So wurde in Palma und den Gemeinden gewählt

In vielen Kommunen können jetzt Linksbündnisse die PP ablösen - in Santanyí haben die Konservativen ihre absolute Mehrheit verteidigt - Inca bekommt deutsche Stadträtin

26.05.2015 | 18:14
Mallorcas politische Landkarte wird bunter, die PP verliert viele Gemeinden.

In den Gemeinden auf Mallorca sind zahlreiche Bastionen der Konservativen ins Wanken gekommen, darunter Calvià, Sóller oder Llucmajor. In Inca zieht eine Deutsche in den Stadtrat ein.


Palma de Mallorca: PP-Kandidatin Marga Durán gescheitert

Herbe Niederlage für PP-Kandidatin Marga Durán, die Mateo Isern als Bürgermeister beerben sollte: Im Stadtbezirk von Palma de Mallorca verliert die Volkspartei (PP) nach Auszählung von 100 Prozent der Stimmen fast die Hälfte ihrer Sitze und kommt nur noch auf neun Stadträte. Die Sozialisten gewinnen sechs Sitze, drei weniger als bisher. Das Linksparteienbündnis Més per Palma verbessert sich von drei auf fünf. Erstmals einziehen können Som Palma (fünf Stadträte), Ciudadanos (vier Sitze). Selbst in einer Koalition mit dieser neuen Partei kämen die Konservativen nicht mehr auf eine absolute Mehrheit - Palma wird in den kommenden vier Jahren voraussichtlich von einem neuen Mitte-Links-Bündnis regiert.


Inca: Erstmals zieht eine Deutsche in den Stadtrat ein

In der Gemeinde Inca zieht eine Deutsche in den Stadtrat ein: Alice Weber, die auf Platz zwei von Més kandidiert. Das Linksparteienbündnis hat nach Auszählung von 100 Prozent der Stimmen drei Sitze errungen, einen mehr als bislang. Die Sozialisten verbessern sich von sechs auf sieben Stadträte. Die bislang mit absoluter Mehrheit regierende Volkspartei verliert fünf Stadträte und kommt nur noch auf sechs, ist also nur noch zweitstärkste Partei. Vertreten sind außerdem Independens (drei) und Pi (zwei Sitze).


Calvià: Sozialisten überrunden Konservative

Erdrutschsieg auch in Calvià: Die Konservativen verlieren fünf ihrer Sitze und kommen nur noch auf neun. Die Sozialisten verlieren zwar einen Gemeinderat, sind aber mit zehn Sitzen nun stärkste Partei. Sí se puede Calvià (Podemos), Més und Ciudadanos kommen jeweils auf zwei Sitze. Bislang hatten sich PP und Sozialisten den Gemeinderat geteilt. Auch in einer Koalition mit den Ciudadanos kämen die Konservativen auf keine absolute Mehrheit - die Weichen für ein Linksbündnis sind somit gestellt.


Andratx: Wer einigt sich mit wem?

In der Gemeinde Andratx ist noch alles offen: Die PP kommt nach Auszählung von 100 Prozent der Stimmen auf sechs Gemeinderäte (minus zwei), Més auf fünf (plus eins), El Pi auf drei (plus drei), die Sozialisten auf drei Gemeinderäte (minus ein Sitz). Theoretisch würde eine Koalition der Konservativen mit der Regionalpartei Pi für eine absolute Mehrheit reichen - so sich denn einig werden. Auch möglich ist ein Linksbündnis, das die PP als einzige Partei in die Opposition verbannt.


Llucmajor: Konservativa lassen kräftig Federn

In der Gemeinde Llucmajor kommt die PP nur noch auf acht Gemeinderäte - das sind vier weniger als bislang. Die absolute Mehrheit ist damit deutlich verloren. Die Sozialisten bleiben mit fünf Sitzen unverändert. Més kommt auf vier Sitze und verbessert sich damit um zwei. Im Gemeinderat vertreten sind außerdem El Pi (zwei Sitze), Sí se puede Llucmajor (Podemos, ein Sitz) und ASI (ein Sitz). Möglich sind sowohl Regierungsbündnisse links und rechts der Mitte - je nachdem, mit wem die Regionalpartei Pi koalieren möchte.


Santanyí: PP verteidigt ihre Hochburg

In der Gemeinde Santanyí hat die Volkspartei ihre absolute Mehrheit gehalten und muss keinen ihrer zehn Sitze im Gemeinderat einbüßen - Llorenç Galmés kann weiterregieren. Die Gruppe Alternativa kommt auf drei Gemeinderäte, es folgen El Pi und die Sozialisten mit jeweils zwei Gemeinderäten. Die drei Parteien können sich auf vier weitere Jahre in der Opposition einstellen.


Manacor: Historischer Sieg für die Linke

In der Stadt Manacor hat die PP nicht nur die absolute Mehrheit verloren, sondern auch sieben der elf Stadtratssitze, die die Konservativen 2011 unter Antoni Pastor erlangt hatten. Fünf Stadträte wird künftig das linke Parteienbündnis Més-Esquerra stellen, das damit einen historischen Sieg erringen konnte. Ebenfalls fünf Sitze gehen an die Formation El Pi – die den Spekulationen zufolge ziemlich sicher an der künftigen Regierung beteiligt sein dürfte. Denkbar sind derzeit sowohl eine Mitte-Rechts-Koalition mit der PP und dem unabhängigen Bündnis Agrupación Independents de Porto Cristo-Silloters, als auch eine Mitte-Links-Koalition mit Més, den Sozialisten und dem einen Stadtrat, den Manacors Podemos-Marke Volem mit dem Rockmusiker Carles Grimalt stellen wird.


