12. Oktober 2020
12.10.2020
Mallorca Zeitung

Herbstliche Blüten für die Insel

MZ-Serie Mallorcas Gärtnereien: Bei "Fronda" in Coll d'en Rabassa wird Nachhaltigkeit großgeschrieben

12.10.2020 | 01:00
Auf gestapelten Industriepaletten präsentiert: Astern, Sonnenblumen und andere in diesen Monaten blühende Gewächse sowie Pflanzen, die sich für schattige Gärten eignen.

Die Gärtnerei wirkt ein wenig wie die kleine Schwester des riesigen Gartencenters „Fronda" in Palmas Carrer General Riera. Sie trägt zwar denselben Namen, ist aber nur 3.000 Quadratmeter groß. In ihren Anfängen hieß die kleine jardinería noch „Magatzem Verd". Weil diese so erfolgreich war, gründete man etwas später das weitaus größere Center nahe der heutigen Via de Cintura. Seit 2008 gehören beide, wie auch Gartencenter in Madrid, Pamplona und Jerez zur Unternehmensgruppe „Fronda", was so viel wie Laub bedeutet.

In der Gärtnerei in Coll d'en Rabassa begrüßt ein mit Kürbissen und Trockenpflanzen bestückter Oldtimer-Anhänger in Herbst­farben die Besucher. Warme Töne dominieren auch in der Halle, in der die Gewächse aus­gestellt sind, die im Herbst im Inselgarten ­blühen. „Wir beziehen viele Pflanzen vom spanischen Festland", erklärt Javier ­Fernández, der aus Galicien stammt, in England Garten­architektur studiert hat und seit zwei Jahren die ­Filiale an Palmas Stadtrand leitet.

Bei ihm decken sich – so Fernández – Kunden aus dem nahe gelegenen Coll d'en Rabassa für ihre kleinen Gärten und Patios ein. Aber auch Besitzer größerer Anwesen in der ge­samten Bucht von Palma kaufen hier ein. Für ­Gärten am Meer sind Pflanzen gefragt, denen ­weder Stürme noch Salzwasser Schaden zu­fügen können. Das sind etwa Kakteen und Sukkulenten, aber auch Palmen. Allerdings nur diejenigen Sorten, die dafür bekannt sind, vom Palmrüssler verschont zu bleiben. „Wir verkaufen keine Gewächse, die in den Kundengärten langfristig mit Gift behandelt werden müssen", sagt der Galicier. Die Ökologie wird in der Folge bei diesem Gespräch immer wieder Thema sein. So werden zum Beispiel in der Gärtnerei Sträuße und Topfpflanzen nicht mehr mit der üblichen transparenten Plastikfolie verpackt, sondern mit Recyclingpapier.

Wenn man die Halle mit den Outdoor-Pflanzen betritt, fällt zwar der erste Blick auf spektakulär zu Spiralen gestutzte Zypressen-Sträucher oder hochstämmigem Lorbeer mit Kronen, die in Italien gezüchtet worden sind. Dicht an dicht stehen Bougainvilleen in vielen Farbtönen und auch das Sortiment von Zitrusgewächsen. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass die Gewächse auf verschieden hohen Stapeln von ausrangierten Industriepaletten ausgestellt sind, dazwischen steht ein dekorativer Mini-Lkw, der Pflanzen geladen hat.

Ebenfalls auf Paletten ist eine große Anzahl Setzlinge für Gemüsepflanzen arrangiert. Dafür gibt es im nahe gelegenen Son Ferriol viele Interessenten. Denn die ehemaligen landwirtschaftlichen Felder des Viertels werden heute von Hobbygärtnern beackert. Laut Fernández hat das Interesse am selbst angebauten Gemüse nach dem Lockdown noch weiter zugenommen. Wer selbst aus Samen ziehen will, findet in der Gärtnerei recycelbare Pflanztöpfe, aber auch Werkzeug, Bewässerungssysteme sowie Pflanzerde und Düngemittel für konventionellen und biologischen Anbau.

Die Inselbewohner würden seit der zu Hause verbrachten Quarantänezeit ohnehin Haus und Garten mehr Aufmerksamkeit schenken, sagt Fernández. Einrichtungsideen für die Kunden bieten vier Module mit Kombinationen von Sitzgruppen, Schränken, Regalen und vielen Pflanzen zur Dekoration.

Letztere findet man in großer Zahl im Indoor-Bereich. Diesen eröffnen mehrere Sorten Orchideen in unterschiedlichen Farben, Zimmer-, Trocken- und Kunstblumen reihen sich an. Außerdem Schnittblumen, die direkt hinter dem eingangs erwähnten herbstlichen Anhänger in einem kleineren, klimatisierten Raum hinter Glas zu bewundern sind und die zu individuellen Sträußen gebunden werden.

Das Thema Recycling kommt in der Ab­teilung für Pflanzentöpfe wieder ins Spiel. Denn es gibt dort Ecopots aus Holland, die aus ­wiederaufbereitetem Material hergestellt werden. Wer es leid ist, schwere Töpfe zu schleppen, kann hier Pflanztöpfe aus Leichtbeton ­erwerben, die eigens im Auftrag des Unternehmens gefertigt und bei beachtlicher Größe noch dünnwandig sind. Sie wiegen im Gegensatz zu Gefäßen aus Steingut und Terrakotta, die es in vielen Formen und Farben sowie einer Vielfalt von Glasuren gibt, wirklich wenig.

Am Ausgang überrascht ein Angebot von Zwiebelgewächsen vieler verschiedener Sorten. Sie erinnern die Kunden daran, dass die Zwiebeln und Knollen schon zu Herbstbeginn in die Inselerde kommen, damit sie im Frühjahr in vielen prächtigen Farben erblühen.

Öffnungszeiten: Mo. bis Sa. 10–21 Uhr. Mehr Information: www.fronda.com

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