11. Februar 2019
11.02.2019

Diese Versicherungen brauchen Sie auf Mallorca

Nicht alle Verträge sind wie in Deutschland. Einige gibt es nicht, andere bieten hingegen besseren Schutz. Eine Übersicht

11.02.2019 | 01:00
Auto, Haus, Gesundheit, Familie – für fast alles gibt es die passende Versicherung.

Private Krankenversicherung/Seguro de salud

Als Arbeitnehmer, Selbstständiger, Rentner oder deren Familienmitglied ist man in Spanien über die gesetzliche Seguridad Social krankenversichert. Behandlungen beim Hausarzt und im Krankenhaus sind kostenlos. Um die teils langen Wartezeiten für Behandlungen und nicht überlebenswichtige Operationen zu umgehen, schließt etwa ein Drittel der Balearen-Bewohner laut der Ärztekammer eine zusätzliche private Krankenversicherung ab. Basispakete gibt es, etwa bei Axa, schon ab 36 Euro im Monat. Je nach Alter des Versicherungsnehmers und Leistungen (freie Arztwahl) wird es schnell teurer. Bei Iberia Versicherungen oder Hainzl & Partner etwa kosten derlei Policen ab 70 Euro.

Eine Auslandsreisekrankenversicherung, die es in Deutschland oft für etwa 10 Euro im Jahr gibt, kennen die wenigsten Spanier. Diese ist dann meist in der privaten Krankenversicherung enthalten. Bei der Seguridad Social kann zudem eine Europäische Krankenversicherungskarte beantragt werden.

Achtung ist beim Zahnarzt geboten. Denn dieser wird nicht durch die Seguridad Social abgedeckt. Eine einfache Zahnversicherung mit Eigenbeteiligung gibt es für unter 10 Euro im Monat. Bei der spanischen DKV gibt es den Komplettschutz ab 130 Euro im Monat.

KFZ-Haftpflichtversicherung/Seguro de coche

Das Auto muss dort versichert werden, wo es zugelassen ist. 30 Tage hat man in Spanien Zeit, sein Auto umzumelden. Hilfe bietet dabei die Firma Mallorca Auto Service an. Die Basisversicherung (terceros) deckt verursachte Schäden an anderen Autos und Personen ab. Bei der Teilkasko (terceros ampliado) sind Diebstahl, Brandschäden und Glasbruch dabei. Bei der Vollkasko (todo riesgo) sind alle Schäden am eigenen Auto abgesichert. Für einen Kleinwagen kostet die Basisversicherung jährlich um die 250 Euro. Angebote unterbreiten auch Direktversicherer wie Línea Directa.

Eine Mitgliedschaft beim ADAC ist nicht notwendig. Die Kosten für den Pannendienst sind bei allen KFZ-Versicherungen enthalten.

Haftpflichtversicherung/Seguro de responsabilidad civil

Eine Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die der Versicherte anderen Personen zufügt. Da die Police meist nicht ortsgebunden ist, kann der deutsche Vertrag weiterlaufen. Eine spanische Haftpflichtversicherung enthält oft eine Eigenbeteiligung und ist nicht ratsam. Besser ist eine Hausratversicherung.

Hausratversicherung/Seguro de hogar

In der Hausratversicherung ist in Spanien die Haftpflicht für Familie und Tiere meist ohne Eigenbeteiligung enthalten. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie – im Gegensatz zu Deutschland – Elementarschäden abdeckt, etwa die von Naturkatastrophen wie der Sturzflut in Sant Llorenç. Die Kosten der Versicherung hängen von der Wohnung oder dem Haus ab. Als Richtwert ist mit mindestens100 Euro im Jahr zu rechnen.

Rechtsschutzversicherung/Defensa jurídica

Zwar ist in vielen Policen von defensa jurídica, also Rechtsschutz, die Rede, dabei handelt es sich aber nur um eine Rechtsauskunft. Statt dem Anwalt gibt es nur eine knappe Erklärung der rechtlichen Situation – auf Spanisch. Eine Rechtsschutzversicherung nach deutschem Vorbild – die ebenfalls defensa jurídica heißt – gibt es bei dem spanischen Ableger der Arag ab jährlich 101,56 Euro.

Rentenversicherung/Plan de pensiones

Die Seguridad Social ist auch für die öffentliche Rentenversicherung zuständig. Ähnlich wie in Deutschland und angesichts demografischen Wandels und knapper Rentenkassen werden die Bürger jedoch dazu ermuntert, auch privat vorzusorgen. In Spanien erfolgt das meist über die von Banken und Versicherungen angebotenen planes de pensiones. Die Beiträge sind steuerlich absetzbar, bei Auszahlung wird die Rente jedoch versteuert.

Risikolebensversicherung/Seguro de vida

Arbeitsunfähigkeitsversicherungen (seguros de baja laboral) sind in Spanien zeitlich begrenzt. Wer für den Rest seines Lebens arbeitsunfähig ist und einen plan de pensiones abgeschlossen hat, kann dessen Auszahlung beantragen. Ein mit den deutschen Policen vergleichbarer Versicherungsschutz lässt sich nur durch eine Unfallversicherung (seguro de accidentes) oder eine Risikolebensversicherung erreichen (seguro de vida).

Pflegeversicherung/Seguro de dependencia

Eine Pflegeversicherung wie in Deutschland kennen die Spanier nicht. Das hiesige und längst nicht so gut ausgebaute Pflegesystem ist steuerfinanziert. Laut Sassan Mikthchi von Iberia Versicherungen ist es auch von Mallorca aus möglich, in Deutschland eine Pflegeversicherung abzuschließen. Dazu seien eine deutsche Anschrift und ein deutsches Konto notwendig. Alternativ kann eine private Pflegeversicherung abgeschlossen werden (seguro de dependencia), die etwa bei Axa bis zum 55. Lebensjahr an die 100 Euro im Jahr kostet.

auf Twitter teilen
auf Facebook teilen

Mallorca-Themen von A bis Z

Mallorca-Themen von A bis Z

MZ-Artikel, geordnet nach Themengebieten

Alphabetische Liste: Von Air Berlin über Kongresspalast bis Wandern

 

Gut essen auf Mallorca

Restaurants auf Mallorca

Welches Restaurant darf es sein?

Die Insel kulinarisch entdecken - Restaurant-Empfehlungen in Palma de Mallorca, im Osten, Südosten oder Südwesten von unserer Gastro-Autorin Martina Zender

 

Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |