Unmut über illegale Ferienvermietung auf Mallorca wächst

40 betroffene Deutsche treffen sich in Cala d'Or mit der Generaldirektorin für Tourismus auf den Balearen

19.09.2016 | 18:24
Gut was los beim Meinungsaustausch mit Pilar Carbonell (2.v.re.) in Cala d´Or.

Es brodelt unter den Anwohnern, die illegale Ferienvermieter zum Nachbarn haben. Das war am Montagmittag (19.9.) bei einem Treffen von rund 40 Deutschen in Cala d'Or ziemlich schnell klar. Die Eigentümer von Apartments in Wohnanlagen auf der Insel waren auf Initiative des Deutschen Helmut Himmighofen zu einem Treffen an die Ostküste gekommen.

Ursprünglich hatte Himmighofen nur an einen kleinen Erfahrungsaustausch gedacht. Sehr bald aber wurde ihm klar, dass das Thema zu brisant ist, und dass zu viele Wohnungsbesitzer davon betroffen sind, als dass man so etwas im kleinen Rahmen abhandeln könne.

So musste Himmighofen zahlreichen Interessenten absagen, damit die Veranstaltung nicht zu sehr ausuferte. Außerdem lud er die Generaldirektorin für Tourismus auf den Balearen, Pilar Carbonell und deren Sprecherin Alexandra Wilms ein.

Carbonell und Wilms mussten zahlreiche Fragen zum aktuellen Gesetzesstand und zu geplanten Änderungen beantworten. Der Tenor war bei allen Teilnehmern derselbe: "Wir können nicht mehr in der Hochsaison in unseren Wohnungen leben, weil die Touristen lärmen, die Anlage vermüllen und im schlimmsten Fall sogar randalieren und fremdes Eigentum zerstören."

Einfache Lösungen für das Problem hatte Carbonell nicht parat. Die Ferienvermietung von touristisch beworbenen Wohnungen auf den Balearen sei verboten und werde mit Hilfe von 15 Inspekteuren verfolgt. Doch in der Praxis würden die Beamten äußerst selten in die betroffenen Wohnungen hineingelassen, und wenn, dann wüssten die Urlauber mitunter Bescheid und gäben an, sie seien Verwandte des Besitzers.

Zudem könne man das spanische Mietgesetz nicht ändern, das es prinzipiell jedem erlaube, sein Eigentum anderen zu überlassen, gab Carbonell ebenfalls zu bedenken. Sie empfahl, illegale Vermietungen auf jeden Fall beim Ministerium anzuzeigen. Dann könne zumindest ein Inspekteur vorbeigeschickt werden.

Die Anwesenden wollen in Zukunft stärker gemeinsam ihre Interessen vertreten und ihre Erfahrungen häufiger austauschen. Man wolle allerdings mit Hausverwaltungen und Präsidenten der Eigentümergemeinschaften reden, um den Wildwuchs zu vermeiden. Und man könne den Urlaubern ja auch ein wenig das Leben schwermachen.

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