Vom Kosmetiker zum Eismacher

Die Touristiker, Teil 7: Luca Montanini ist Franchisenehmer einer Eisdielen-Kette – und fühlt sich ein wenig wie ein General

02.09.2016 | 20:34
Arbeitet im Sommer von 10 Uhr morgens bis Mitternacht: Luca Montanini.
Arbeitet im Sommer von 10 Uhr morgens bis Mitternacht: Luca Montanini.

Luca Montanini schlägt sich leicht mit der Faust gegen die Brust: „Ich bin mutig ins kalte Wasser gesprungen", sagt er. Einfach anpacken, machen und dabei lernen, das ist sein Motto. Er war nicht nur mutig genug, einen Eisladen in Palmas Altstadt zu eröffnen, trotz großer Konkurrenz, sondern auch etwas völlig Neues auszuprobieren. Der Mann aus Parma war bis vor kurzem Masseur und Kosmetiker mit eigenem Unternehmen. Er sorgte dafür, dass die Haut der Kunden rein und glatt, die Cellulitis möglichst unsichtbar und das Wohlbefinden groß war. Jetzt will er die Kunden mit italienischem Eis beglücken.

Der 42-Jährige ist Franchisenehmer einer Kette, Gelato di Natura, die sich immer weiter ausdehnt. Das Konzept beinhaltet vor allem ­klassische Sorten wie Vanille, Stracciatella oder Schokolade, auf Milchbasis, mit Ei oder auch vegan mit direkt gewonnenem Früchtemus. Kein Trockenmilchpulver, wenig Wasser. Das Eis wird in Italien hergestellt und geliefert. „Das ist das wirkliche italienische Eis," wirbt Montanini. Wenig Schnickschnack, keine Moden wie ein drapiertes Whisky­glas im Eis mit Whiskygeschmack oder einer Packung Ferrero Roché zur Zierde auf dem Eis.

Er bindet sich die schwarze Schürze um und setzt sich ein kleines Käppi auf, so sieht es die Franchisekette vor. „Ich fühle mich damit ein wenig wie ein General", sagt Montanini. Wie die perfekte Kugel auszusehen hat, hat er sich selbst beigebracht. „Das ist kein Hexenwerk, muss aber schon stimmen." Nicht zu groß, nicht zu klein, eine runde Waffel kommt als Deko immer oben drauf. „Ein kleines Extra, das kommt gut an", meint Luca Montanini.

Die Liebe zu Mallorca wuchs in den letzten drei Jahren während regelmäßiger Urlaube. Dann wurde aus der Liebe der Schritt in die Praxis. Er kam letzten Winter zunächst alleine hierher. Seine Frau und die beiden kleinen Töchter sind noch in Parma. Um sich verständigen zu ­können, nahm er Einzelunterricht in Spanisch. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Sein Spanisch ist fließend, fast fehlerfrei.

Seit März 2016 hat er geöffnet, „das war gut, um langsam reinzukommen. Jetzt arbeite ich viel, von morgens zehn bis Mitternacht. Sieben Tage die Woche. Ich habe es gerne im Blick, wie der Laden läuft." Im September kommt die Familie nach. „Die sind alle ganz begeistert von der Idee", sagt Luca. Dann hofft auch er, etwas mehr Zeit für sein Hobby zu haben. Triathlon ist seine Leidenschaft. Mallorca sei dafür perfekt: Das Meer zum Schwimmen, die Ebenen für die Laufstrecken, die Berge für das Radfahren.

Er springt auf, der Laden öffnet bald. Die vielen Passanten auf dem Carrer Sindicat sollen alle von seinem Eis probieren.

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