Peter Wackel: "Scheiß drauf wird für immer bleiben"

Der Sänger Steffen Peter Haas ist ein Urgestein im Bierkönig. Auch wenn ihm die neuen Zeiten nicht gefallen, sein Revier wird er so schnell nicht aufgeben

20.07.2017 | 13:09
Bierkönig, Junggesellinnen-Abschied, Ballermann-Künstler gibt Schnaps aus: sitzt, wackelt und hat Luft. Die Maschine läuft.

Nee, sein ganzes Leben wolle er hier jetzt nicht erzählen. Stehe auch alles in der Biografie auf seiner Homepage. Peter Wackel (40) bestellt drei Wasser von der Wackel-Bar im Bierkönig, wo wir uns Donnerstag (29.6.) um 17 Uhr für ein Interview treffen.

Es ist heiß, laut und wie immer riecht es ein wenig nach Erbrochenem. Wackel deutet auf die Wasserflaschen auf dem Tresen und beginnt, eine kleine Runde in dem Lokal zu drehen. Er ist in Spendierlaune. Kurz zuvor hat er rund 15 Schnäpse springen lassen, für die Gruppe Mädels in den roten Shirts. Sie kommen aus Mannheim, feiern hier den Junggesellinnen-Abschied ihrer Freundin Lorelei. Gern posieren sie mit Peter Wackel für ein Foto. „Hätte er sich nicht vorgestellt, hätten wir ihn gar nicht erkannt", sagt Nicole Hörner. Obwohl man den Namen Peter Wackel natürlich kenne.

Die Biografie

Eigentlich heißt er ja Steffen Peter Haas. Mit ein wenig Geduld kann man das in der Biografie nachlesen: „(...) einer der meistgebuchten Party-Schlagerkünstler in Deutschland (...) Seit 20 Jahren steht Wackel bereits auf der Bühne (...) bejubelten Gesangseinlagen (...) legendärer Mallorca-Urlaub (...) Gewitzt, quirlig und keinesfalls publikumsscheu (...)". Und schließlich: „Aus Steffen wird nun Peter, aus Karaoke alsbald ,Schlagersahne' und das Erlanger ,Papa Joes' zum ersten Anlaufpunkt der Liebhaber von Peter Wackel, der seinen Namen dem selbst kreierten Kultgetränk ,Wackelpeter' verdankt."

Wir setzten uns mit Wackel in den neuen Bereich des Bierkönigs. In einer halben Stunde wird der DSDS-Gewinner Alphonso Williams auftreten, den will sich Wackel ansehen. Ein junger Kellner kommt an unseren Tisch, deutet verwundert auf die Wasserflaschen und fragt, was wir hier machen würden. „Ein Interview", brüllen wir über die Musikbeschallung hinweg. Der Kellner verzieht sich. Wackel schaut ihm entgeistert hinterher. Er solle doch mal auf ein Plakat gucken, dann wüsste er auch, wer er sei. Andere Mitarbeiter des Bierkönigs kommen vorbei, drücken ihm die Hand.

Mal schauen, was noch so in Wackels Biografie steht: „Das Erfolgsrezept: Peter Wackel überzeugt mit seinen musikalischen Qualitäten, mit seinem Charme, seiner Schlagfertigkeit und mit seiner Spontanität – ein Privileg großer Entertainer und Showstars."

Erster Live-Künstler im Bierkönig

Er sei der erste Live-Künstler gewesen, der im Bierkönig aufgetreten sei, sagt er. Ob er bemerkt habe, dass die Aggressivität im Publikum zugenommen habe? Ja, schlimm sei es geworden. „Diese Welle der Gewalt hat auch viel mit der aggressiven Musik zu tun", sagt er. Früher sei der Ballermann Schlager gewesen. Dann hätten neue Künstler die Stimmung verändert. „Ich singe keine Lieder über Titten", so Wackel. Seit vergangenem Jahr sei alles anders geworden. Aber das seien auch nur Randerscheinungen, er habe keine Lust über andere Künstler zu reden. „'Scheiß drauf' wird für immer bleiben", sagt er über seinen Hit von 2013. Die Band „Endlich Kerwa" aus Bamberg wird es freuen. Von ihnen stammt der Song, sie verdienen die Tantiemen. Wackel hat dem Lied einen neuen Text verpasst. Das Konzept hat sich vom Anfang seiner Karriere an ausgezahlt.

Und privat? „Seit 17 Jahren verheiratet, Katze, Hund, Frau, wie sich das gehört." Dann tritt der DSDS-Gewinner auf. In einem Glitzeranzug und mit souliger Stimme. Wackel winkt ab. Er will raus, es ist ihm zu laut. Ob er einen Rat für junge Künstler hat? „Nie auf Superstar machen, mit Freude arbeiten und korrekt sein." Seine Schlagfertigkeit ist wirklich ein Privileg.


Hier geht es zu den Vorstellungen von: 

Lorenz Büffel


Ikke Hüftgold


Markus Becker

Jöli

Mia Julia


Isi Glück 


Melanie Müller

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