Rundtour bei Binibona: Kraxeln und Krabbeln

Eine Wanderung mit Steilabstieg durch den Felskamin Pas d´en Bisquera

24.02.2011 | 02:00
Blick bei der Finca Alcanella auf die Zinnen des Puig Caragoler des Guix.
Blick bei der Finca Alcanella auf die Zinnen des Puig Caragoler des Guix.

Die anspruchsvolle Wanderung beginnt bei dem kleinen Marktplatz des Minidorfes Binibona. Dort zweigt bei dem Schild „Hotel Albellons" links eine Fahrbahn ab, die nach rund zehn Minuten zu der Auffahrt des Landhotels Ets Albellons führt. Dort wandert man nun auf einem Flurweg geradeaus weiter und biegt nach 150 Metern bei einem Steinmännchen, roten und grünen Markierungen rechts auf einen Pfad ab. Dieser führt nach wenigen Schritten zu dem Bachbett des Torrent de Sant Miquel, das gequert wird. Danach verläuft ein Trampelpfad (Steinmännchen) wenig später zum Torrent des Picarols, der ebenfalls gequert wird. Kurz darauf gelangt man auf eine breite Piste und biegt dort links ab. Die Gehzeit von der Auffahrt von Ets Albellons bis hier hat rund fünf Minuten betragen.

Der Waldweg verläuft dann in leichtem Auf und Ab oberhalb des Torrent des Picarols weiter. Man bleibt dabei immer auf der Hauptpiste (rote Pfeile und Kleckse) und ignoriert sämtliche Abzweige. Schließlich wird nach rund 25 Minuten eine Lichtung erreicht. Hier stehen links zwei Steinpyramiden und rechts eine hohe Steineiche, an deren Stamm ein roter Pfeil geradeaus auf eine breite Piste verweist. Auch eine rote Markierung auf Gestein signalisiert diese Richtung. Links befindet sich ein Pfad, auf den der Wanderer beim Rückweg wieder stoßen wird.

Nun beginnt also geradeaus der Aufstieg durch die Coma Llarga (lange Senke). Die holprige, furchige und sehr steinige Piste verengt sich bald zu einem Köhlerpfad, der sich durch einen Steineichen- und Kiefernwald teils sehr steil nach oben schraubt. Dabei zeigen durchgängig vorhandene Steinmännchen sowie rote Pfeile und Punkte immer eindeutig den Wegverlauf. Die Route führt dann unterhalb von Felswänden auf der teils mauergestützten, schmalen Piste schließlich zu einem Sattel, bei dem links (roter Pfeil an einem Fels) abzubiegen ist. Der Aufstieg von der Lichtung durch die Coma Llarga bis zum Coll hat rund 45 Minuten betragen.

Links von dem Sattel wandert man nun auf einem breiteren Pfad weiter. Die Piste verläuft in einigen Kehren und nicht mehr so steil (Steinmännchen, rote Kleckse) in einer weiteren Viertelstunde bis zur bewaldeten Hochebene Pla de sa Bassa. Hier folgt man dann den durchgängig vorhandenen roten Markierungen und Steinmännchen und gelangt auf einer mauergestützten Piste nach rund 20 Minuten zu einem großen Köhlerplatz mit einer Hüttenruine. Hier befindet sich auch ein kleines Wasserbecken.

Nun schicken rote Kleckse und weithin sichtbare Steinmännchen den Wanderer halb links über spitzes Karstgestein und auch über einige Karrenrinnen im Zickzack in rund 20 Minuten hinauf zu einem Sattel, auf dem eine hohe Steinpyramide steht. Weiter geht es von dem Sattel dann geradeaus (rote Kleckse, Steinmännchen) zu einem Köhlerplatz und von dort zu einer Begrenzungsmauer mit einer eingestürzten Stelle. Direkt dahinter biegt man dann links ab und geht einige Schritte entlang der Mauer bis zu einer Abbruchkante, die der Beginn der Steigrinne Pas d´en Bisquera ist.

