Der Ball will einfach nicht ins Tor

Bei den bisherigen Heimspielen machte Real Mallorca auch gegen Spitzenteams durchaus eine gute Figur. Die Resultate sind dennoch mies

10-11-2011  
So sehr sich Iván Ramis (rechts, im roten Trikot) auch streckt: Ein Tor will nicht fallen
So sehr sich Iván Ramis (rechts, im roten Trikot) auch streckt: Ein Tor will nicht fallen Foto: Mielniezuk

JOHANNES KRAYER Real Mallorca müsste nicht auf dem 15. Tabellenplatz stehen. Genauso wenig ist es nachvollziehbar, dass die Inselkicker nur einen Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone haben. Die Mannschaft ist nämlich nicht zu schwach für diese Liga. Im Gegenteil: Die spanische Liga scheint in diesem Jahr erschreckend schwach zu sein. Dieser Eindruck drängt sich dem auf, der die Heimspiele von Real Mallorca in dieser Saison gesehen hat.

Das einzige Problem von Real Mallorca ist, dass es keinen Spieler gibt, der den Ball mal ins Tor befördern kann. Acht Treffer in elf Partien, davon vier vom Elfmeterpunkt. Diese Ausbeute ist eindeutig zu gering. Zumindest im heimischen Stadion Son Moix kann es die mit bescheidenen finanziellen Mitteln zusammengestellte Mannschaft von Joaquín Caparrós aber mit (beinahe) jedem Gast locker aufnehmen. Real Madrid und Barcelona vielleicht mal ausgenommen.

Das große Manko: Real Mallorca spielt nicht effektiv. Das Team betreibt einen enormen Aufwand, läuferisch und kämpferisch, spielt auch mit technischen Finessen so manchen Gegner an die Wand. Auffällig war das insbesondere in den Duellen mit Teams, die Mallorca deutlich überlegen sein müssten. Konkret: FC Valencia, FC Málaga und FC Sevilla. Allesamt Mannschaften, die in dieser Saison um den Einzug in die Europa-Liga oder die Champions League spielen. Aber in allen drei Heimspielen war Real Mallorca die tonangebende Mannschaft.

Beispiel Valencia: Nach dem Führungstreffer beschränkte sich das auf dem dritten Tabellenplatz stehende Team darauf, den Vorsprung irgendwie über die Zeit zu bringen. Keine Offensiv-aktion, keine Ideen, nichts wies darauf hin, dass hier ein Spitzenclub agierte. Tomer Hemed holte mit einem Elfmeter in der Nachspielzeit wenigstens noch das hochverdiente 1:1 für Mallorca.

Beispiel Málaga: Das Team aus Andalusien, das vor der Saison mit 58 Millionen Euro Topspieler wie van Nistelrooy, Toulalan und Cazorla eingekauft hatte, gab sich ebenso mit einem Treffer zufrieden, den es mit Glück und Abgeklärtheit bis zum Schlusspfiff verwaltete. Aber auch in dieser Begegnung hinterließ Mallorca den besseren Eindruck.

Beispiel Sevilla: In diesem Spiel war die Überlegenheit von Real Mallorca frappierend. Sevilla, immerhin Tabellenfünfter, fand 90 Minuten lang überhaupt nicht statt. Eine Zufallschance, zwei, drei Schüsse aus der Ferne über den Kasten. Erschreckend, wie eine so hoch dotierte Mannschaft auftritt. Lustlos, ideenlos, Ballverlust nach zwei Pässen.

Spielerisch überzeugt Mallorca seit dem Amtsantritt von Caparrós durchaus. Aber es springen einfach keine Punkte heraus. Zwei Heimsiege in sechs Begegnungen zu Hause genügen nicht, vor allem, wenn auswärts so wenig zusammenläuft.

Aber es naht Hoffnung: Zum einen wird am 1. Dezember Stürmer Marvin Ogunjimi aus Genk erwartet, dessen Verpflichtung im Sommer an einem zu spät abgeschickten Fax gescheitert war. Daneben wird über eine weitere Verstärkung diskutiert. Und auch in die Gespräche mit einem Schweizer Investor zur Übernahme des Clubs scheint Bewegung gekommen zu sein. Das Konsortium würde bei einem Einstieg die Schuldenlast von 30 Millionen Euro mit einem Schlag tilgen und Real Mallorca wieder von paradiesischeren Tabellenregionen träumen lassen. Doch im Moment ist der Kampf gegen den Abstieg angesagt …

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