Western Water Park: Augen zu und durch

Mit Risiken und Nebenkosten behaftet: Eine Testrunde inklusive der höchsten Rutsche der Insel

05.08.2017 | 06:48
„The Beast" im Western Water Park: Bei der gelben Rutsche stürzt man 30 Meter in die Tiefe. Das bleibt nicht ohne Folgen.

133 Stufen geht es zur Plattform hoch, an der die gelbe Rutsche im Western Water Park in Magaluf startet. Laut Plan ist sie mit 30 Metern Mallorcas höchste Wasserrutsche. Während in den Mittagsstunden an den anderen Attraktionen die Badegäste lange anstehen, ist bei „The Beast" keine Warteschlange. „Arme und Beine verschränken", sagt eine Mitarbeiterin vor dem Einstieg in die Rutsche. „Warum soll ich denn die Beine kreuzen", fragt ein englischer Junge seinen Vater. „Weil ich sonst eine Tochter habe." Dann bin ich an der Reihe.

Es ist ein rasantes Vergnügen. Die Geschwindigkeit und das umherspritzende Wasser zwingen mich dazu, unwillkürlich die Augen zu schließen. Die Aussicht lässt sich so nicht genießen. Die Rutsche und der Wasserdruck trommeln kräftig auf dem Gesäß. Schon nach wenigen Sekunden landet man Purzelbäume schlagend im Becken. Der Hintern schmerzt, doch die rasante Rutschpartie treibt ein Grinsen ins Gesicht.

Neben dem Aqualand in Arenal und dem Hidropark in Alcúdia gehört der Western Water Park zu den großen Wasserparks der Insel. Um 10 Uhr beginnt der Einlass. Doch bereits eine Viertelstunde zuvor hat sich eine lange Warteschlange am Kartenhäuschen gebildet. 27 Euro kostet der Eintritt für einen Erwachsenen. Auch danach sollte man den Geldbeutel nicht zu tief in den Rucksack stecken. Nach einem Gang über eine Holzbrücke an zehn Fotografen vorbei, die die Gäste am Eingang mit Cowboy-Hut und Revolver ablichten, geht es zum nächsten Ticketschalter. Hier gibt es für 5 Euro den Parkchip für das Auto, für 7 Euro (2 Euro Schlüsselpfand) ein Schließfach und für 10 Euro ein VIP-Bändchen, mit dem man bei manchen Attraktionen in einer eigenen Warteschlange ansteht.

Das ist am Vormittag nicht notwendig. Die Badegäste verteilen sich auf dem weitläufigen Gelände. Wer sich beeilt, kann die meisten Rutschen ohne Anstehen ausprobieren. Nach der gelben Rutsche entscheide ich mich für die orangene, die etwas tiefer startet, dafür ähnlich spektakulär ist. Nach einem seichten Einstieg fällt die Röhre schlagartig senkrecht bergab. Bei hohem Tempo hebt der Körper ab – für einen kurzen Augenblick fliegt man ohne Kontakt zur Rutsche.

Neben dem „Biest" ist eine weitere Attraktion als „sehr hoch" und mit schwarzer Farbe im Plan markiert: der „Boomerang". Die Rutsche ähnelt einer Halfpipe beim Skateboarden. Mit einem Doppelreifen geht es von der einen Seite runter und die andere hinauf.

Gut besucht ist auch der von einem Wildwasserkanal umschlossene Indianer-Bereich. Wobei die Geschwindigkeit eher gemächlich ist. Mit einem Reifen treiben die Badegäste im Wasserstrom umher. Bei den Kindern und Jugendlichen sind die „Crazy Horses" besonders beliebt. Mit einer Matte geht es auf der Brust die wellige Rutsche auf sechs Spuren hinab. Von der gleichen Plattform aus startet der sogenannte „Teufelsschwanz". In der von außen schwarz-roten Röhre ist es innen völlig duster. Überraschend kommen die Richtungswechsel und die plötzliche Landung im Wasser.

Wer es gemütlicher mag, kann sich in einem der Schwimmbecken entspannen. Im Wellenbecken „Tam Tam Splash" ist ein Blick nach oben ratsam. Denn in drei riesige Eimer fließt aus einem großen Rohr Wasser. Ist der Eimer voll, kippt er und die Wassermassen stürzen herab.

Die Runde ist am Vormittag in zwei Stunden zu schaffen. Vom Barfußgehen auf den heißen Steinplatten tun die Füße weh. Einzig den Grand Canyon habe ich noch nicht getestet – eine offene Rutsche, die in der Gruppe in einem großen Reifen bewältigt wird. Die Warteschlange ist so lang, dass nicht einmal der Einstieg zu sehen ist. „Zum Glück hatten wir das am Anfang abgearbeitet", sagen zwei Deutsche. „Das ist die einzige Rutsche, bei der sich das VIP-Bändchen lohnt." Als es fünf Minuten später immer noch nicht vorwärts geht, geben wir auf. Dann lieber noch einmal zum Biest. Dort steht keiner. Der blaue Fleck am Hintern, den ich dadurch bekomme, erklärt wohl warum.

Western Water Park in Magaluf, Kinder 3–4 Jahre: 10 Euro, Kinder 5–10 Jahre und Senioren: 18 Euro, Erwachsene: 27 Euro. Online-Tickets sind 3 Euro günstiger.

www.westernpark.com

auf Twitter teilen
auf Facebook teilen

Leben

Besser im Winter: Die Balearen sind 365 Tage im Jahr für Sie geöffnet!

Besser im Winter: Die Balearen sind 365 Tage im Jahr für Sie geöffnet!

Eine Verlagsbeilage der MZ im Auftrag der Agencia de Turismo de les Illes Balears (ATB)

Die beste Pizza auf Mallorca ist ganz multikulturell

Die beste Pizza auf Mallorca ist ganz multikulturell

Die „Dragonera" bäckt ein Franzose – zu kosten im „El 44" in Colònia de Sant...

Marivent-Palast: Die Treppe führt ins Nirgendwo

In den Gärten der königlichen Residenz: alte Bäume, organische Formschnitte und viel Grün. Ein...

"Café Barroco": Fehlt nur die strickende Oma

"Café Barroco": Fehlt nur die strickende Oma

Die Gemütlichkeit eines Wohnzimmers, Brettspiele, Hypnose und günstige „pa amb olis": Dieses...

Partys in der Inselmitte: Lassen Sie sich einfach mal Zeit!

Partys in der Inselmitte: Lassen Sie sich einfach mal Zeit!

Hochwertige Küche, lässige Atmosphäre und donnerstags gute Musik: im Landrestaurant Hortella d´en...

Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |