind mit ihm auf dem Pferdewagen mit, wenn er die Arbeiter zu den Parzellen kutschierte, wo es an den Obstbäumen etwas zu tun gab. Schon damals vermehrte und veredelte die Familie Mandelbäume und andere Steinobstarten sowie Zitrusbäume.

Vor Beginn des Tourismusbooms deckten sich die Landwirte damit in großen Stückzahlen ein. Verkauft wurden die Bäume in einem kleinen Geschäft in der Stadt. Bald konnten die Züchter – mittlerweile war auch Miquel, Miquel Àngels Vater, mit im Geschäft – den Bedarf mit der eigenen Produktion nicht mehr decken. Regelmäßig fuhren die beiden nach Valencia und kauften immer größere Mengen Patronen – so heißen die Stämme für die Veredelung – und Jungbäume für den Weiterverkauf ein. Die Zahl der Kunden wuchs ebenso wie die Zahl der Lastwagen, die im Geschäft vorfuhren.

Als junger Mann besuchte Miquel Àngel dann mit Vater Miquel und Großvater Gabriel Landwirtschaftsmessen in Valencia. Er selbst absolvierte sein Studium, den Militärdienst und gründete eine Familie. Weil es in den Straßen Manacors nach und nach zu eng wurde, kaufte Miguel Àngel gemeinsam mit seiner Ehefrau in den 80er-Jahren ein Grundstück, auf dem später das Gartencenter errichtet wurde. Hier entstand zunächst eine Lagerhalle für den Verkauf der jungen Obstbäume.

„Anfang der 80er-Jahre brachten die ausländischen Residenten Ideen für Privatgärten mit auf die Insel", sagt Biel
Llabrés. Zugleich gaben viele Landwirte auf, und der Absatz der Obstbäume stagnierte. Die Familie versammelte sich um den Tisch und beschloss, dass es das Beste wäre, wenn der Sohn ein Gartenbaustudium absolvierte, um später dann die Gärtnerei zu übernehmen. Dann nahmen die Llabrés' Stifte und Maßband in die Hand und entwarfen den Grundriss für die Gärtnerei. So entstanden Wege, auf denen die Kunden ohne Gummistiefel flanieren können.

Ende der 90er-Jahre war Baubeginn. Als Biel alle Examen hinter sich hatte, übernahm er 2002 direkt bei der Eröffnung die Leitung des Gartencenters. Die Familie kaufte noch Terrain dazu und pachtete ein Grundstück für die alten Olivenbäume.

Wohlfühlerlebnis

„Beim Besuch eines Gartencenters erwartet die Kunden heute ein Wohlfühlerlebnis, sie wollen Ideen für Haus und Garten sammeln und natürlich auch etwas davon mit nach Hause nehmen", sagt Biel Llabrés. Anfang Dezember steht gleich hinter der Eingangstür all das bereit, was zu Weihnachten passt: Da schweben glitzernde, mit Pailletten besetzte Fische neben surrealen Wesen mit roten Mündern. In einer Sofaecke sitzt der Weihnachtsmann mit Nickelbrille, hinter ihm stehen Christbäume in vielen Varianten, geschmückt in Silber, Weiß sowie viel Rot und Grün.
www.viverosllabres.com

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