Gute Laune auf der ITB: Balearen erwarten zwölf Prozent mehr deutsche Urlauber

Hoteliers, Reiseveranstalter und Politiker freuen sich in Berlin auf einen neuen Touristenansturm im Sommer

07.03.2013 | 10:30

Alles wird gut. Rund um den ­Balearen-Stand auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB), die am Mittwoch (6.3.) in Berlin eröffnete, ist der Optimismus förmlich mit der Hand zu greifen. Aller Voraussicht nach werden diesen Sommer noch einmal wesentlich mehr Deutsche ihren Urlaub auf den Inseln verbringen als in dem bereits schon sehr erfreulichen Vorjahr mit seinen 3,8 Millionen deutschen Besuchern. Bernardo Quetglas von der Incoming-­Agentur Sidetours erwartet einen Zuwachs von fünf Prozent; der Branchenriese TUI hatte schon am Vortag acht Prozent mehr Reisende prophezeit. Selbst die mallorquinischen Hoteliers, doch eigentlich für ihre chronische Unzufriedenheit bekannt, können nicht klagen. „Es läuft gut, alles andere wäre gelogen", sagt Antonio Horrach von HM Hotels. Die balearische Landesregierung geht von einem Zuwachs von zwölf Prozent bei den deutschen Urlaubern aus.

Woran liegt´s? Die deutschen Reisekassen sind gut gefüllt – Vertreter des spanischen Fremdenverkehrsamts Turespaña verweisen auf entsprechende Studien, etwa der Commerzbank –, vor allem aber: Mallorca ist zu einer Art Selbstläufer geworden. Bei einer Stippvisite am Balearen-Stand brachte es Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit nicht nur für die Hauptstadtbewohner auf den Punkt. Mallorca wisse für sich zu werben, sagte er, „aber die Berliner sind ohnehin alle schon überzeugt von Ihren Produkten".

Sich immer wieder in Erinnerung rufen und standesgemäß auftreten – das aber muss schon sein. Nach dem kümmerlichen Auftritt im Vorjahr sind die Balearen auf der größten Tourismusmesse der Welt dieses Jahr wieder würdiger vertreten – für knapp 200.000 Euro sicherte man sich rund 400 Quadratmeter im Pavillon von Turespaña. Es gibt große Touchscreens, gut platzierte Stände einzelner Destinationen wie Cala Millor oder Capdepera und ein wenig Showcooking mit balearischen Produkten. Alles nicht so spektakulär wie die Auftritte der Kanaren oder Andalusiens, aber durchweg sympathisch. Dass Gute-Laune-Künstler Gustavo zudem noch fünf bunte Gemälde beisteuerte und ebenso viele Werbe-Schriftzüge für jede einzelne der Inseln, die er der Landesregierung sogar kostenlos überlassen würde, passt da gut ins Bild.

Dabei geht es auf der ITB nicht nur um die Außendarstellung, sondern ebenso sehr um Preisverhandlungen und Vertragsabschlüsse. Auch diesbezüglich ist die Stimmung ausgesprochen gut. Die mallorquinischen Hoteliers haben bereits vergangenes Jahr für diese Saison Preiserhöhungen von rund fünf Prozent ausgehandelt, was ihren Erträgen gut tut, und sie stellen für die Zukunft – derzeit wird über die freilich weniger relevante Wintersaison 2013/2014 verhandelt – keine überzogenen Forderungen, was wiederum die Reiseveranstalter freut.

Und alle gemeinsam freuen sich über die fortschreitende Aufwertung älterer Hotels zu hochwertigeren Häusern, die unter anderem von dem neuen Tourismusrahmengesetz begünstigt und allseits gelobt wird. Womöglich führt diese Entwicklung nicht nur zu zufriedeneren Urlaubern, sondern auch zu „mehr und besseren Arbeitsplätzen", wie Minister­präsident José Ramón Bauzá (Volkspartei, PP) erzwungenermaßen wolkig versprach.

Gute Nachrichten also, die umso mehr genossen werden, wo doch alle auch die schlechten – etwa den Verlust hunderter Arbeitsplätze durch die Zerschlagung des Touristikkonzerns Orizonia – im Hinterkopf haben.

Auch die vermeintlichen Nestbeschmutzer der Umweltschutzgruppe Gob waren in der Halle 4.2. präsent – vermochten aber nicht, wie es wohl ihre Absichten war, das Pressegespräch der Regierenden zu stören. Zufall oder nicht – das Treffen war eine halbe Stunde vorgezogen worden, die drei Umweltschützer kamen zu spät und mussten dann auch noch der Polizei über ihre durchweg friedlichen und auch legitimen Absichten Rede und Antworten stehen. Rhetorisch geschickt hatte Bauzá ein auf die Aktivisten gemünztes Bonmot in den Raum gestellt: Con las cosas de comer no se juega. Mit dem Essen spielt man nicht.

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