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Mallorca Zeitung

Zoff am Es Trenc auf Mallorca: Lässt die Gemeinde Campos den Parkplatz am Naturstrand mit Absicht verfallen?

Die Bürgermeisterin von Campos würde den Status des Naturparks am liebsten gleich ganz abschaffen

Sieht derzeit nicht so schön aus: Der Parkplatz am Es Trenc in der Gemeinde Campos. D.P.N.

Der Ton zwischen der Balearen-Regierung und der Gemeinde Campos um den Strand und Naturpark Es Trenc im Süden von Mallorca wird schärfer. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, hat das Umweltministerium die Bürgermeisterin der Gemeinde für Donnerstag (23.6.) zu einer dringenden Sitzung zitiert.

Grund ist ein Gutachten der Leitung des Naturparks, das der Gemeinde vorwirft, den Parkplatz Sa Barralina I verfallen zu lassen. Das Schreiben stammt vom 10. Juni. Demnach seien die Parkflächen von Unkraut übersät. Die Bewässerungssysteme für die schattenspendenden Pflanzen sind seit längerem kaputt, was dazu führt, dass diese absterben. Außerdem sind die Absperrseile auf dem Parkplatz defekt. "Allgemein ergibt sich für die Nutzer ein Bild der Verwahrlosung", heißt es in dem Bericht. Die Wartung des Parkplatzes gehört zu den Aufgaben der Gemeinde Campos.

Schon 2020 wurde Alarm geschlagen

Es ist nicht das erste Mal, dass die Parkleitung Alarm schlägt. Bereits im Jahr 2020 wurde auf die mangelhafte Pflege des Parkplatzes hingewiesen, auf dem vor allem in den Sommermonaten viele Urlauber ihre Autos abstellen. Damals wurde vor allem auf die Instandhaltung der Bewässerungssysteme und die Entfernung von Abfall hingewiesen. Die Bemühungen der Gemeinde, nachzubessern, waren nicht erfolgreich. Die Bewässerungssysteme gingen komplett kaputt. "Die Situation ist jetzt noch schlimmer als vor zwei Jahren", heißt es in dem Bericht.

Die konservative Bürgermeisterin von Campos, Xisca Porquer, geht derweil auf Konfrontationskurs gegen die von einem Linkspakt regierte Landesregierung. Wenn es nach ihr "und vielen Menschen in Campos" ginge, würde man den Naturparkstatus des Es Trenc abschaffen, erklärte sie gegenüber dem Radiosender Ser. "Er hat nur Probleme für die Gemeinde gebracht."

Empörung auf Twitter

Erst am Wochenende hatte die Politikerin illegal arbeitende Verkäufer am Strand fotografiert und der linksgerichteten Landesregierung vorgeworfen, diese zu dulden, während man verbiete, Tische und Stühle aufzustellen. Damit bezog sie sich auf die Entscheidung, statt der bislang sechs Strandkioske am Es Trenc in diesem Jahr nur noch drei aufzustellen. Der Schuss ging zumindest auf Twitter, wo sie das Foto postete, nach hinten los. Viele Nutzer erinnerten sie daran, dass die Kontrolle der mobilen Strandverkäufer in die Kompetenz der Gemeinde falle.

Kritik kam auch von der Opposition. Die Ökopartei Més erklärte, die Bürgermeisterin spreche nicht für viele Bürger, die hart dafür gekämpft haben, die Bebauung von Ses Covetes zu verhindern. "Ihre Aussagen beschämen uns", hieß es aus der Partei. Die Bürgermeisterin solle sich lieber daran machen, die Probleme auf dem Parkplatz zu beseitigen. /pss

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