15. August 2013
15.08.2013

Real Mallorca in der 2. Liga: Wo ab jetzt der Ball rollt

Die Zweite Liga, in die der Inselclub am Sonntag (19 Uhr) in Sabadell startet, ist von Unwägbarkeiten gespickt. Johannes Krayer verschafft einen Überblick

15.08.2013 | 15:02
In diesen Städten muss Real Mallorca spielen

Deportivo La Coruña
Leidensgenosse von Real ­Mallorca. Die Galicier sind nach nur einer Saison in der Primera División abgestiegen. Um ein Haar wäre das Team sogar in die Dritte Liga abgestürzt. Nur eine Einigung in letzter Minute mit ehemaligen Spielern und den Gläubigern des hoch verschuldeten Traditionsclubs hat den Verein davor bewahrt, in der Versenkung zu verschwinden. Dürfte wohl kein Konkurrent im Aufstiegsrennen sein, wichtige Spieler wie Riki und Valerón sind gegangen.

Lugo
Der zweite galicische Verein in der Zweiten Liga hat eine gute Saison hinter sich und landete auf Platz 11. Ob mehr drin ist, sei dahingestellt – hier ist Kontiniutät Trumpf. Der Trainer, Quique Setién, wird bereits seine fünfte Saison mit Lugo bestreiten. Eine Schwächung dürfte sein, dass Torjäger Óscar Díaz den Verein in Richtung des neuen Erstligisten Almería verlassen hat. Díaz erzielte 15 Tore für Lugo. In der Vorbereitung spielte Real Mallorca in Lugo und erreichte ein 2:2-Unentschieden.

Ponferradina
Auch mit dem Club aus der Stadt Ponferrada an der Grenze zu Galicien hat Real Mallorca in der Vorbereitung bereits Bekanntschaft gemacht. Die Inselkicker siegten bei dem Team aus der Provinz León mit 2:1. Ponferradina war vor der vergangenen Saison in die Zweite Liga aufgestiegen und kam am Ende auf Rang 7, nur einen Platz von der Aufstiegsrunde zur Primera División entfernt.

Sporting Gijón
Auch der asturische Club ist ein alter Bekannter aus der Primera División und ein mahnendes Beispiel dafür, wie schwer man sich als Absteiger – in diesem Fall in der Saison 2011/2012 – in der Zweiten Liga tun kann. Nach einer erbärmlichen Vorrunde kam der Club in der vergangenen Spielzeit am Ende zwar noch auf Rang 10, doch mit dem Wiederaufstieg hatten die Nordspanier während der gesamten Saison nichts zu tun.

Eibar
Nach vier Jahren in der Segunda B kehrt der kleine Verein aus dem Baskenland in die Zweite Liga zurück. Eibar ist einer der Klassiker der Liga, denn der Club spielte zwischen 1988 und 2006 18 Jahre lang ununterbrochen in der Klasse. Einziges Ziel der Kleinstädter ist der Klassenerhalt.

Alavés
Noch Anfang des Jahrtausends erlebte der Verein aus der baskischen Hauptstadt Vitoria seine Sternstunde, als er im Mai 2001 im Finale des UEFA-Cups in Dortmund nur haarscharf am Titel vorbeischrammte. Mit 4:5 musste sich das Team dem FC Liverpool nach Verlängerung in einem der besten Fußballspiele der Geschichte geschlagen geben. Das war einmal: Alavés hat die vergangen vier Jahre in der Dritten Liga gespielt, ist gerade aufgestiegen.

Mirandés
Die Pokalhelden der vergangenen Saison – drei Erstligisten geschlagen – wären ein Jahr nach ihrem Aufstieg in die Zweite Liga beinahe wieder verschwunden. Der Verein aus der kleinen Stadt Miranda de Ebro in der Provinz Burgos schaffte zwar den Klassen­erhalt, doch fehlten ihm bis zum Stichtag 31. Juli 1,3 Millionen Euro, um sich die Startrechte zu sichern. Wenige Minuten vor Ablauf der Frist kam das Geld durch Sponsoren, Vereinsverantwortliche und Spieler zusammen. Große Sprünge wird diese Mannschaft wohl nicht machen können.

Numancia
Das Team aus Soria in Kastilien-León ist eine feste Größe der Zweiten Liga, und war in den vergangenen Jahren sogar zeitweise in der Primera División anzutreffen. Für den Verbleib dort aber reichte es nicht. In der vergangenen Zweitliga-Saison kam Numancia auf einen gesicherten Mittelfeldplatz, hatte mit dem Kampf um den Aufstieg aber nichts zu tun. Auch ­dieses Jahr gehört Soria nicht zu den Favoriten.

Zaragoza
Dem Absteiger aus Aragón steht das Wasser bis zum Hals. Aufgrund seiner hohen Verschuldung von etwa 100 Millionen Euro hat der Club nur 5,5 Millionen Euro für das gesamte Team zur Verfügung. Die knapp zehn Millionen Euro aus der Abstiegsversicherung muss der Verein beinahe vollständig aufwenden, um ausstehende Gehälter und andere Verbindlichkeiten zu bezahlen. Liga-Präsident Javier Tebas hat Zaragoza ermahnt, erst neue Spieler zu verpflichten, wenn bereits durch Verkäufe Geld eingenommen wurde. Sonst könne es sein, dass Zaragoza noch vor Saisonende das Geld komplett ausgeht.

Girona
Der Verein aus Katalonien war eines der Überraschungsteams der vergangenen Saison. Nachdem der Club das Budget von acht auf fünf Millionen Euro herunterfuhr und sich hauptsächlich mit Spielern aus der eigenen Jugend verstärkte, kämpfte das Team bis zum Schluss um den Aufstieg und verlor erst in der letzten Play-Off-Runde gegen den späteren Aufsteiger Almería. Im Juli musste der Club dennoch einen Insolvenzantrag stellen, um weiterhin überlebensfähig z­u sein.

