26. April 2018
26.04.2018

Beach Games 2018 an der Playa de Palma

Rugby, Handball, Basketball und Volleyball: Bei den Spielen im Sand können sich die Teilnehmer auch mit der Sportlegende Rafael Pascual messen

27.04.2018 | 02:30
Die Beach Games fingen mit Rugby an. Heute kann man zwischen vier Sportarten wählen.

Bei den Palma Beach Games geht es tatkräftig zur Sache – gegründet wurde das Event 2014 als Rugby-Turnier. Bei der fünften Ausgabe werden dieses Jahr von Freitag (27.4.) bis Sonntag (29.4.) zudem Handball, Basketball und Volleyball angeboten – die Veranstalter rechnen mit 1.150 Teilnehmer. Als Botschafter letzterer Sportart fungiert die spanische Volleyballlegende Rafael Pascual. Mit ihm können die Fans nicht nur Bälle zupritschen, sondern ihn auch beim Rugby umtacklen. „Ich hoffe, dass ich mich nicht verletze, wenn andere auf mir liegen", sagt der 48-Jährige.

Der Volleyballspieler hat sich 537 Mal das Trikot der spanischen Nationalmannschaft übergezogen (zum Vergleich der deutsche Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bringt es auf 150 Länderspiele). Hinter dem Wasserballspieler Manel Estiarte (580 Länderspiele) hat Pascual somit sportartenübergreifend die zweitmeisten Spiele für Spanien bestritten.

Pascual hat den spanischen Volleyball quasi aus dem Nichts gehoben und zu zwei Olympiateilnahmen (1992 und 2000) sowie einem EM-Titel (2007, bislang Spaniens einziger Titel im Volleyball) geführt. „Der Volleyball war – während seiner fast zwei Jahrzehnte dauernden Karriere – Rafa Pascual", schreibt die Tageszeitung „El País" über den Madrilenen.

„Es hatte sich Anfang der 90er-Jahre ein Team zusammengefunden, das beschloss: Wir wollen den Volleyball als Nationalsportart etablieren", erzählt Pascual der MZ. „Als Ziel hatten wir uns Olympia 1992 in Barcelona gesetzt. Dafür haben wir unsere Arbeit und unsere Familien vernachlässigt."

Bei der WM 1998 wurde der Diagonalspieler – der Angreifer im Volleyball – als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Auf Clubebene hielt es ihn bei den Vereinen hingegen nur kurze Zeit. In seiner Karriere hat der Madrilene bei 19 Teams in neun verschiedenen Ländern gespielt. „Ich war schnell anpassungsfähig und ein Spieler, auf den man sich in entscheidenden Phasen verlassen konnte. Viele Vereine haben mir kurzfristige Verträge für Finalspiele gegeben. So habe ich Pokale gewonnen, obwohl ich nur ein Monat mit dem Team trainiert hatte."

So führte es Pascual auch nach Palma. Mallorcas legendäres Volleyballteam Son Amar, das zwischen 1981 und 1989 sieben Mal die spanische Meisterschaft gewann, verpflichtete den Madrilenen. „Ich war aber nur zu einem Finalspiel da." Nach dem Abschied von Mäzen Damià Seguí , der als Besitzer der Showbühne Son Amar dem Team seinen Namen gab, spielte Pascual 2004/2005 eine Saison in Palma. „Zwei meiner vier Kinder sind in der Zeit geboren und daher Mallorquiner."

Bis 2011 war der damals 41-Jährige professioneller Volleyballer. „Meine Mitspieler waren alle schon eine jüngere Generation und kannten mich gar nicht mehr als den großen Star. Es war hart, da ich mich jedes Mal beweisen musste." Nicht ganz einfach war auch sein Abschied aus der Nationalmannschaft. „Es wurmt mich nicht so sehr, dass ich nicht der Spieler mit den meisten Spielen für Spanien bin. Aber nach dem EM-Gewinn 2007 hätte ich gerne noch die Qualifikation für Olympia gespielt, um dann eventuell bei den Olympischen Spielen 2008 vom
Nationalteam zurückzutreten."

Ohne Pascual ging es mit Spaniens Volleyball bergab. Sydney 2000 war die bislang letzte Olympiateilnahme, die zwei vergangenen Weltmeisterschaften verpasste Spanien, und bei der EM 2017 – nach drei Turnieren ohne Teilnahme – schieden die Spanier ohne einen einzigen Satzgewinn aus. „Die Qualität ist eigentlich da", sagt Pascual. „Es fehlt auf Verbandsebene die Mentalität, um den Volleyball wieder nach vorne zu bringen."

Um das zu ändern, stellte er sich 2016 zur Wahl für den Posten des Verbandspräsidenten. „Sport und Politik sind aber zwei unterschiedliche Felder." Pascual verlor gegen Agustín Martín, der seit 18 Jahren im Amt ist. Unter den 69 Wählern sind 20 regionale Verbandspräsidenten, die Martín eingesetzt hat.

Nach seinem sportlichen Karriereende ist der Madrilene im Restaurantgewerbe tätig. Zuerst versuchte er sich mit einem Restaurant in Palma. „Ich hatte den Laden mit anderen bekannten Sportlern gegründet. Wir dachten, dass er durch unsere Namen laufen würde. Dem war aber nicht so." Heute führt Pascual ein Meeresfrüchte-Restaurant der Kette La Chalana in Madrid.

Seit seinem Abschied vom Profisport hat er keinen Volleyball in der Halle gespielt. „Manchmal spiele ich mit Freunden am Strand." Großartige Leistungen will der 48-Jährige für seinen Einsatz bei den Palma Beach Games nicht versprechen. „Ich habe mich an der Wade verletzt und muss schauen, wie es geht."

Die Beach Games werden am Strand vor dem Palma Aquarium ausgetragen. Die Einschreibung für das Volleyballturnier ist bereits abgeschlossen. Plätze für Handball, Rugby und Basketball gibt es für je 15 Euro (incl. T-Shirt) unter www.mallorcarugbyevents.com. Neben dem Sport gibt es am Samstag (28.4., 18 Uhr) ein Konzert der Gruppe Rumba Nostra.

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