Bevor der Wanderer sich an den Abstieg macht, sollte er aber rechts einige Schritte entlang einer anderen Mauer gehen und dann zwei Meter über Fels auf einen der vielen Gipfel der Serra des Pas d´es Bisquera kraxeln. Aus 660 Metern Höhe ist ein wunderschöner Ausblick auf das Massanella-Massiv und den Puig d´en Galileu, Puig de n´Alí und die Serra des Teixos zu genießen. Gegenüber türmt sich der Puig de Tomir auf.

Anschließend begibt man sich wieder zurück zum Pas d´en Bisquera. Der nun folgende Abstieg ist durch ein fest im Fels verankertes Stahlseil gesichert und mit einfacher Klettertechnik zu bewältigen. Zunächst steigt man mithilfe des Seils etwa acht Meter bis zu einer sicheren Standfläche ab, wobei die Bergstiefel mehrmals gut Halt finden. Jetzt kann auch der weitere Verlauf des Abstiegs eingesehen werden. Zunächst klettert man ein niedriges Mäuerchen hinab. Danach wird immer noch mit Stahlseil über Fels etwa fünf Meter bis zum Ende des Steigkanals hinuntergekraxelt. Dort steigt man rechts (roter Punkt) noch einmal zwei Meter auf Fels ohne Probleme ab. Für den Abstieg durch den Kamin rechnet man fünf bis zehn Minuten ein.

Weiter geht es links (Steinmännchen, roter Punkt) auf einem Pfad, der in einigen Kurven in zehn Minuten hinab zu einem breiten Weg führt, auf dem links abgebogen wird. Die Piste führt in drei Minuten zu einem Köhlerplatz und dort rechts in zwei Minuten zu der Finca Alcanelleta. Links von dem Gebäude befindet sich ein geschlossenes Tor, bei dem ein Zaun das Übersteigen behindert (kein Verbotsschild). Man kann aber auch rechts einige Meter entfernt unter einer Zaunlücke durchkrabbeln.

Hinter dem Tor übersteigt man dann gleich auf einer Holzleiter einen weiteren Zaun und gelangt geradeaus bald darauf zu dem nächsten Tor, das mit einer Drahtschlinge zu öffnen ist. Rechts gegenüber befindet sich das Landgut Alcanella, das nicht betreten werden darf. Danach wandert man auf einem Pfad immer parallel einer Mauer mit Zaun in zehn Minuten bis zu einem niedrigen Mäuerchen, übersteigt dieses, biegt dann rechts und sofort links ab (roter Punkt, Steinmännchen).

Ein Saumpfad führt jetzt oberhalb einer Talsenke immer leicht abwärts und ist auf einigen Abschnitten mit Dissgras fast zugewachsen, wobei man konsequent den Steinmännchen und roten Punkten folgt. Nach rund 35 Minuten ist dann in der Nähe der Finca Ses Figueroles, die rechts liegt und nicht einsehbar ist, ein breiter Weg erreicht. Dort wandert man geradeaus weiter (rote Markierung). Die steinige Piste führt (durchgehend Steinmännchen, rote Punkte) nach einem Sattel mit Felsdurchbruch in vielen Kehren in 45 Minuten bis zu der Lichtung mit den zwei Steinpyramiden und dem roten Pfeil an der Steineiche, bei der der Aufstieg durch die Coma Llarga begonnen hat. Nun sind auf dem Weg der Hinroute noch knapp 40 Minuten bis Binibona zu wandern.


Wegstrecke: 14 km (Rundtour)

Nettogehzeit: etwa 4 Std, 35 Minuten

Höhenunterschied: 450 Meter

Schwierigkeitsgrad: ****

Anfahrt von Palma: Auf der Ma-13 nach Inca, dort auf der Ma-2130 nach Caimari. Hier (Beschilderung) auf der Carrer de Lluna und der Carrer de Binibona nach Binibona.

Tourencharakter: Anspruchsvolle und schwierige Wanderung auf Waldwegen, Trampelpfaden und über spitzen Karst. Beim Abstieg durch den Kanal Pas d´en Bisquera ist Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und einfache Klettertechnik notwendig. Beim Abstieg von der Finca Alcanella zur Finca Ses Figueroles ist gutes Orientierungsvermögen gefragt.

Ausrüstung: Belastbare Wanderstiefel

Einkehr: Lokale in Caimari

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