Mandelbauern befürchten deutlich größere Schäden durch Feuerbakterium

Die Landwirte vermuten, dass der aggressive Erreger hinter dem Absterben von 12.000 Hektar der almendros auf der Insel steckt

02.02.2017 | 10:01
Tote Mandelbäume vergangenen Sommer bei Maria de la Salut.

Das Feuerbakterium ist zurzeit Gesprächsthema Nummer 1 unter allen auf Mallorca, die auch nur entfernt mit Landwirtschaft und Gartenbau zu tun haben. Vor allem die Mandelbauern machen sich große Sorgen und vermuten, dass die sogenannte Xylella fastidiosa, der Erreger, der in Italien für den Tod von etwa einer Millon Olivenbäumen verantwortlich war, schon länger auf der Insel wütet als angenommen und hinter dem massiven Absterben von Mandelbäumen steckt.

Die Landwirte schildern gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca", dass in den vergangenen Jahren vor allem in der Inselmitte etwa 12.000 Hektar Mandelbäume abgestorben sind. Die Regierung habe immer wieder erklärt, dass die Schuld daran ein Pilz trage, gegen den man nichts tun könne.

Die Symptome, die an den Mandelbäumen gefunden wurden, sollen laut der Bauern große Ähnlichkeit mit denen des Feuerbakteriums haben. Auch an den Mandelbäumen vertrocknen die Blätter zunächst, bevor der ganze Baum abstirbt. Nun wird vermutet, dass es zwischen der XYlella fastidiosa und dem Pilz einen Zusammenhang gibt. Bekannt ist, dass das Feuerbakterium schwache und kranke Bäume schneller befällt als gesunde. Denkbar ist also, dass die Bäume zunächst am Pilz erkrankten, dass ihr dadurch geschwächter Zustand aber das Feuerbakterium angelockt habe, das sich so auf der Insel ausgebreitet haben könnte.

Bestätigt sind inzwischen auf den Balearen 92 Fälle des Feuerbakteriums, 71 davon auf Mallorca. Vor allem in Mandelbäumen wurde der Erreger gefunden, der zunächst Anfang Oktober 2016 in drei Kirschbäumen in einem Gartenbaubetrieb in Porto Cristo gefunden worden war.

Auf Mallorca gelten inzwischen strenge Kontrollen bei der Ein- und Ausfuhr bestimmter Pflanzenarten. Die EU könnte die Insel außerdem dazu verpflichten, Tausende von Bäumen zu fällen. Der Schädling kann unter anderem Oliven-, Mandel- und Kirschbäume befallen. Auch Zitrusfrüchte und Wein sind gefährdet. In Italien führte der Ausbruch der Plage zur Vernichtung von riesigen Olivenhainen. /jk

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