Neue Uniformen für Emaya: Was praktisch ist, muss ja nicht schön sein

1.151 Mitarbeiter der Reinigungsbetrieb von Palma de Mallorca werden neu eingekleidet. Die Stadt spricht von einer tollen Sache, doch die Beschäftigten beschweren sich

17.11.2017 | 14:06
So sehen sie aus, die Uniformen.

Sie sind aus Palmas Stadtbild nicht wegzudenken: die Mitarbeiter von Palmas Stadtreinigungsbetrieb Emaya. Sie kümmern sich um Verstopfungen der Kanalisation durch Papiertaschentücher oder Toilettenpapier, vor allem aber um die Beseitigung des Mülls. So richtig gelingen tut ihnen das in jüngster Zeit nicht – die Stadt ist verdreckt –, aber vielleicht machen ja neue Uniformen einen Unterschied.

Schließlich macht man sich bei solchen Arbeiten schmutzig, strapazierfähige Kleidung ist unerlässlich. Erstmals bekommen die 1.151 Beschäftigten ab dem kommenden Montag (13.11.) einheitliche blau-grün-gelbe Uniformen verpasst. Knapp eine halbe Million Euro ließ die öffentliche Hand für Sommer- und Winter-Hosen, dicke und dünne Jacken, kurzärmlige Hemden, Mützen und Mundschützer springen. Das Kaufhaus El Corte Inglés hatte den Zuschlag bekommen, denn ihr Angebot war laut Geschäftsleitung 38 Prozent billiger als das teuerste der Ausschreibung.

Das alles ist eigentlich ein Grund zur Freude. Doch es verging nicht viel Zeit, da echauffierten sich die gut bezahlten und durch starke Gewerkschaften vertretenen Emaya-Mitarbeiter in den sozialen Netzwerken. Man ähnele jetzt Pokemon-Figuren, wurde etwa geunkt. Andere Beschwerden waren ernsterer Natur: Die neuen Uniformen könnten schnell Feuer fangen. Und: Sie schützten nicht die Mitarbeiter, die mit elektrischem Strom zu tun haben.

Emaya-Sprecherin Aina Llauger kann das Geraunze nicht nachvollziehen. „Unsere Mitarbeiter bekommen jetzt neue Uniformen, weil sie das selbst eingefordert hatten", sagt sie der MZ. Die Uniformen hätten große Vorteile: Anders als die Kleidungsstücke, die die Beschäftigten vorher trugen, seien die neuen beispielsweise fluoreszierend. „Nachts braucht kein Emaya-Arbeiter mehr extra eine Weste überzuziehen, um von Fußgängern und Autofahrern bemerkt zu werden", so Aina Llauger. „Außerdem bestehen die Jacken und Hosen aus einem Material, das viel atmungsaktiver ist, unter dem sie also weniger schwitzen." Was die Beschäftigten angehe, die der Elektrizität ausgesetzt sind, so zögen die sich – wie es immer schon üblich gewesen sei – über die neuen Uniformen spezielle Schutzkleidung über. Davon, dass die neuen Uniformen leicht entflammbar seien, könne keine Rede sein.

Die Emaya-Sprecherin ärgert sich darüber, dass „immer, wenn bei uns etwas Neues hinzukommt", so viel Kritik aus der Belegschaft laut werde. „Wenn sie sich über die Farben beschweren, dann sollten sie nach Málaga oder Oviedo schauen." Dort seien die Mitarbeiter der Reinigungsbetriebe mit den gleichen Uniformen ausgestattet worden, „und keiner hat sich aufgeregt." Was praktisch sei, müsse ja nicht unbedingt schön sein. Und was sagt der kampfeslustige Emaya-Betriebsrat zu all dem? Zumindest mittags vor Redaktionsschluss nichts. „Wir feiern heute eine Party", sagte ein Mitarbeiter am Telefon. „Rufen Sie doch morgen wieder an."

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