03. September 2019
03.09.2019

So gefährlich sind Listerien im Fleisch

An dem Bakterien-Befall sind auf dem spanischen Festland schon Dutzende Menschen erkrankt. Die Symptome ähneln denen einer Grippe

03.09.2019 | 01:00
Ein Test zur Bestimmung von Listerien auf einer Blutagarplatte.

Das Fleisch, etwa Geschnetzeltes, sieht aus wie immer und riecht auch nicht schlecht – und dennoch kann es verseucht sein. Wenn Listerien Lebensmittel befallen, fällt das nicht auf. Doch die Bakterien können verheerende Folgen haben, wie jüngst auf dem spanischen Festland, wo Dutzende Personen erkrankt sind. Eine 90-jährige Frau war am Montag (19.8.) in Sevilla infolge der Infektionskrankheit verstorben, am Dienstag (27.8.) starb in derselben Stadt auch eine 74 Jahre alte Seniorin infolge von Listeriose. Auch ein Mann, der eine Woche zuvor starb und an Bauchspeicheldrüsenkrebs litt, soll positiv auf Listeriose getestet worden sein. Ein endgültiger Befund zu seiner Todesursache steht noch aus.

Bei Menschen mit intaktem Immunsystem kommt es nur selten zu einer Erkrankung mit dann grippeähnlichen Symptomen, Erbrechen oder Durchfall. Oft verläuft die Infektion unbemerkt. Gefährlich sind die Keime vor allem für Neugeborene, alte Menschen, chronisch Erkrankte und Schwangere. Bei ihnen und bei Ungeborenen können sie zum Tod führen.

Da die Inkubationszeit von Listeriose zwischen wenigen und 70 Tagen nach dem Konsum der Fleischware betragen kann, sei ein Anstieg weiterer Fälle wahrscheinlich. Ausgelöst worden sein soll die Epidemie durch Fleischwaren der Firma Magrudis in der Regionalhauptstadt Sevilla. Das spanische Gesundheitsministerium warnt daher seit vergangenem Mittwoch (14.8.) vor Geschnetzeltem mit dem Produktnamen „La Mechá".

Neben Andalusien soll das Fleisch auch in anderen autonomen Regionen wie etwa Madrid in Umlauf gekommen sein. 

Die Erkrankung wird durch die sogenannten Listerien hervorgerufen. Die Bakterien kommen in der Natur häufig vor, etwa im Kompost, in der Erde und auf Pflanzen, und können in tierische und pflanzliche Produkte geraten. Gefährdet sind vor allem rohe Tierprodukte wie Hackfleisch, Sushi und Rohmilchkäse. Denn die Verarbeitung verseuchter Rohstoffe führt nicht immer zur Abtötung der Bakterien. Listerien sind sehr widerstandsfähig. Sie überstehen sowohl Tiefgefrieren als auch Trocknen. Kochen, Braten, Sterilisieren und Pasteurisieren ­tötet die Bakterien dagegen sicher ab.

In Deutschland gibt es im Durchschnitt 300 bis 400 Fälle pro Jahr. Listeriose wird mit Antibiotika behandelt. /sw

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