Sabadell
Bei dem katalanischen Club startet Real Mallorca am Sonntag (18.8.) um 19 Uhr in das Abenteuer Zweite Liga. Die Katalanen gehören mit 41 Spielzeiten in der Zweiten Liga sozusagen zum Mobiliar. In der vergangenen Saison landete der Verein auf dem 16. Platz 16. Kuriosität am Rande: Der Club verfügt über einen japanischen Investor, der dafür gesorgt hat, dass es mittlerweile 300 ­Vereinsmitglieder in Japan gibt.

Barcelona B
Das Filialteam des FC Barcelona ist zum Glück kein Konkurrent um den Aufstieg, denn wie in Deutschland auch darf eine zweite Mannschaft nicht in derselben Liga spielen wie die erste. Barça B verfügt natürlich über starke Spieler und landet daher meist auf den vorderen Plätzen der Liga Adelante.

Real Madrid Castilla
Was für den FC Barcelona B gilt, gilt auch für das zweite Team von Real Madrid, Castilla. Die Mannschaft dient als Rückgrat für die Königlichen und darf nicht aufsteigen. Hin und wieder müssen auch in Ungnade gefallene Galaktische bei der Zweiten Mannschaft aushelfen, weshalb Castilla kein angenehmer Gegner ist.

Alcorcón
Ob dieser Club tatsächlich in der Zweiten Liga an den Start gehen darf, steht auch kurz vor Saisonbeginn noch nicht fest. Alcorcón ist hoch verschuldet und hat kaum Mittel, um die Saison anzugehen. Die Liga prüft noch, ob statt des Vereins aus Madrid eventuell Racing de Santander oder Huesca an den Start gehen.

Real Mallorca
Das letzte Testspiel bei der Heimpremiere ging am Sonntag (11.8.) gründlich daneben. Gegen Recreativo Huelva vergab der Absteiger einen 2:0-Vorsprung und verlor den Trofeo Ciutat de Palma nach Elfmeterschießen. Ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit oder der Beweis, dass diese Zweite Liga doch stärker ist, als man gemeinhin auf der Insel glaubt? Auf ­Mallorca jedenfalls reden alle nur vom Aufstieg. Wenn das Verletzungspech ausbleibt und der Druck nicht lähmend wirkt, sollte er aber tatsächlich möglich sein.

Hércules Alicante
Das Team aus der Region Valencia hat eine schwache Saison hinter sich. Knapp vor dem Abstieg gerettet, will der ehemalige Erstligist trotzdem angreifen und einen neuen Anlauf in Richtung Primera División starten. Hércules ist eine Wundertüte. In der Vorbereitung siegte das Team gegen den Erstligisten Villarreal, verlor aber deutlich gegen den Drittligisten Orihuela.

Murcia
Mit 52 Spielzeiten so heimisch in der Zweiten Liga wie kein anderes Team in Spanien. Hat seine Präsenz in dieser Saison allerdings nur dem Zwangsabstieg von Guadalajara zu verdanken. Allzu viel wird dem Verein aus dem Südosten des Landes nicht zugetraut.

Jaén
Einer der drei Aufsteiger in die Liga Adelante. In der Hochburg des Olivenanbaus glaubte man zwischenzeitlich schon gar nicht mehr an die Zweite Liga. Zweimal war der andalusische Verein kurz davor, wegen hoher Schulden in der Versenkung zu verschwinden. Zweimal wurde er gerettet. In dem 2001 eröffneten Stadion wird zum ersten Mal Zweitligafußball gespielt.

Córdoba
In Córdoba hat man sich schon daran gewöhnt, neben dem FC Sevilla, Betis, Málaga, Granada und Almería nur die sechste Geige in Andalusien zu spielen. In der vergangenen Saison war der Club in der Hinrunde nahe an den Aufstiegsplätzen, verspielte aber durch eine katastrophale Rückrunde jegliche Optionen. Zählt zu den stärkeren Mannschaften der Zweiten Liga.

Recreativo Huelva
Auch in Huelva kennt man sich mit der Primera División aus, doch die Glanzzeiten des ältesten ununterbrochen aktiven Fußballclubs Spaniens liegen inzwischen schon vier Jahre zurück. Seitdem hat sich der Club im Mittelfeld der Zweiten Liga eine neue Bleibe gesucht. Trotz des Sieges beim Trofeo Ciutat de Palma deutet nicht viel darauf hin, dass sich das ändern wird.

Tenerife
Noch ein Aufsteiger in die Segunda División. Vorsichtshalber stapelt man auf Teneriffa tief und gibt die 50 Punkte und den Klassenerhalt als Ziel an, auch wenn die Vorbereitung außerordentlich gut verlaufen ist. Mallorcas Stürmer Alejandro Alfaro spielte zwischen 2008 und 2010 in Santa Cruz, damals bereits unter dem jetzigen ­Mallorca-Trainer José Luis Oltra.

Las Palmas
Der andere Kanaren-Club erlebte bereits 31 Spielzeiten in der Primera División und gilt als einer der Favoriten auf den Aufstieg. In der vergangenen Saison scheiterte das Team von Gran Canaria erst in den Play-Offs an Almería. Die Vorbereitung lief nicht wie gewünscht: Besonders schmerzte die 0:2-Pleite gegen den ewigen Rivalen Tenerife.


Im E-Paper sowie in der Printausgabe vom 15. August (Nummer 693) lesen Sie außerdem:

- Die Primera División startet durch
- Mario Mola im Höhenflug

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