Linksregierung auf Mallorca solidarisiert sich mit "politischen Gefangenen" in Katalonien

In dem Konflikt um die Ablösung der Region von Spanien ergreift Vizepräsident Biel Barceló Partei

19.10.2017 | 10:37
Linksregierung auf Mallorca solidarisiert sich mit "politischen Gefangenen" in Katalonien
Protestaktion vor dem Balearen-Parlament.

In der anhaltenden Krise um die Separatismusbestrebungen in Katalonien hat sich die Linksregierung auf Mallorca erneut zu Wort gemeldet. So solidarisierte sich der Vizepräsident und Tourismusminister Biel Barceló mit den "politischen Gefangenen" in Katalonien. So bezeichnete der Politiker der linksökologischen Regionalpartei Més per Mallorca in einer Stellungnahme im Balearen-Parlament zwei festgenommene Aktivisten der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Barceló forderte zudem eine Vermittelung zwischen Madrid und Barcelona durch die Europäische Union.

Eine Madrider Richterin hatte am Montag die Inhaftierung von Jordi Sánchez und Jordi Cuixart angeordnet. Den Vorsitzenden der Katalanischen Nationalversammlung (ANC) und der Organisation Omnium Cultural wird "aufrührerisches Verhalten" vorgeworfen. Bei einer Demonstration am 20. September sollen Sánchez und Cuixart Teilnehmer dazu ermutigt haben, Angehörige der Guardia Civil einzukesseln. Ermittlungen laufen auch gegen den katalanischen Polizeichef Josep Lluís Trapero, der jedoch wider Erwarten auf freiem Fuß blieb.

Mitglieder der balearischen Linksregierung hielten zudem am Dienstag eine Schweigeminute vor dem Eingang des Landesparlaments ab. Daran nahmen Vertreter von Sozialisten, Més und der Protestpartei Podemos teil. Am Abend fand eine weitere Protestmaßnahme vor dem Sitz der Delegation der Zentralregierung mit mehr als tausend Teilnehmern statt.

Der Konflikt zwischen der Zentralregierung in Madrid und der nach Unabhängigkeit strebende Region Katalonien hatte sich nach der Abhaltung des für illegal erklärten Referendums zuletzt weiter zugespitzt. Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont antwortete nur ausweichend auf ein Ultimatum, das klären sollte, ob er in der vergangenen Woche nun die Unabhängigkeit erklärt hat oder nicht. Daraufhin gab Spanien-Premier Mariano Rajoy Puigdemont bis Donnerstag um 10 Uhr Zeit, die Bestrebungen für einen eigenen Staat zu stoppen und zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückzukehren.   /ff

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