Polizist soll 73 Bruchbuden auf Mallorca an Einwanderer ohne Aufenthaltsgenehmigung vermietet haben
Der Mann kassierte bis zu 750 Euro für fensterlose Räume. Auch einer der Mieter wurde im Zuge der Ermittlungen festgenommen

Redaktion MZ
Die Nationalpolizei hat in Palma einen Beamten der Ortspolizei festgenommen. Dem Mann wird vorgeworfen, bis zu 73 Wohngelegenheiten an Einwanderer ohne Aufenthaltsgenehmigung vermietet zu haben. Das gab die Nationalpolizei in einer Pressemitteilung bekannt.
Die Unterkünfte sollen sich in einem katastrophalen Zustand befunden haben. In den meisten Fällen handelte es sich um fensterlose Räume in Erdgeschossen, Kellern oder Lagerräumen, die zwischen acht und fünfzehn Quadratmeter groß waren. Diese waren mit einer Dusche, einer Toilette, einer Kochgelegenheit und einem Kühlschrank ausgestattet. Sie befanden sich vornehmlich in den Stadtteilen Gomila, Foners und Es Fortí sowie im Gewerbegebiet s'Indioteria.
300 bis 750 Euro pro Monat
Die Mieter mussten zwischen 300 und 750 Euro für diese unwürdigen Unterkünfte abdrücken. Der Vermieter hatte in allen Wohngelegenheiten einen Stromzähler eingebaut, manipulierte diesen aber, um mehr Geld abkassieren zu können.
Zunächst hatte die Ortspolizei die Ermittlungen aufgrund eines Hinweises des Wohnungsbauministeriums der Balearen-Regierung begonnen. Die Kontrolleure der Behörde waren auf einige der Bruchbuden aufmerksam geworden. Diese leitete den Fall später an die Nationalpolizei weiter, die den Beamten der Policía Local als Tatverdächtigen ermittelte.
Die Festnahme erfolgte am Dienstag (21.11.). Dem Polizeibeamten wird unter anderem die Förderung der irregulären Einwanderung, Betrug sowie Verstöße gegen die Menschenwürde vorgeworfen.
Auch einer der Mieter festgenommen
Neben dem Vermieter wurde auch einer der Mieter festgenommen. Dieser soll in der von ihm angemieteten Unterkunft zwölf weitere Personen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung beim Rathaus angemeldet haben.
Auf dem angeheizten Immobilienmarkt auf Mallorca kommt es immer wieder vor, dass Hauseigentümer Unterkünfte unter unwürdigen Bedingungen zu überteuerten Preisen anbieten. Besonders Menschen, die sich irregulär in Spanien aufhalten, sind anfällig dafür, Opfer solcher Machenschaften zu werden. /pss
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