10. März 2021
10.03.2021
Mallorca Zeitung

Wandern auf Mallorca: Auf öffentlichem Grund in der Tramuntana

Die Rundtour führt von der Insel-Baumschule über einen Klettersteig zur Umweltfinca

10.03.2021 | 01:00
Wasserspeicher von Binifaldó, dahinter der Puig Roig, Mallorcas meernächster Tausender.

Die mittelschwere Wanderung beginnt am Eingangstor des öffentlichen Landguts Es Menut. Die Possessió wurde von den Mauren während ihrer Herrschaft auf Mallorca gegründet. Nach der Rückeroberung durch Jaume I. im Jahr 1229 wurde das Anwesen von dem König dem Templerorden vermacht. Heute unterhält hier das Umweltministerium der Balearen eine Baumschule, in der Jungbäume gezüchtet und Samen von endemischen Pflanzen gesammelt werden.

Man folgt bei Es Menut dann links dem Schild „Binifaldó" und gelangt auf einer Asphaltpiste nach etwa 20 Metern zu einer Wegteilung, bei der rechts (Schild „Ausflugsroute") auf einen steinigen Pfad abzubiegen ist. Dieser verläuft mäßig ansteigend in einigen Kehren aufwärts, wobei Holzpfosten mit einem schwarzen Pfeil die Richtung zeigen.

Der Wanderer passiert einen Köhlerplatz mit einer Steinhütte und gelangt dann zu einem mirador, der rechts der Piste liegt. Hier ist ein imposanter Ausblick auf die Gipfel Puig Caragoler des Guix, Puig de n'Alí, Es Frontó, Puig de Massanella und Puig d'en Galileu möglich. Schließlich wird eine restaurierte síquia (Wasserrinne) erreicht, in der Wasser von der oberhalb gelegenen Quelle Font de Menut fließt. Weiter geht es von der síquia auf dem steinigen Pfad, der nach wenigen Metern zu einer schmalen Ebene mit Terrassenmauern führt.

Nun folgt man geradeaus einem Holzpfosten mit schwarzem Pfeil und biegt nach etwa 80 Metern links (rote Markierung) auf eine breite Betonpiste ab. Diese führt dann kurz steil nach oben und geht danach in einen Erdweg über, der zunächst eben durch einen Steineichenwald und vorbei an großen Köhlerplätzen führt. Später wird die Piste richtig steil. Man bleibt immer auf dem Hauptweg und gelangt schließlich zu einer großen Lichtung, bei der rechts der Beschilderung „GR 221, Refugi de Son Amer, Lluc" zu folgen ist.

Der Wanderer befindet sich jetzt auf einem Abschnitt des Langwanderwegs GR 221, auf dem er nach etwa hundert Metern und kurz vor dem Coll Pelat, der sich etwa 15 Meter entfernt befindet, eine Wegteilung erreicht. Die Gehzeit seit Tourstart hat rund 30 Minuten betragen. Ein Pfostenpfeil signalisiert geradeaus den Weiterweg zum Refugi de Son Amer und zur Pilgerstätte Lluc. Die heutige Route verläuft nun aber links (rote Markierung, Steinmännchen) auf einem Forstweg weiter. Dieser führt in einigen Serpentinen durch einen Steineichen- und Kiefernwald zum Teil steil abwärts, wobei immer auf dem Hauptweg geblieben wird. Man erreicht dann einen Köhlerplatz, bei dem sich ein Werkzeugkasten von Waldarbeitern befindet.

Geradeaus führt nun ein steiniger Pfad (roter Klecks) parallel zu einer torrentera, einem kleinen Bachbett, leicht abwärts. Nach einer Mauerbresche steigt die Piste entlang einer niedrigen Mauer mit Zaunresten wieder leicht an und führt dann zu einem Collet, einem kleinen Sattel. Von dort wandert man auf einer breiten Piste talwärts weiter, wobei der Wanderer dann feststellen kann, dass nach etwa 15 Jahren ein abgewrackter Geländewagen, der immer mitten auf dem Weg stehend Wanderern den Weg versperrt hat, endlich entsorgt worden ist.

Der breite Weg führt nun weiterhin abwärts. Man bleibt dabei immer auf der Hauptpiste und kann gleich mehrmals den Ausblick auf den zerklüfteten Puig des Boix, den felsigen Bergrücken Serra Capella Blava mit dem Pas d'en Bisquera sowie das Tomir-Massiv genießen. Schließlich erreicht der Wanderer rund 40 Minuten nach der Abzweigung bei dem Coll Pelat eine Stelle, an der eine einzeln stehende Steineiche mit einer Höhe von rund 15 Metern zu bewundern ist.

Der Wanderer befindet sich jetzt auf dem Gebiet der Possessions Alcanella und Alcanelleta, die von hier allerdings nicht einsehbar sind. Auch diese Bergfincas im Tal Vall de Alcanella gehörten ursprünglich dem Templerorden. Viel später, ab 1798, war Jeroni de Berard der Besitzer. Heute gehört das Landgut dem Vernehmen nach einem Nordeuropäer.

