So hatten wir uns den Urlaub nicht vorgestellt

Eine Sommergrippe geht meist schnell wieder vorbei – ärgerlich ist sie trotzdem. Was Sie zur Vorbeugung tun können

19.08.2015 | 10:35
Jede Wette, dass von diesen neun feierfreudigen Urlaubern, etliche danach schwächelten ...

Angina, also Mandelentzündung, und Erkältung– das ist zu dieser Jahreszeit ein häufiges Krankheitsbild beim Allgemeinmediziner und HNO-Arzt. Allerdings haben die meisten Erkältungen, welche allgemein als „Sommergrippe" bezeichnet werden, nichts mit der echten Grippe zu tun. Letztere wird von Influenza-Viren hervorgerufen, und man kann sich dagegen impfen lassen. Nicht so gegen die Sommergrippe, denn sie wird durch ganz andere Viren ausgelöst.

Typische Symptome
Die Sommergrippe geht mit ganz normalen Erkältungs­symptomen einher, also vor allem mit: Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und eventuell auch Kopf und Gliederschmerzen.

Die Sommergrippe-Viren können zudem Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen auslösen. Außerdem schwächen die Symptome das Immunsystem zusätzlich, sodass auch Bakterien leichter in den Körper eindringen können und die Gefahr für sogenannte Sekundär­infektionen, wie eine Nebenhöhlen- oder Bronchial-Infektion steigt.

Milder Verlauf
Im Unterschied zur „echten" Grippe verschlimmern sich die Symptome der Sommergrippe nur langsam. Zudem nimmt die Krankheit einen insgesamt milderen Verlauf als die Influenza und sollte schon nach ein bis drei Tagen von selbst wieder abgeklungen sein.

Die Sommergrippe-Viren werden auf zwei Wegen übertragen: per Tröpfchen- und per Schmierinfektion. Hauptursache für die Erkrankung an einer Sommergrippe ist ein geschwächtes Immunsystem. Diese Schwächung wird begünstigt durch:

-) trockene Schleimhäute durch Klimaanlagen und Zugluft
-) häufige Wechsel zwischen warmen Außentemperaturen und klimatisierten Räumen
-) verschwitzte, feuchte Kleidung
-) lange, intensive Sonnenbäder
-) langes Abkühlen im Wasser bis hin zum Auskühlen
-) nasse Badesachen
.) geringe Flüssigkeitszufuhr am Tage, zu wenig Schlaf und zu viel Alkohol ( Ballermänner!)

An Sommergrippe Erkrankte sollten sich vor allem schonen. Sonnenbäder und Schwimmen gehen sind tabu. Das Immunsystem braucht jetzt Ruhe und Zeit, um gegen die Viren zu kämpfen.

Sollten die Symptome nach drei Tagen noch nicht besser geworden sein, das Fieber auf über 39 Grad ansteigen und das Sekret aus Nasen- und Mundraum sich gelblich grün färben, sollten Sie einen Allgemeinmediziner oder HNO-Arzt aufsuchen. Dann ist vermutlich eine Zweitinfektion durch Bakterien hinzugekommen.

So beugen Sie vor
So schade es ist, gerade im Urlaub krank zu werden, so leicht ist es, als Vorbeugung etwas dagegen zu unternehmen. Unsere Tipps:

-) Klimaanlagen im Auto nicht kälter als 24 Grad einstellen
-) Nachts eher mit Ventilator als mit Air Condition schlafen.
-) Genug trinken und auf ausreichenden Schlaf achten.
-) Alkohol ja – aber keine Exzesse!

Dr. Bettina Eigel und Dr. Thomas Eigel sind HNO-Ärzte in der Clinica Picasso in Palma.

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