16. April 2019
16.04.2019

Diabetiker auf Mallorca bekommen neue Messgeräte

IB-Salut hat mit der Verteilung auf den Balearen begonnen und übernimmt die Kosten. Sensoren ermitteln den Blutzuckerwert – ganz ohne Pieks

16.04.2019 | 01:00
Patienten auf den Balearen verwenden das Modell FreeStyle Libre 1. In Deutschland ist bereits ein Nachfolgegerät mit Alarmfunktion in Umlauf.

Sie ersparen Diabetes-Patienten den Pieks in den Finger und speichern zudem einen digitalen Verlauf der gemessenen Werte: Auf den Balearen können Diabetes-Patienten seit Kurzem von innovativen Blutzucker-Messgeräten profitieren. Die Balearen-Regierung hatte die Einführung der Apparate im November 2018 beschlossen. Rund 6.000 Geräte hat die Gesundheitsbehörde IB-Salut bis Februar 2019 auf den Inseln verteilt, insgesamt stehen für das neue Angebot 1,8 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung.

So funktioniert's

Um den Blutzucker mit den neuen Geräten zu messen, müssen Patienten zunächst einen runden Sensor an ihren Oberarm kleben. Dieser muss alle 14 Tage ausgetauscht werden. Dann hält der Patient das Messgerät an den Sensor, als würde er ihn scannen. Das Gerät misst dann, anders als die traditionellen Apparate, nach der sogenannten Flash-Methode den Blutzucker im Zellzwischenwasser des Hautfettgewebes.

Dank des dauerhaft eingesetzten Sensors können Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel schmerzfrei messen – und zwar so oft sie wollen. „Damit bekommen die Patienten ein besseres Gefühl dafür, wie ihr Körper in unterschiedlichen Situationen, etwa beim Sport, reagiert, und können ein Abfallen oder Ansteigen des Blutzuckerspiegels künftig besser vorhersehen", heißt es von Seiten des Gesundheitsministeriums.

Zunächst die Risikogruppen

In einer ersten Phase verteilt das balearische Gesundheitsministerium die Geräte vorrangig an junge Patienten zwischen vier und 17 Jahren sowie an Schwangere und Diabetiker, die regelmäßig an gefährlichen Unterzuckerungen (Hypoglykämien) leiden, die zum diabetischen Koma mit Bewusstlosigkeit führen können.

Auch Diabetiker, die ihren Blutzucker sechsmal oder häufiger pro Tag kontrollieren müssen, bekommen die neuen Geräte. Das Pflegepersonal der endokrinologischen Abteilung des Krankenhauses Son Espases in Palma de Mallorca hat die Apparate zudem 150 körperlich oder geistig Behinderten zur Verfügung gestellt – etwa blinden Menschen, die die Stoffwechselkrankheit haben, oder solchen, die auf die Hilfe von Betreuern angewiesen sind.

Rund 65.000 Personen sind nach Schätzungen von IB-Salut auf den Inseln an Diabetes erkrankt. 3.000 von ihnen am Typ I. Für sie ist das Spritzen von Insulin überlebensnotwendig. Für 1.400 dieser Patienten hat die balearische Gesundheitsbehörde die Nutzung der neuen Apparate vorgesehen. Pro Diabetiker hat sie 26 Sensoren jährlich eingeplant.

So kommen Sie an die Geräte

Diabetiker, die einen der neuen Apparate nutzen möchten, müssen ihn sich von ihrem Endokrinologen verschreiben lassen. „Dann übernimmt die Seguridad Social die vollen Kosten für das Gerät und die Sensoren", sagt eine Sprecherin des balearischen Gesundheitsministeriums. Ausgehändigt werden die neuen Messgeräte nach einer kurzen Einführung bisher nur auf den endokrinologischen Stationen der öffentlichen Krankenhäuser Son Espases und Son Llàtzer in Palma de Mallorca sowie den Krankenhäusern in Inca und Manacor. IB-Salut möchte sie künftig aber auch Gesundheitszentren, den sogenannten PACs (Punto de Atención Continuada), zur Verfügung stellen.

Das sagen die Patienten

Leticia Hevia, Vorsitzende der balearischen Vereinigung der Diabetiker (Adiba), bestätigt, dass die Anwendung schmerzfrei und einfach ist und nur in Ausnahmefällen Reaktionen wie Hautrötungen hervorruft. Positiv findet sie auch, dass Messwerte durch die digitale Anzeige mit vorherigen verglichen werden können. „Davon profitieren auch die betreuenden Ärzte", sagt Hevia. Gerade am Anfang empfiehlt es sich jedoch, dass Patienten per herkömmlicher Messung überprüfen, ob die Werte des Geräts mit den manuell gemessenen übereinstimmen. Im Gewebe nämlich steigt oder sinkt der Blutzuckerspiegel oft verzögert.

Die Balearen hätten die neuen Geräte früher als die meisten anderen Regionen in Spanien eingeführt, lobt Leticia Hevia. Ihren Informationen nach plant die Gesundheitsbehörde zudem bereits die Einführung der nächsten Gerätegeneration, etwa mit Dauerüberwachung und Alarmfunktion. Solche Messgeräte sind in Deutschland bereits im Umlauf.

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