28. Mai 2021
28.05.2021
Mallorca Zeitung

Das ganze Ausmaß der illegalen Müllkippe in Palma de Mallorca

Ein Clan hatte die Deponie betrieben und gegen Bezahlung jeglichen Abfall auf der Finca entsorgt. Sechs Personen sind verhaftet worden

28.05.2021 | 15:12
Das ganze Ausmaß der illegalen Müllkippe in Palma de Mallorca
Die Müllhalde liegt direkt am Stadtrand der Balearen-Hauptstadt.

Autowracks, Kühlschränke, Waschmaschinen - gegen Geld konnte man auf der illegalen Müllkippe Son Güells gleich hinter dem Stadion Estadi Balear und der Ringautobahn in Palma de Mallorca offenbar jeglichen Abfall entsorgen. Die Guardia Civil hat am Freitag (28.5.) sechs Personen wegen Umweltdelikten festgenommen.

Betreiber der Müllkippe soll ein Clan von Gitanos gewesen sein, wie die Roma in Spanien genannt werden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, und laut der Polizei es ist gut möglich, dass in den kommenden Tagen weitere Verhaftungen folgen werden.

Keine Genehmigung vorhanden


Wie aus einer Pressemitteilung der Guardia Civil hervorgeht, hatte das Rathaus von Palma de Mallorca die Naturschutz-Einheit Seprona Ende 2020 eingeschaltet, um den weithin sichtbaren Zuständen auf dem brachliegenden Gelände nachzugehen. In unmittelbarer Umgebung liegen die Schulen Rafal Vell und Sant Josep Obrer sowie auch die Sportanlage Germans Escales. 

Offenbar ließ sich der Clan für die Entsorgung des Mülls bezahlen. Eine Genehmigung lag selbstredend nicht vor. Die Preise waren wesentlich niedriger als bei den legalen Müllentsorgungsfirmen. Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen sollen in den vergangenen Monaten zum Kundenkreis gehört haben. Der Clan verkaufte alle wiederverwertbaren Stoffe weiter, wobei maßgeblich eine betrügerische Recycling-Firma von dem Geschäft profitiert haben soll. Der Rest des Mülls gammelte vor sich hin.

Sondermüll gefährdet Boden und Grundwasser


Die Polizei will das Areal nun erst einmal genau untersuchen und eine Bestandsaufnahme des dort gelagerten Schutts und Abfalls machen. Bereits fest steht, dass sich auf dem Grundstück zahlreiche Fahrzeuge und Boote befinden und Reste von Asbestzement anhäufen, der nachweislich krebserregend ist.

Seprona stellte von Beginn an fest, dass einige der Abfälle eine ernsthafte Gefahr für die Umwelt und den Menschen darstellen könnten. Experten des Geologischen Instituts von Spanien haben am Freitag Proben entnommen, um insbesondere zu klären, ob Sondermüll den Boden kontaminiert hat und sogar das Grundwasser davon betroffen sein könnte. 

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