Am 25. November sind auf ganz Mallorca Aufmärsche und Kundgebungen geplant, um den Internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen zu begehen. In der Hauptstadt Palma ist ab 18.30 Uhr ist rund um den Hauptbahnhof ein Protestmarsch geplant, Treffpunkt ist der angrenzende Parc de Estacions. Santanyí plant einen Schweigemarsch um 19.30 Uhr, Start ist auf der Plaça Major. In Felanitx soll eine Kundgebung veranstaltet werden, Start ist um 19.30 Uhr auf der Plaza de Sa Font de Santa Margalida.

"Die Straße gehört uns"

In Palma setzte sich bereits am Freitagabend eine Bewegung vor den Toren des Gerichtsgebäudes an den Avenidas über die Ausgehmeile Blanquerna in Bewegung und sorgte für eine Straßenblockade. Gut 50 Teilnehmerinnen der feministischen Bewegung Moviment Feminista de Mallorca marschierten in Schwarz und Lila gekleidet und zeigten auf Plakaten unter anderem "Die Straße gehört uns", um gegen sexualisierte Gewalt im Alltag hinzuweisen.

Weltweit finden Aktionen statt

Der Tag, der in sozialen Netzwerken mit dem Kürzel "25N" für den 25. November abgekürzt wird, erregt rund um die Welt Aufmerksamkeit für das Thema. Die Vereinten Nationen haben in ihrer Kampagne "Orange the World" und dem Hashtag #StoppGewalt mittels Umfragen Fakten zusammengetragen, die den Tenor auf Mallorca bestätigen: 58 Prozent der Frauen würden aus Angst vor Übergriffen nachts bestimmte Straßen, Plätze oder Parks meiden, 52 Prozent sogar den öffentlichen Nahverkehr. In Deutschland sei laut UN jede dritte Frau schon einmal Opfer von Gewalt geworden. In ganz Deutschland beteiligen sich Städte und Kommunen an den bis zum 10. Dezember stattfindenen Aktionswochen der UN. In Bonn und Berlin wurden unter anderem Gebäude und Bänke orange gestrichen.

Aktueller Fall auf Mallorca

Unterdessen sorgt auf Mallorca eine Meldung aus Regierungskreisen für Aufsehen: Ein derzeit wegen eines sexuellen Übergriffs auf eine Frau Angeklagter wurde von der Balearen-Regierung im Sommer 2023 angestellt, obwohl er bereits wegen Belästigung am Arbeitsplatz von der Universität der Balearen (UIB) entlassen worden war. Die Tatsache, dass der Regierung der Lebenslauf des 48-Jährigen bekannt war, bedeute, dass "Sexismus auf Mallorca mit Steuergeldern gefeiert werde", so der Meinungs-Kommentar der in Palma ansässigen Tageszeitung Diario de Mallorca.