Bei der Steineiche verweisen ein Steinmännchen und ein roter Pfeil links auf einen Trampelpfad. Dieser führt nach 20 Metern zu einem schmalen Bachbett, das gequert wird. Geradeaus verläuft dann ein Pfad (einige Steinmännchen), der im ersten, etwa 30 Meter langen Abschnitt mit Schneidegras fast zugewachsen ist.

Danach beginnt ein anspruchsvoller Klettersteig über die bizarr verkarstete Nordostflanke der Serra d'en Massot. Dabei zeigen in Meterabständen gesetzte Steinmännchen und rote Markierungen den sichersten Routenverlauf. An diese Wegweiser muss sich der Wanderer unbedingt halten, da er sich sonst gefährlich versteigen könnte. Auf dem spitzen Karst sollte er zudem langsam und konzentriert aufsteigen und dabei auch auf kleinere Felsspalten und lockere Steine achten.

Die Wegweiser schicken den Wanderer nun auf einem Zickzackkurs, wobei er zwei Köhlerplätze passiert. Er erreicht dann nach einem mühsamen Aufstieg einen Zaun mit einem Durchlass. Die Gehzeit von der Steineiche unten bis hierher hat rund 45 Minuten betragen.
Hinter der Zaunlücke steigt man auf flachem Fels nun kurz ab (Steinmännchen), dann kurz über Fels wieder hoch zu einem Sattel, von dem man wenige Meter auf einen Waldpfad absteigt (rote Markierung).

In der Folge verläuft ein steiniger Pfad mal auf- und abwärts, wobei rote Markierungen und Steinmännchen die Richtung zeigen. Man gelangt schließlich zu einem breiten Weg, folgt weiter den Wegweisern und erreicht dann ein breiteres Bachbett, quert dieses rechts (Steinmännchen, roter Punkt) und biegt nach etwa 15 Metern dann (rote Markierung) auf eine breite Waldpiste ab, wobei die Gehzeit von der Zaunlücke bis hierher rund eine Viertelstunde betragen hat.

Die Forstpiste führt nun in einigen Serpentinen und langen Geraden durch den Steineichenwald Bosc Gran. Man bleibt dabei immer auf dem Hauptweg und erreicht nach rund 15 Minuten den Coll des Pedregaret. Hier passiert man auf Steinstufen ein Tor und folgt geradeaus dem Schild „GR 221, Binifaldó, Refugi Pont Romà" und einem Pfostenpfeil.

Eine Asphaltpiste führt dann in rund einer Viertelstunde abwärts zum öffentlichen Landgut Binifaldó. Auch dieses Anwesen ist maurischer Gründung. Ab 1862 waren die Gutshöfe Es Menut, Binifaldó ind Ca s'Amitger über 200 Jahre im Besitz des Klosters Lluc. Die Anwesen gingen dann 1897 in Staatseigentum über. Heute ist in Binifaldó ein Schulungszentrum untergebracht, in dem Kinder und Jugendliche Umweltunterricht erhalten.

Weiter geht es von Binifaldó links bei der Beschilderung „Carretera Vella, Menut, Refugi de Son Amer". Eine Asphaltpiste führt dann an einem Wasserspeicher vorbei, von dem ein Traumblick auf den Puig Roig und den Puig Garagoler de Feminia möglich ist. Man erreicht dann den Sattel Coll des Vent, von dem der Puig Major und der Morro d'en Pelut sehr schön zu sehen sind.

Auch die beiden Es Castellots, die an der Serpentinenstraße zur Cala de sa Calobra gelegen sind, lassen sich erblicken. Schließlich ist auf einer Asphaltpiste wieder das öffentliche Landgut Es Menut erreicht, wobei die Gehzeit vom Coll des Pedregaret rund 40 Minuten betragen hat.

Zusatzinfos:

Anfahrt von Palma: auf der Ma-13 nach Inca. Dort auf der Ma-2130 bis zum Coll de sa Batalla und auf der Ma-10 Richtung Pollença bis kurz vor Kilometer 17,4. Hier rechts durch die Einfahrt auf einer Straße bis zu Es Menut. 
Tourencharakter: mittelschwere Wanderungen auf Wegen, Asphalt, steinigen Pfaden und über spitzen Fels. Beim 
Kletteraufstieg in der Serra d'en Massot absolute Trittsicherheit nötig.
Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant.
Anmerkung: In Corona-Zeiten sollte auch bei Wanderungen ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden. Das 
Mitführen einer Maske für den Bedarfsfall ist zu empfehlen.
Einkehr: Bars und Restaurants haben bis auf Weiteres geschlossen.
Karte: Serra de Tramuntana Nord 1, Editorial Alpina, 1:25.000.
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