Feuerbakterium: 40.000 Euro für erste Entschädigungen

Experten der Europäischen Union wollen frühestens im Juni die Lage auf den Balearen beurteilen

16.02.2017 | 09:57

Die Bekämpfung des Feuerbakteriums auf Mallorca dürfte für die Landesregierung ins Geld gehen. Wie am Donnerstag (9.2.) bekannt geworden ist, hat der Govern allein für die ersten drei Fälle der infizierten Kirschbäume und einer Kreuzblume in einem Gartenbaubetrieb in Porto Cristo 41.552,60 Euro als Entschädigung zur Verfügung gestellt. Nach dem positiven Befund im Oktober wurden alle potenziellen Wirtspflanzen im Umkreis von 100 Metern herausgerissen und verbrannt. Auch für die anderen bisher 102 Fälle auf den Balearen hat die Landesregierung Entschädigungen in Aussicht gestellt. Außerdem will das Landwirtschaftsministerium 250.000 Euro investieren, um mit Hilfe des Unternehmens TRAGSA gegen den Erreger zu kämpfen.

Bei der Bekämpfung des Feuerbakteriums tritt unterdessen auch die Zentralregierung in Madrid auf den Plan. Sie fordert, dass auf der gesamten Insel verstärkt nach befallenen Pflanzen gesucht wird – und nicht nur in der Pufferzone im Radius von zehn Kilometern um den Gartenbaubetrieb in Porto Cristo, wo der Erreger zuerst auftrat. So soll die Ausbreitung der Xylella fastidiosa, die Pflanzen von innen austrocknet und absterben lässt, eingedämmt werden.

Hintergrund: Feuerbakterium auf Mallorca - ein schlimmer Verdacht

Madrid unterstützt den Ansatz der Balearen-Regierung, keine vollständige Auslöschung des Feuerbakteriums anzustreben, sondern es lediglich einzudämmen – nach Meinung mehrerer Wissenschaftler die vernünftigste Lösung für die Inseln. Ob die Balearen so verfahren dürfen, müssen nun jedoch Experten der EU klären. Die kommen aber vor Juni nicht nach Mallorca, um die Lage zu analysieren. Inzwischen wurden auf Mallorca 84 Pflanzenproben positiv auf die Xylella fastidiosa getestet. Experten gehen davon aus, dass das Feuerbakterium auf der ganzen Insel verbreitet ist.

Die Landwirte auf dem spanischen Festland fordern scharfe Maßnahmen, um die weitere Ausbreitung der gefährlichen Plage zu verhindern. Der Bauernverband "Unió de Llauradors" aus Valencia besteht deshalb darauf, viel mehr Bäume auf Mallorca fällen zu lassen.  /tg

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