Seit dem 1. Januar 2012 müssen Hausangestellte wie Putzfrauen oder Gärtner im sogenannten „­Sistema Especial para Empleados del Hogar" bei der Sozialversicherung (Seguridad Social) angemeldet sein. Die Sozialleistungen für diese Gruppe von Arbeitnehmern werden so verbessert. Zudem soll die Schwarzarbeit bekämpft werden, weil viele Arbeitgeber die seit 1985 bestehende Meldepflicht bisher nicht erfüllten. Die sechs­monatige Übergangsfrist läuft am 30. Juni ab. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

Wer muss angemeldet werden?

Die Anmeldepflicht bei der Sozialversicherung gilt für Reinigungskräfte, Haushaltshilfen, Gärtner, Chauffeure, Kindermädchen oder Altenbetreuer.

Ab wie vielen Wochenstunden muss Personal angemeldet werden?

Bisher musste Hauspersonal erst dann angemeldet werden, wenn mehr als zwanzig Stunden pro Woche im gleichen Haushalt gearbeitet wurde. Das gilt nun nicht mehr. Auch wenn die Haushaltshilfe nur eine Stunde pro Woche kommt, gilt die Anmeldepflicht.

Wer muss anmelden?

Die Anmeldepflicht liegt beim Arbeitgeber. Sie gilt auch dann, wenn die Haushaltshilfe in verschiedenen Haushalten tätig ist: Jeder Haushalt muss sie gesondert anmelden.

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber?

Der Arbeitgeber muss einen Vertrag (PDF-Download: befristeter Vertrag / unbefristeter Vertrag) mit der Haushaltshilfe abschließen. Dieser kann zwar von Gesetz wegen mündlich erfolgen, eine schriftliche Version bietet aber beiden Seiten mehr Rechtssicherheit. Zudem muss der Arbeitgeber der Haushaltshilfe einen monatlichen Lohnzettel (Download Lohnzettel) ausstellen, auf dem die Abgaben festgehalten werden.

Was muss im Arbeitsvertrag ­stehen?

Im Vertrag müssen Arbeitsstunden und Gehalt festgelegt werden. Zudem muss der Vertrag den prozentualen Anteil der zwei zusätzlichen Monatsgehälter festhalten, die dem Arbeitnehmer gesetzlich zustehen. Als Rechenbasis dient der gesetzlich festgelegte monatliche Mindestlohn von 641,64 Euro für eine 40 Stundenwoche. Beispiel: Bei 4 Wochenstunden à 10 Euro ergeben sich zwei Extrazahlungen von mindestens 64,10 Euro.

Wer bezahlt wie viel?

Die Sozialabgaben betragen 22 Prozent der Bemessungsgrundlage. Davon übernimmt der Arbeitgeber 18,3 Prozent, der Arbeitnehmer 3,7 Prozent. Von 2013 bis 2018 steigt der Steuersatz jährlich um 0,9 Prozent. Die genauen Zahlen sind in einer fünfzehnstufigen Tabelle berechnet (Download PDF).

Was hat die Putzfrau davon?

Im Falle eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ist die Putzfrau künftig abgesichert. Ab dem 4. und bis zum 8. Krankheitstag zahlt der Arbeitgeber das Krankengeld (75 % des Gehalts), ab dem 9. Tag übernimmt die Sozialversicherung. Allerdings bezahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht in die Arbeitslosenversicherung ein, Haushaltshilfen haben kein Anrecht auf Arbeitslosengeld.

Was tun, wenn die Putzfrau keine Spanierin ist?

Kommt die Haushaltshilfe aus einem der europäischen Mitgliedsstaaten, reichen die Angaben aus dem Reisepass für eine ordnungs­gemäße Anmeldung. Angestellte aus Nicht-EU-Ländern müssen über ­eine Arbeitserlaubnis verfügen.

Warum überhaupt anmelden?

Wer weiter schwarz beschäftigt, macht sich strafbar. Die Kontrollen sollen intensiviert werden. Wer erwischt wird, dem drohen Strafen von 3.126 bis zu 10.000 Euro. Auch die Haushaltshilfe selbst kann den Arbeitgeber anzeigen, wenn er eine Anmeldung verweigert. Mit der ­Anmeldung ist der Arbeitgeber abgesichert, falls es zu einem Arbeitsunfall kommt.

Anmeldung Schritt für Schritt

Jede Privatperson kann die Anmeldung von Hauspersonal vollziehen. Zunächst muss die Nummer eines Beitrags­kontos für die Sozialversicherung beantragt werden (Formular TA6). Zudem muss der Arbeitgeber das Formular für die Anmeldung der Angestellten ausfüllen (Formular TA2/S-0138). Wer seine Haushaltshilfe schon vorher im „Régimen Especial de Empleados de Hogar" angemeldet hatte, füllt das Formular TA7 aus. Zusätzlich müssen die Daten der Haushaltshilfe im Formular TA 2/T-0138 angegeben werden.

Beide Formulare müssen in einer der Zweigstellen der ­Seguridad Social abgegeben werden in Palma (C/. Pere Dezcallar i Net 3, ansonsten in ­Inca, Manacor, Calvià, Llucmajor oder Felanitx). Dort wird man auch beraten, wie die Formulare auszufüllen sind.