Nur noch unblutige Stierkämpfe auf Mallorca

Linkskoalition stellt Gesetzentwurf zum Tierschutz vor. Das Töten oder Quälen der Stiere soll verboten werden. Stierlauf in Fornalutx bleibt weiter erlaubt

13.05.2017 | 08:30

Auf Mallorca bleiben die Stierkämpfe erlaubt, allerdings nur in einer gänzlich unblutigen Variante, bei der die Tiere weder getötet noch verletzt werden dürfen. Das sieht der lang erwartete Gesetzentwurf der Linksregierung zum Tierschutz vor. Der Entwurf soll nach Möglichkeit noch vor der Sommerpause verabschiedet werden.

Damit dürfen Stiere allenfalls noch mit der roten Kappe durch die Arena bugsiert werden, nicht aber etwa mit Spießen ("banderillas") verletzt werden. Ebenfalls untersagt sind Corridas mit Pferden – eine als "rejoneo" bekannte Variante.

Die Koalition aus Sozialisten (PSIB), der Linkspartei Més und der Protestpartei Podemos scheint mit dem am Donnerstag (11.5.) vorgestellten Gesetzentwurf einen für alle Seiten tragbaren Kompromiss gefunden zu haben. Viele Wähler der Sozialisten sind dem Stierkampf gegenüber nicht ganz abgeneigt, wohingegen die Linksparteien eher zu strengeren Tierschutz-Vorgaben neigen.

Hintergrund: Der lange Abschied von einer Tradition

Der Gesetzentwurf sieht darüber hinaus Dopingkontrollen vor – Stiere wie Stierkämpfer werden mitunter aufgeputscht – sowie strenge Vorgaben, was den Transport der Tiere betrifft. Die Stiere sollen möglichst aus der unmittelbaren Umgebung der Arena stammen, wenngleich Transporte per Schiff nicht verboten werden sollen. Kindern und Jugendlichen soll der Zutritt zu Stierkämpfen ganz verwehrt bleiben. In Zukunft sollen die Veranstalter für jeden minderjährigen Zuschauer einzeln bestraft werden, es soll nicht wie bisher eine Pauschalstrafe geben.

Weiterhin erlaubt bleibt hingegen der traditionelle Stierlauf im Tramuntana-Dörfchen Fornalutx. Dort wird ein Stier an zwei Seilen durch den Ort gezogen, bevor er auf einen Transporter geladen wird, der ihn zum Schlachthof bringt. Auch gegen dieses, freilich unblutigere Schauspiel protestieren Tierschützer seit Jahren. Für den Erhalt dieses "correbou" hatten sich auch die örtlichen Sozialisten stark gemacht. Neu soll nun allerdings sein, dass der Stier nicht mehr getötet wird, sondern nach dem Spektakel von einem Tierarzt kontrolliert werden soll.

Viele Gemeinden auf Mallorca und den Balearen hatten die Stierkämpfe schon zuvor untersagt. Maßgebend allerdings ist das Tierschutzgesetz, das nun neu formuliert werden soll. /ck/jk

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