Restaurant Genestar in Alcúdia

16-09-2008  
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Kein Luxus sondern schlichte, vornehme Gemütlichkeit in den Farben Weiß und Braun bestimmen das Interieur seines gepflegten Restaurants.  Foto: Gebhardt

TOM GEBHARDT Im Restaurant Genestar in Alcúdia hat der Gast keine Wahl: Er muss sich von einem fünfgängigen Degustationsmenü verwöhnen lassen. Die Auberginen liefert der Schwiegervater

Bei Joan Josep Genestar gibt es keine Speisekarte. Man isst gefälligst – wohlgemerkt von dem Wort gefallen – was auf den Tisch kommt. „Es ist eben kein gewöhnliches Restaurant“, gibt Genestar zu. Der Koch aus Inca, der sich in Alcúdia mit dem Restaurant, das seinen Nachnamen trägt, seinen Lebenstraum erfüllt, bietet täglich wechselnd ein Degustations-Menü an. Für 25 Euro (ohne Mehrwertsteuer und ohne Getränke) erhält der Gast fünf Gänge exquisit zubereiteter Leckerhappen.

„Die tägliche Speisekarte bestimmt bei mir der Markt“, sagt er und meint damit mehrere Märkte: zum Beispiel den Fischmarkt in Alcúdia, den Obst- und Gemüsemarkt in Inca und einige weitere. Denn täglich kauft Genestar persönlich ein und entscheidet so, was er mittags und abends kocht – oder besser gesagt – künstlerisch zubereitet. Lässt die Saison frische Erbsen reifen, gibt es zum Beispiel in Olivenöl gegarte Bauchspeckscheibchen mit Dattelkonfitüre und Erbsen-Minz-Soße. „Cocina de mercado con un toque de autor“, nennt Genestar das – Gerichte der Saison mit einem Hauch Individualität des Kochs, müsste man es wohl übersetzen.

Einen Großteil des Gemüses bezieht Genestar direkt aus den Gärten seines Schwiegervaters. „Von ihm bekomme ich Zwiebeln, Möhren, Knoblauch, Auberginen – alles, was gerade frisch zu ernten ist“, sagt er. Da er auf dem Land aufgewachsen sei, habe er schon als Kind die verschiedenen Tomatensorten kennengelernt. Als er später das erste Mal im Supermarkt kaufte, schmeckte er sofort, wo die Unterschiede liegen. „Viele wissen heute gar nicht mehr, wie eine echte Valldemossa-Tomate schmecken muss“, bedauert er. Mit seinem Restaurant möchte er auch hier ein Zeichen setzen. Zusammen mit anderen Köchen der Insel ist er der Organisation Slow-Food beigetreten, die sich dem Trend zur schnellen Küche schlechter Qualität entgegenstellen will.

Auf einen Michelin-Stern will Genestar mit seinem Restaurant aber nicht hinarbeiten. „Das ist eine viel zu große Belastung“, sagt er. Stattdessen hofft er darauf, dass der Guide Michelin sein Bemühen anerkennt, ein „besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“ anzubieten. Ein Glas der verschiedenen mallorquinischen Hausweine kostet 3 Euro, die Flasche wird für 11 Euro serviert. Auch das Interieur soll ein breites Publikum ansprechen. Kein Luxus, sondern schlichte, vornehme Gemütlichkeit in den Farben Weiß und Braun bestimmt das Innere des Restaurants. Außen orientiert sich die architektonische Gestaltung ganz an dem Glas- und Stahlbau des Auditoriums, das gleich nebenan liegt. Zu seinen Gästen zählen viele, die vorher oder im Anschluss an das Essen eine Veranstaltung im Auditorium besuchen.

Der Koch, der seinen kleinen, aber feinen Restaurant-Betrieb mit nur zwei Angestellten bestreitet – er selbst arbeitet meist 15 Stunden am Tag – verfügt über eine sehr vielfältige Erfahrung. Als Jugendlicher hat er im wahrsten Sinne des Wortes als Tellerwäscher angefangen. Dann durchlief er in 15 Lebensjahren über 30 Küchen in ganz Spanien – von der Pizzeria bis hin zu renommierten Häusern wie dem Las Rejas von Manolo de la Osa oder dem Balzac unter Chefkoch Andrés Madrigal. Aus dieser Erfahrungsvielfalt schöpft er bei der kunstvollen und kreativen Verarbeitung von dem, was der Schwiegervater aus dem Garten zupft.

Restaurant Genestar
Pl. Porta de Mallorca, 1, Alcúdia
Tel.: 971-54 91 57, Mobil: 630-03 91 69
www. genestarestaurant.com
Reservierung empfohlen.
Im Genestar kann man zu Mittag (13 - 15.30 Uhr) oder zu Abend (20 - 23.30 Uhr) essen. Mittwochs Ruhetag, sonntags nur abends geöffnet.
Preis pro Menü: 25 Euro (ohne MwSt. und ohne Getränke).

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