Flyboarden auf Mallorca: Wie ein ferngesteuerter Ironman

Wasserkraft mal anders: Mit dem Sportgerät fliegt man über den Meeresspiegel

23.07.2017 | 02:30
Geht doch: Der MZ-Redakteur hebt in der Bucht von Cala Nova ab.

Pedro zeigt mit dem Finger nach oben. Das ist das Zeichen, mich mit ausgestreckten Beinen auf das an meinen Füßen geschnallte Flyboard zu stellen. Wir befinden uns vor der Bucht von Cala Nova, gut 200 Meter vom Ufer entfernt. Pedro gibt auf dem Jetski Gas, das Wasserfahrzeug ist mit einem 25 Meter langem Schlauch mit dem Flyboard verbunden. Wasser wird durch den Schlauch unter meine Füße gepumpt, schießt aus zwei Düsen und ich hebe ab.

Das Mallorca Water Sport Center bietet Flyboarden an. 65 Euro kostet der 15- bis 20-minütige Flug in der Gruppe (ab 16 Jahren). Eine private Tour gibt es für 249 Euro. Bis zu vier Personen können eine Stunde lang fliegen. Das Water Sport Center liegt etwas versteckt hinter einem Parkplatz und einer Baustelle. „Laufkundschaft gibt es sowieso kaum", sagt Chef Tom Rempe. Der Deutsche geht in die sechste Saison mit den Flyboards, ein solcher Aufsatz kostet 8.500 Euro. Je zwei Jahre lang hat er es mit einem Stand am Meer von Magaluf und Puerto Portals versucht. „Da unsere Kunden uns fast ausschließlich im Internet buchen, macht die abgeschiedene Lage in Cala Nova nichts."

Bevor es losgeht, gibt es an der Boots­anlegestelle eine Einführung von Tom. „Zuerst schwimmt man im Wasser einen Halbkreis weg vom Jetski. Das ist wie mit einem angeleinten Hund", sagt er. „Wenn der nur geradeaus rennt, ist irgendwann die Leine zu Ende und er würgt sich selbst." Nur das beim Flyboarden in dem Fall die Füße nach hinten gezogen werden und man Salzwasser schluckt. Ist man im Meer, schießt immer ein bisschen Wasser aus den Düsen und man muss nicht selbst schwimmen. „Am besten ihr macht die Superman-Pose: ausgestreckte Beine und die Faust nach vorne. Dadurch kommt ihr nicht auf die Idee, mit den Beinen zu schwimmen." Bis zu zehn Meter könne man über den Meeresspiegel stehen. „Bei einem Sturz – und ihr werdet gewiss hinfallen – hockt ihr die Beine an." Die Alternative ist ein Kopfsprung. Wenn man danach sofort wieder aus dem Wasser kommt, ist eine delfinartige Bewegung möglich. Das Stehen auf dem Flyboard simulieren wir am Strand mit Balancekissen.

Ich steige mit zwei französischen Pärchen und drei jungen deutschen Frauen – ­Svenja Blömer und Katharina Polenk haben ihrer Freundin Sina Kieselstein den Flug zum 18. Geburtstag geschenkt – in ein Beiboot. Svenja und Katharina gehen nicht ins Wasser. Sie haben für 10 Euro die Plätze als Zuschauer gebucht.

Ich schlüpfe in die Schuhe, die auf dem Flybord befestigt sind. Wichtig beim Hochfliegen aus dem Wasser ist es, die Beine anzuspannen und fest durchzudrücken. Nach ein paar Versuchen steht man relativ sicher in der Luft. Wenn man einen Fuß nach unten drückt, schwebe man in die jeweilige Richtung. Durch ein Wippen mit beiden Füßen geht es vor oder zurück. Man fühlt sich ein bisschen wie der fliegende Comic-Held Ironman, nur ferngesteuert. Pedro bestimmt mit dem Gashebel an seinem Jetski, wie hoch man fliegt. „Gib doch Gas", verfluche ich innerlich Pedro. „Du warst zu nah am Jetski", klärt mich Tom später auf. „Wie bei einem Gartenschlauch knickt sich der Schlauch und der Wasserfluss wird unterbrochen."

Ich schaffe es, mich stabil auf eine Höhe von drei Metern zu halten. So richtig viel machen kann man in der Luft allerdings nicht, und nach ein paar Minuten entscheide ich mich, mit einem Kopfsprung ins Meer abzutauchen, um dann wie ein Delfin durch das Wasser zu gleiten. Doch ich komme kaum aus dem Wasser wieder heraus, der Wasserdruck ist nicht stark genug. Nach mir sind die anderen dran, auch sie haben so ihre Probleme.

Eine Französin hat die Beine im Wasser nicht gerade durchgestreckt, kann die Spannung nicht halten und purzelt immer wieder ins Wasser. Hilfe gibt es von Pedro keine. „Einen Versuch noch", sagt er, nachdem die Französin 15 Minuten gekämpft hat. Ihr Freund ruft ihr zu, was sie besser machen soll, und sie schafft es für ein paar Sekunden aus dem Wasser. „Zum Glück", wird sich Chef Tom wohl gedacht haben. Denn wer es nicht schafft, bekommt sein Geld zurück.

Die beste Performance liefert Sina ab. Scheinbar problemlos fliegt sie umher und zeigt ihren Freundinnen keck das Victory-Zeichen. „Die will doch bloß nicht mit dem Kopf ins Wasser", sagt Svenja im Beiboot.

Mallorca Water Sport Center, Kurse kann man online oder per Telefon buchen: 0034-687 79 84 73.
www.flyboard-mallorca.com

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