08. Dezember 2018
08.12.2018

Inlineskaten auf Mallorca: Wenn es mal nicht der Paseo sein soll

Die Insel bietet auch abseits der bekannten Routen schöne Strecken zum Inlineskaten. Die MZ hat sich mit einer Kennerin auf die Rollen gestellt

08.12.2018 | 01:00
María Arcos Fortes auf dem blauen Radweg in Port d´Alcúdia.

Als ich in Jeans und Pulli zum Treffen mit der Mallorquinerin María Arcos Fortes nahe Algaida erscheine, sie meine einfachen Inline-Skates für 130 Euro sieht, spiegelt ihr Blick eine Mischung aus Skepsis und Mitleid wider. Ich bin am Freitag (23.11.) verabredet, um mit einer der wahrscheinlich besten Inline-Skaterinnen Mallorcas eine Runde zu drehen. María Arcos Fortes ist leidenschaftliche Skaterin und nutzt quasi jede freie Minute, um auf die Piste zu gehen. Die Miene der 34-Jährigen hellt sich auf, als ich in den mitgebrachten Trainingsanzug schlüpfe.

Wir rollen los, doch schnell wird klar, dass es kein gemütliches Dahingleiten wird. Arcos legt ein mächtiges Tempo vor. Sicher liegt das auch an ihren Skates, schließlich bewegt sich Arcos auf ihren 330-Euro-Flitzern relativ entspannt über den Asphalt, während der Reporter nach ein paar Hundert Metern schon nass geschwitzt ist. Sie habe 2012 mit dem Inline-Skaten begonnen, erzählt Arcos. Sie hat ja Luft dafür. „Angefangen hat alles mit der Gruppe Mallorca Patina in Palma."

Das ist eine Truppe von Freizeitskatern, die sich regelmäßig verabreden, um die Strecke auf dem Paseo Marítimo von Palma nach Can Pastilla und zurück zu fahren. Schnell war Arcos das zu langweilig, und die Strecke mit ihren rund zwölf Kilometern viel zu kurz. Mit ein paar Gleichgesinnten machte sie sich daran, andere Strecken auf der Insel auf ihre Inline-Tauglichkeit zu testen. Und sie wurde fündig. „Wir sind auf Mallorca wirklich in einer luxuriösen Situation. Es gibt so viele kleine Straßen und Wirtschaftswege, auf denen kaum Verkehr herrscht und die in gutem Zustand sind. Vor allem im Inselinneren", sagt María Arcos, während sie mit knapp 20 Kilometern pro Stunde in Richtung Sant Joan flitzt. Allerdings sprangen ihre Mitstreiter im Lauf der Zeit nach und nach ab, bis sie allein dastand. „Da habe ich einfach zwei Freundinnen rekrutiert, die Fahrrad fahren. Mit denen bin ich jetzt regelmäßig unterwegs. Sie auf dem Rad, ich auf den Skates."

Die erste etwas gefährlichere Abfahrt liegt vor uns. Arcos schaut wieder skeptisch, aber meine Skates rollen so schlecht, dass ich kaum bremsen muss. María Arcos ist schon um die Kurve verschwunden, wartet aber liebenswürdigerweise auf mich, der immerhin ein Lob einheimst. „Als ich dich in deiner Aufmachung am Anfang gesehen habe, dachte ich schon das Schlimmste. Aber du machst dich ganz gut." Das gibt Rückenwind, die nächsten Kilometer bis Montuïri verfliegen geradezu. Von Ferne sieht man die Kirche des Ortes liegen. Jetzt haben wir schon knapp 13 Kilometer hinter uns.

Warum sie so aufs Inline-Skaten steht, kann María Arcos selbst nicht so genau sagen. „Es ist einfach mein Sport, ich kann ohne die Skates kaum leben." Vor allem 2014 sei es extrem gewesen. „Ich musste jeden Tag raus, habe täglich knapp 40 Kilometer zurückgelegt – und am Wochenende doppelt so viel." Jetzt sei sie drei- bis viermal in der Woche unterwegs.

Auf Instagram lädt sie ihre Touren hoch, mit der Kilometerzahl, der Zeit, die sie dafür benötigt hat, und der Kalorienzahl, die sie verbrannt hat. Da finden sich dann auch mal Touren von über 167 Kilometern, für die sie rund zehneinhalb Stunden unterwegs ist.

Wir kommen nach einer guten Stunde wieder nach Algaida und genehmigen uns am Marktplatz eine caña. Die letzten Kilometer bis zum Auto gehen zum Glück bergab. 776 Kalorien haben wir in 1:37 Stunden und nach 25,75 Kilometern verbrannt. Gut, dass in der Redaktion ein Schokokuchen steht. Heute geht da auch ein Extrastück.

Wer die Strecken von María Arcos Fortes nachfahren will, findet die Beschreibungen unter www.rollertourist.com oder bei Instagram unter #the.rollertourist.

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