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Mallorca Zeitung

Nach bösem Virus: Auf Mallorca hoppeln wieder mehr Hasen umher

Eine Viruserkrankung hatte die Tiere auf der Insel weitgehend dezimiert. Nun scheinen sie aus dem Gröbsten raus zu sein – auch dank der Jäger

Kleine Häschenbabys auf Mallorca: Die Hasenpopulation erholt sich nach und nach. SEBASTIÀ TORRENS

Die Hasenpopulation auf Mallorca erholt sich langsam wieder. Nachdem die vor allem als Kaninchenpest bekannte Krankheit Myxomatose in den vergangenen Jahren einen beträchtlichen Teil der Population hinweggerafft hatte, vermeldet der Inselrat nun erste Erfolge beim Versuch, das Hasensterben zu stoppen.

Die Jäger träfen wieder verstärkt auf Hasen, berichtete kürzlich der zuständige Inselratsdezernent Jaume Alzamora. Änderungen bei den Jagdmethoden, aber auch eine bessere Anpassung der Tiere an die Krankheit seien verantwortlich für die steigende Population, heißt es aus dem Inselrat.

Die Viruserkrankung Myxomatose, die üblicherweise bei Kaninchen festgestellt wird, war 2018 zum ersten Mal bei Hasen auf der Insel diagnostiziert worden. Im Sommer 2020 hatte die Zahl der Hasen auf der Insel dann schon stark abgenommen.

Die Abnahme der Population ist gestoppt

Daraufhin legte der Inselrat neue Jagdregeln fest. Verboten wurde die Pirsch mit dem Gewehr. Stattdessen durften die Tiere nur noch mit zwei traditionellen Methoden gefangen werden, zum einen mit Hunden, zum anderen mit Raubvögeln. Diese beiden Jagdarten machten bis dahin lediglich 1,5 Prozent der bisherigen Gesamtfangmenge aus. Des Weiteren durften Jäger ab sofort nur noch zwei Exemplare pro Jagdtag fangen statt zuvor vier.

Nach Angaben einer Sprecherin des Inselrats haben diese Regelungen ebenso wie die genetische Anpassung der Hasen an die Viruserkrankung dazu beigetragen, dass die Hasenpopulation zuletzt zumindest stabil geblieben ist. Waren im Jahr 2018 noch 0,3 Hasen pro Hektar gezählt worden, ging diese Zahl 2021 auf 0,16 zurück.

Bei einer erneuten Zählung im Frühjahr 2022 kam heraus, dass die weitere Abnahme gestoppt werden konnte und die Zahl nun bei 0,17 Hasen pro Hektar liegt. Beim Inselrat ist man überzeugt davon, dass der Wendepunkt geschafft ist und die Bestände der Hasen nun wieder anziehen. Da die meisten Hasenbabys erst im Frühjahr oder Sommer geboren werden, rechne man im Verlauf des Jahres mit einer weiteren Erholung der Bestände. /jk

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