Geringe Haftstrafen im Korruptionsfall ´Turisme Jove´

Die früheren Verantwortlichen für die Abteilung Jugend- und Studienreise der Matas-Ära haben am ersten Prozesstag (11.11.) Geständnisse abgelegt

14.11.2013 | 16:26
Geringe Haftstrafen im Korruptionsfall ´Turisme Jove´
Geringe Haftstrafen im Korruptionsfall ´Turisme Jove´

Ein weiterer Korruptionsfall der Ära Matas (2003-2007) wird gerichtlich aufgearbeitet – und zwar im Schnellverfahren. Die zwölf Angeklagten im Fall „Turisme Jove", benannt nach dem gleichnamigen Konsortium des damaligen balearischen Tourismus- und Sportministeriums, haben sich am ersten Prozesstag am Montag (11.11.) der Veruntreuung öffentlicher Gelder für schuldig bekannt und die von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafen akzeptiert. Nach Absprachen im Vorfeld des Prozesses müssen nun voraussichtlich nur drei Angeklagte eine Gefängnisstrafe antreten. Das Urteil wird in den kommenden Tagen erwartet.

Aufgeflogen war der Skandal im Jahr 2008 bei einer Buchprüfung des Konsortiums, zu dessen Aufgaben die Jugendarbeit und die Verwaltung von Freizeiteinrichtungen zählten. Dabei wurde ein Defizit von sechs Millionen Euro festgestellt. Die Anklagepunkte lauteten Unterschlagung, Bestechung, Veruntreuung von Steuergeldern sowie Urkundenfälschung. Die Angeklagten gestanden vor Gericht, Schmiergelder kassiert und öffentliche Gelder in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben.

An der Spitze stand Juan Francisco Gálvez, damals General­direktor für Jugendarbeit, der nun für drei Jahre in Haft soll. Er versäumte es nicht nur, die Arbeit des Konsortiums zu kontrollieren, sondern veranlasste auch, dass 120.000 Euro durch gefälschte Rechnungen in den Taschen eines befreundeten Politikers landeten. Geschäftsführer des Konsortiums war Damià Amengual, dessen Arbeit sich aber offenbar darauf beschränkte, seinen Anteil der Schmiergelder zu kassieren. Er soll ebenfalls drei Jahre in Haft. Als eigentlicher Drahtzieher gilt der frühere Abteilungsleiter Juan Francisco Gosálbez. Er gestand, bei Auftragsvergaben Schmiergelder in Höhe von 20 bis 30 Prozent der Rechnungssumme von Unternehmern eingefordert zu haben.
Er soll nun für drei Jahre und sieben Monate ins Gefängnis.

Die weiteren neun angeklagten Ex-Politiker und Unternehmer kommen mit Bewährungsstrafen davon. Gefordert hatte die Staats­anwaltschaft ursprünglich insgesamt 48 Jahre Haft.

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