14. Mai 2009
14.05.2009
40 Años

Trockenen Fußes durch die Weltmeere

05.05.2009 | 10:51
Blick auf das Mittelmeer rund um die Balearen. Verlinkte Infotafeln erläutern Wissenswertes.

Internet-Gigant Google ist zu neuen Ufern aufgebrochen und hat seine bisherige virtuelle Sicht der Welt deutlich erweitert. Die neueste Version von Google Earth, vor kurzem in San Francisco vorgestellt, ermöglicht es, die Kontinente zu verlassen und sich in den Ozeanen der Welt zu tummeln, ohne nasse Füße zu bekommen. Von zu Hause aus lassen sich mit der in die Version 5.0 integrierten Komponente Google Ocean virtuelle Seereisen und Tauchfahrten unternehmen, die in dieser Form bislang nicht möglich gewesen sind.

So kann der Nutzer an markanten Stellen ins Meer eintauchen und durch eine dreidimensionale Unterwasserwelt navigieren. Sich im 11.000 Meter tiefen Marianengraben umsehen oder sich über Tierarten informieren. Vor Mallorcas Küsten wird vor allem der Cabrera-Archipel mit zahlreichen Bildern virtuell gewürdigt.

Ermöglicht werden die visuellen Eindrücke unter anderem durch Bildmaterial der US-Navy, der britischen Rundfunkanstalt BBC und von „National Geographic". Die Verwalter des Nachlasses der Meeresforschungs- Legende Jacques Cousteau steuerten etwa 90 Filmsequenzen bei. Auf 20 unterschiedlichen Informationsebenen kann beispielsweise Wissenswertes über das Great Barrier Reef oder die Galapagos-Inseln, die Wanderrouten der Fische, die Überfischung der Meere und den allgemeinen Zustand der Ozeane abgerufen werden.

Ebenso können bedeutende Seereisen und Expeditionen nachvollzogen und berühmte Wracks geortet werden. Eine weitere Funktion zeigt Aufnahmen, die den Wandel an einem Ort im Zeitraffer veranschaulichen, etwa den Rückgang der Gletscher auf dem Festland. Die allermeisten Wort-, Text- und Filmbeiträge in Google Earth 5.0 sind auf Englisch.

„Bei Google Ocean steht der Umweltschutzaspekt im Vordergrund. In den Debatten über den Klimawandel werden die Weltmeere meist übergangen", preist Google-Chef Eric Schmidt seinen Ökoschützling an und steht mit seiner Euphorie nicht allein. „Das ist ein extrem wirksames Erziehungswerkzeug", lobte Friedensnobelpreisträger Al Gore den jüngsten Google-Auftritt.

Wer im Mittelmeer auf Tauchfahrt geht, wird möglicherweise etwas enttäuscht sein. Es gibt zwar viel Wasser, aber relativ wenige Infos. Lediglich Korallenmöwen, Anglerfische, Delfine, Quallen und der Tiefsee-Beilfisch sind in der Tierwelt explizit erwähnt und mit weiterführenden Links versehen. Darüber hinaus können zwischen Sardinien und Gibraltar ein halbes Dutzend versenkte deutsche U-Boote geortet werden.

Wer alle Funktionen von Google Earth 5.0 nutzen möchte, kommt ohne einen leistungsfähigen Rechner und eine schnelle Internetverbindung nicht aus. Nur damit lassen sich die 3-D-Animationen und Filme ruckelfrei betrachten. Die deutsche Version von Google Earth kann unter http://earth.google.de/ kostenlos heruntergeladen und natürlich auch gratis genutzt werden.

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