04. September 2020
04.09.2020
Mallorca Zeitung

Ein Mallorquiner will in Deutschland Weltmeister werden

Am Samstag (5.9.) steigt in Hamburg die überraschend angesetzte und erstmals seit 2008 nur aus einem Eintagesrennen bestehende Triathlon-WM. Für Mario Mola müsste es eine Art Heimspiel sein. Eigentlich...

04.09.2020 | 01:00
Mario Mola – hier bei einem Sieg in Abu Dhabi 2019 – zählt in Hamburg zu den Topfavoriten.

Die Weltmeisterschaft im Triathlon startet und endet am Samstag (5.9.) in Hamburg. Statt einer Serie von über das Jahr verteilten Rennen wird der Weltmeister wegen der Pandemie 2020 bei nur einem Triathlon über die Sprintdistanz gekürt. Zuschauer sind nicht erlaubt, dafür überträgt die ARD ab circa 17.35 Uhr live. Los geht es mit 750 Meter Schwimmen im Stadtparksee, es folgen 20 Kilometer auf dem Rad und fünf Kilometer zu Fuß. Der Mallorquiner Mario Mola, dreifacher Weltmeister (2016 bis 2018) und dreifacher Vize-Weltmeister, könnte dann seinen vierten Titel holen. Im Interview spricht der 30-Jährige aus Palma über seine Chancen und warum er sich mit solch einer Weltmeisterschaft nicht anfreunden kann.

Ihr vierter Titel ist nur ein Rennen entfernt. Sehen Sie sich schon mit der Trophäe in der Hand?
Es gibt eine Weltmeisterschaft, und es wird somit auch einen Weltmeister geben. Das ist erst einmal das Wichtige. Und es ist gut, dass wir wieder international starten. Aber man kann das nicht mit den Weltmeisterschaften der Vorjahre vergleichen. Die Entscheidung des Verbands hat mich schon sehr gewundert. Zwischen der Ankündigung, dass es eine Weltmeisterschaft geben wird, und dem Rennen selbst lag nur wenig Zeit. Viele Athleten konnten daher nicht unter idealen Bedingungen trainieren. Zudem wird es Sportler geben, die überhaupt nicht antreten können.

Wie bereitet man sich auf ein Rennen vor, von dem man erst zehn Tage zuvor erfahren hat?
Man muss schon zuvor vorbereitet gewesen sein. Glücklicherweise konnten wir in Spanien nach dem Ende der Quarantäne normal trainieren. Ich denke, dass ich in einer ganz guten Verfassung bin. Aber natürlich ist es anders als in den Vorjahren. Lange war es unsicher, ob es Rennen gibt oder nicht. Das ist ein Handicap für alle. Allerdings konnten wir uns auch ausrechnen, dass der mögliche Neustart für die Wettkämpfe im August oder September lag. So kam es auch. Daher gelten keine Ausreden.

Die Sprintdistanz sollte Ihnen liegen. Zudem findet der Triathlon in Hamburg statt, wo Sie bereits drei WM-Rennen in den vergangenen Jahren gewinnen konnten.
Es stimmt, dass ich in Hamburg oft gut klarkomme. Auch mit der Sprintdistanz weiß ich umzugehen. Dieses Jahr starten wir aber alle bei null. Ich trete mit der gleichen Vorfreude und Erwartungshaltung wie immer an. In erster Linie geht es darum, ein ordentliches Rennen abzuliefern.

Auf der Fünf-Kilometer-Laufstrecke sind Sie derzeit stark. Sie haben kürzlich den balearischen Rekord auf dieser Distanz gebrochen.
Wie gesagt, es ist ein seltsames Jahr. Da ich nicht wusste, wann und wie es mit dem Triathlon weitergeht, habe ich mir andere Ziele gesucht. Das hat mir geholfen, um im Rhythmus zu bleiben. Auf Mallorca konnte ich bei einem Rennen über 3.000 Meter teilnehmen, in Castellón dann über die 5.000 Meter. Ich genieße das Laufen, das ist wichtig. Der Rekord macht mich stolz. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn dieses Jahr knacken kann.

Wird die etwas seltsame Weltmeisterschaft dafür sorgen, dass es einen Überraschungssieger gibt?
Natürlich ist es für junge Athleten eine gute Chance, beim Kampf um die Podiumsplätze dabei zu sein. Ich rechne aber damit, dass die üblichen Verdächtigen – egal ob über die Sprint- oder olympische Distanz – die vorderen Plätze belegen. Man darf aber nicht vergessen, dass starke Triathleten aus Australien, Neuseeland und den USA nicht reisen dürfen und somit nicht dabei sein können. Das tut mir leid für sie.

Wen sehen Sie demzufolge als Ihren größten Rivalen an?
Ich greife mal auf die Eindrücke des Grand- Prix-Rennens vom vergangenen Wochenende in Frankreich zurück. Die Norweger und Belgier sind derzeit sehr stark. Der amtierende Weltmeister Vincent Luis aus Frankreich war zwar nicht dabei, aber er ist bekanntermaßen auf der Sprintdistanz sehr stark. Zum Favoritenkreis gehören zudem die spanischen
Triathleten Fernando Alarza, Antonio Serrat und Roberto Sánchez Mantecón. Jeder von ihnen ist in der Lage, um den Titel zu kämpfen.

Was sind Ihre Ziele für die restliche Saison?
Das Wochenende vom 12. und 13. September will ich in Madrid bei der spanischen Meisterschaft über die 5.000 Meter antreten. Danach wird es wohl noch ein paar Triathlon-Wettkämpfe geben: Geplant sind ein Weltcup-Rennen Mitte Oktober in Italien und einige Grand- Prix-Rennen in Frankreich Anfang Oktober. Lassen wir uns überraschen. Hoffentlich können die Pläne eingehalten werden. Aber ich muss mich auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Was in einem Monat passiert, ist noch sehr weit weg.

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