Royaler Glanz und Kritik an der Touristensteuer zur Einweihung von Palmas Kongresszentrum

Vor der Tür des Kongresszentrums demonstrieren am Montagabend (25.9.) Monarchie-Fans. Innen warnt Hausherr Gabriel Escarrer vor Tourismusfeindlichkeit

26.09.2017 | 09:04
Fotogalerie: Spanische Könige weihen Kongresszentrum in Palma de Mallorca ein

Die spanischen Könige haben am Montagabend (25.9.) auf Mallorca Palmas neues Kongresszentrum eingeweiht. Die feierliche Zeremonie unter dem Motto "The Show that never endes" stand im Zeichen der Musik, der Kultur und mallorquinischen Gesellschaft. Zu den geladenen Gästen gehörten neben dem spanischen Königspaar Vertreter aus Politik, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft der Balearen.

Das Königshaus twitterte Fotos vom Besuch der Könige im neuen Kongresszentrum mit dem offiziellen Namen "Palau de Congressos".




Hausherr Gabriel Escarrer, Chef des betreibenden Hotelkonzerns  Meliá warnte bei seiner Rede vor Tourismusfeindlichkeit auf Mallorca und sprach sich gegen die geplante Erhöhung der Touristensteuer aus. "In diesen Zeiten, in denen alles in Frage gestellt wird, selbst die Vorteile des Tourismus, muss ich aus meiner Erfahrung sagen, dass der Tourismus dazu dient, Wohlstand zu schaffen", erklärte Escarrer.

Die balearische Ministerpräsidentin, Francina Armengol, nahm die Kritik in ihrer Rede auf. Sie betonte, dass die Steuer von der Mehrheit der Bevölkerung positiv aufgenommen wurde. Die Touristenabgabe böte die Chance, die Einnahmen aus dem Tourismus gerechter zu verteilen, erklärte Armengol, und ließ es sich nicht nehmen, den Hotelier auf die Verantwortung der Unternehmer hinzuweisen, das in der Branche arbeitende Personal angemessen zu bezahlen.

Nach seinen - offensichtlich zerstrittenen - Vorrednern ergriff der spanische König Felipe VI. das Wort und vermied dabei heikle Themen wie Touristensteuer oder die separatistischen Tendenzen in der Nachbarregion Katalonien. Der König hob die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für Spanien und speziell die Balearen hervor und unterstrich anhand des neuen Kongresszentrums den positiven Effekt der Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatunternehmen. Der "Palau de Congressos" werde dabei helfen, die Saison weiter zu entzerren.

Palmas Bürgermeister Antoni Noguera nutzte die Gelegenheit, für ein  neues Stadtmodell zu werben. Fußgänger sollten an der Küstenpromenade der Balearen-Hauptstadt wieder zu Protagonisten werden, während neue gestaltete Stadtviertel wie das an den Kongresspalast anschließende Gewerbegebiet Nou Llevant die Wirtschaft der Stadt fördern sollen.
 
Vor der Tür versammelten sich Monarchie-Fans zu einer Demonstration. Mit großen spanischen Flaggen riefen sie "Viva España" (Es lebe Spanien!). Einige Demonstranten wetterten auch gegen die Unabhängigkeitsforderungen aus Katalonien und forderten dabei den Rücktritt der auf den Balearen regierenden Linksregierung. /tg
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