29. Juni 2018
29.06.2018

Todesfahrerin von Sa Ràpita war "vom Handy abgelenkt"

Die 44-Jährige, die in der Johannisnacht eine 15-jährige Fußgängerin überfahren hat und dann Fahrerflucht beging, tischte den Ermittlern zahlreiche Ausreden auf

29.06.2018 | 12:07
Die Unfallfahrerin in Polizeigewahrsam

Die 44-Jährige, die in der Johannisnacht eine 15-jährige Fußgängerin in Sa Ràpita im Süden von Mallorca überfahren und dadurch getötet hat, und dann Fahrerflucht beging, war angeblich abgelenkt, weil sie im Moment des Unfalls auf ihr Handy schaute. "Ich war fünf Sekunden abgelenkt", erklärte sie jetzt.

Angaben der Ortspolizei von Campos zufolge hatte die Frau zunächst versucht, alle Schuld von sich zu weisen. Erst beschuldigte sie Freunde, die angeblich statt ihrer das Unfallauto gesteuert hätten. "Wäre ich gefahren, hätte ich natürlich angehalten." Später stellte sich heraus, dass sie alleine unterwegs war. Dann erklärte sie, sie könne sich an nichts erinnern – bis ans Licht kam, dass sie wenige Minuten nach dem Unfall ihre Tochter anrief und davon erzählte. Zudem stellte sich heraus, dass die Versicherung ihres Autos seit Dezember 2017 abgelaufen ist.

Es hatte eine friedliche, magische Johannisnacht werden sollen. Das 15-jährige Todesopfer war extra aus Palma gekommen, um mit Freunden am Strand von Ses Covetes zu feiern, berichtet die Ortspolizei von Campos weiter. Gegen zwei Uhr nachts habe sich die Gruppe auf den Weg zum Haus ihres Onkels im nahen Sa Ràpita gemacht. Sie liefen auf dem Fahrradweg, entlang der Avenida de Miramar, als es zu dem Unfall kam.

Fahrerflucht, unterlassene Hilfeleistung, fahrlässige Tötung und Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung – die Anschuldigungen gegen die 44-jährige Fahrerin wiegen schwer. Auch sie soll das traditionelle Sant- Joan-Fest besucht haben, ebenfalls am Strand, aber mit reichlich Alkohol. Ein Autofahrer war ihr nach dem Unfall gefolgt und hatte die Polizei zu ihr geführt. Sie hatte einige Minuten nach dem Zusammenstoß den Wagen gestoppt. 2,5 Promille stellten die Beamten in ihrem Blut fest, fünfmal mehr als in Spanien erlaubt.

Der Unfallfahrerin droht nun eine lange Gefängnisstrafe. Vor allem, weil es nicht das erste Mal ist, dass sie stark alkoholisiert auf Mallorcas Straßen aufgegriffen wurde. Die seit Jahren auf der Insel lebende Polin war bereits im Jahr 2015 wegen Alkohol am Steuer verurteilt worden. Damals hatte ihr die Justiz die Fahrerlaubnis für zehn Monate entzogen. Außerdem musste sie 40 Tage in einer sozialen Einrichtung arbeiten. /somo

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