Zu frischen Quellen und alten Köhlerplätzen

Im Zickzack steil nach oben: Eine Wanderung bei Valldemossa

17-02-2011  
Aufstieg durch die Senke Sa Coma de sa Creu
Aufstieg durch die Senke Sa Coma de sa Creu Foto: Roland Otto

ROLAND OTTO Diese Wandertour führt oberhalb der Finca pública de Son Moragues auf alten Transportpfaden durch ein Gebiet, in dem einst Köhler und Kalkbrenner gearbeitet haben. Die Route verläuft dann durch die sehr steile Senke Sa Coma de sa Creu auf eine Höhe von über 800 Metern und dann über die Quelle Font des Polls wieder zurück nach Valldemossa.

Die mittelschwere Wanderung beginnt am Ortseingang von Valldemossa. Dort biegt rechts die Carrer de na Mas ab. Auf dieser nimmt man nach 20 Metern den Abzweig in die Carrer de Son Gual und gelangt dann gleich zu der Possessió Son Gual. Bei dem Anwesen befindet sich ein Wachturm, dessen Existenz schon im 15. Jahrhundert dokumentiert und der zum Schutz vor Piratenüberfällen errichtet worden ist. Das Gebäude wurde aber erst später neben dem Wachturm erbaut und nach dem Besitzer Antoni Gual benannt. Die possessió war lange Zeit eines der ertragreichsten Landgüter in Valldemossa. Im Jahr 1894 hat dann Erzherzog Ludwig Salvator das Anwesen erstanden.

Bei der Possessió Son Gual verweist ein Schild „Al Teix, Refugi Públic" geradeaus auf die Straße Lluis Vives, auf der man dann bei einer Gabelung rechts in die Carrer Xesc Forteza einbiegt. Die Straße ist nach dem mallorquinischen Autor, Volksschauspieler und
Theaterregisseur Xesc Forteza benannt, der 1999 verstorben ist und von den Mallorquinern sehr verehrt wird. Auch das bekannte Teatre Xesc Forteza in Palma trägt seinen Namen.

Rund zehn Minuten nach Tourstart zweigt dann links bei einem geöffneten Tor und bei dem Schild „Finca pública de Son Moragues" ein Karrenweg ab. Dieser verläuft oberhalb der terrassierten Olivenhaine der Possessió Sa Coma. Bald wird ein geschlossenes Eisentor rechts durch eine Pforte passiert und nach einem weiteren Tor, das an den Seiten umgangen werden kann, sowie nach einem kurz darauf folgenden Mauerdurchlass die Font de na Rupit, die Quelle des Rotkehlchens, erreicht. Hier befindet sich auch eine kleine Hausruine.

Weiter geht es von der Font geradeaus auf der breiten Piste. Bald darauf wird ein rechter Abzweig ignoriert. Bei einer wenig später folgenden Gabelung bleibt man auf der Hauptpiste (Schild „Refugio", Steinpyramide) und gelangt dann zu einem verschlossenen Tor, das rechts auf einer Steintreppe umgangen wird. Die Gehzeit seit Tourstart hat bisher rund 40 Minuten betragen.

Der Wanderer befindet sich jetzt auf der Finca pública de Son Moragues. Das Gelände hat das balearische Umweltministerium schon vor einigen Jahren gekauft und zum kulturellen Erbe erklärt. Hier haben noch bis vor 80 Jahren Kalkbrenner und Köhler unter harten Bedingungen gearbeitet. Geradeaus gelangt man dann auf einem breiten Weg zu einer Tafel, die über die Arbeit der Kalkbrenner informiert. Einen restaurierten Kalkofen erreicht man links von dem Schild auf einem Pfad nach 50 Metern.

Hier ist sehr gut zu sehen, dass der traditionelle forn de calç kreisförmig angelegt wurde. Sein Innenraum bestand aus Steinen, die mit Mörtel verfugt wurden. Die Innenmauer wurde von außen durch eine Mauer aus Bruchsteinen gestützt. Im Innern des Ofens stapelten die calciners die zu brennenden Kalksteine in immer enger werdenden Ringen und bildeten zum Schluss eine geschlossene Kuppel. Der Kalkofen hatte eine Schürloch, einen Rauchabzug und eine Öffnung zum Nachlegen von Brennmaterial, das aus Holzbündeln und Holzkohle bestand. Beim Brennvorgang, der 10 bis 14 Tage dauerte, wurde eine Temperatur von 800 bis 1.000 Grad erzeugt.

Weiter geht es dann beim Kalk-ofen 20 Meter geradeaus bis zu einem Felsbrocken, auf dem ein Steinmännchen und ein roter Pfeil links auf einen Weg verweisen. Der steinige und mauergestützte Transportpfad führt in Kehren und einigen Geraden durch einen Steineichenwald nach oben, wobei Steinmännchen und rote Kleckse die Richtung zeigen. Nach rund 20 Minuten wird ein Felsdurchbruch und danach geradeaus wenig später ein großer Köhlerplatz erreicht.

Von dort verläuft der Pfad wenige Meter geradeaus, knickt dann links ab und schraubt sich anschließend im Zickzack zwischen Felswänden steil nach oben (Steinmännchen, rote Kleckse) bis zu einer schmalen Hochebene, die mit Kiefern und Dissgras bewachsen ist. Die Gehzeit von dem Felsdurchbruch bis hierher hat rund 10 Minuten betragen.

Man folgt nun geradeaus den Steinmännchen und roten Punkten und quert nach 150 Metern rechts ein kleines Bachbett. Jetzt beginnt auf einem steinigen Pfad der sehr steile Aufstieg durch die Senke Sa Coma de sa Creu. Dabei führt die Route auf einigen Abschnitten auch eng an Felswänden entlang (rote Punkte, Steinmännchen). Schließlich wird nach einem Aufstieg von rund 30 Minuten bei einer kleinen Mauer ein breiter Weg und dort rechts nach wenigen Metern der Sattel Coll de sa Creu und ein Felsdurchbruch erreicht. Von hier bietet sich aus 820 Metern Höhe ein wunderschöner Ausblick über die Fita del Ram bei Esporles bis hin zum Puig de Galatzó bei Estellencs. Links erheben sich die steilen Felswände der Serra de Moragues.

Nach einer Pause beginnt man nun wieder mit dem Abstieg. Die breite Piste schraubt sich in einigen Kehren steil nach unten. Der Wanderer erreicht dann einen safareig, ein Wassersammelbecken, und wenig später eine breite Piste und biegt dort rechts ab. Links verlaufen übrigens die unten beim Tor der Finca pública de Son Moragues auf einem Schild angezeigten Wanderwege Camí de s´Arxiduc, Camí de sa Coma des Cairats und Camí de ses Fontanelles weiter.

Auf der breiten Piste gelangt man also rechts dann gleich zu der Font des Polls, der Quelle der Schwarzpappeln. Die Gehzeit vom Felsdurchbruch bis hier hat rund 10 Minuten betragen. Von der Quelle schlängelt sich die Piste in extrem steilen Spitzkehren abwärts. Man gelangt zu einer Tafel, auf der die Arbeit der Köhler dargestellt wird, und kurz darauf zu dem Abzweig zum Kalkofen. Nun sind auf der Hinroute noch rund 40 Minuten bis zum Ausgangspunkt der Tour zu wandern.

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