Alcúdia: El Pi wird zur stärksten Kraft

Auch in Alcúdia hat die PP die absolute Mehrheit und außerdem vier ihrer bisher acht Gemeinderäte verloren. Stärkste Kraft wurde die regionalistische Zentrumspartei El Pi, die künftig sechs Räte stellt. Dennoch wird sich Pi-Kandidat Antoni Mir einen Koalitionspartner suchen müssen, wobei sowohl die PP, als auch die PSOE infrage kommen könnten, die jeweils vier Sitze im Gemeindeparlament errungen haben. Je ein Gemeinderat kommt zudem aus den Reihen von Gent per Alcúdia, Unió per Alcúdia und Guanyem.


Pollença: Cifre macht's ohne die PP

Pollenças bisheriger Bürgermeister Tomeu Cifre, der 2011 mit der PP eine absolute Mehrheit eingefahren hatte, setzte sich nun mit seiner neuen Formation Tots per Pollença durch. Allerdings holte Cifre nur rund 60 Stimmen mehr als das linke Bündnis Junts Avançam, das der Umweltaktivist und frühere Gob-Vorsitzende Miquel Ángel March anführt. Beide Parteien stellen künftig sechs Gemeinderäte, zum Regieren müssten sich aber beide Verbündete suchen. Zur Wahl stehen die links-fortschrittliche Formation Alternativa (zwei Sitze) sowie die Regionalparteien El Pi und UMP sowie die PP mit je einem Sitz.


Capdepera: Die Weichen stehen auf Links

In der Deutschen-Hochburg an der Ostküste kann weiterhin ein Linksbündnis regieren. Die Sozialisten legen deutlich zu, und zwar von fünf auf sieben. Die PP kommt auf vier Gemeinderäte, einen weniger als bislang. Dahinter folgen Més per Mallorca (vier Gemeinderäte) sowie Es Grup und Guanyem mit jeweils einen Gemeinderat.


Sant Llorenç: Mateu Puigrós hält sich im Sattel

Bürgermeister Mateu Puigrós hat mit seiner Partei GISCa (Grup Indepentend Son Carrió) wieder die meisten Stimmen geholt und von vier auf fünf Sitze zugelegt - ihm fehlt nur ein Gemeinderat zur absoluten Mehrheit. Die Volkspartei verliert zwei Mandate und kommt nur noch auf drei - der deutsche Kandidat Thomas Wenzel auf Platz fünf der PP-Liste kann nicht in den Gemeinderat einziehen. Die Sozialisten bleiben stabil bei zwei Sitzen, vertreten sind außerdem die Regionalparteien El Pi und Més mit je einem Gemeinderat.


Son Servera: Rückenstärkung für Linksbündnis

War die PP bislang stärkste Partei - wenn auch in die Opposition verbannt - so ist sie nun nur noch gleichauf mit den Sozialisten. Beide Parteien kommen auf fünf Gemeinderäte (PP minus zwei, Sozialisten plus einen). Im Gemeinderat vertreten sind außerdem die Linksparteien Independents mit vier Sitzen, On Son Servera mit zwei Sitzen und Més mit einem Sitz. Das bisherige Linksbündnis im Rathaus von Son Servera dürfte also gestärkt weiterregieren.


Bunyola: Jetzt hat die Linke das Sagen

Bunyola ist eine weitere Gemeinde, in der nicht mehr die PP regiert, sondern die Linke zum Zug kommt. Esquerra Oberta de Bunyola holte sich die Mehrheit und fünf Gemeinderatssitze – und wird künftig mit Andreu Bujosa den Bürgermeister stellen. Die PP verlor zwei ihrer bislang sechs Räte. Halten konnten hingegen die Asociación Vecinal Independiente AVI und die Sozialisten ihre je zwei Sitze.


Felanitx: Der Stuhl des PP-Bürgermeisters wackelt

Felanitx' bisheriger Bürgermeister Biel Tauler (PP) holte zwar wieder die meisten Stimmen, für die absolute Mehrheit reichte es aber nicht mehr. Ob er im Amt bleibt, hängt deshalb von der künftigen Regierungskoalition ab. Das Zünglein an der Waage ist die Regionalpartei El Pi, die zwei Sitze errungen hat und sich nun sowohl mit der PP (sieben Sitze), als auch mit der zweitstärksten Kraft Bloc per Felanitx (fünf Sitze) und den Sozialisten (drei Sitze) zusammentun könnte.


Alaró: Das wars's wohl für Simonet

Alarós bisheriger Bürgermeister Joan Simonet, der von einer Ratshausmitarbeiterin wegen Mobbing angezeigt worden war und deshalb nicht mehr für die PP antreten konnte, hat mit seiner neuen Formation Junts per Alaró zwar die meisten Stimmen und sechs Gemeinderatsstize geholt. Da es für eine absolute Mehrheit aber nicht reichte, wird in Zukunft vermutlich die PSOE (4 Sitze) zusammen mit dem Linksbündnis Més regieren, das mit drei gewonnenen Sitzen einen beachtlichen Erfolg feiern durfte.


Campos: Die neue PP-Hochburg

Campos ist eine der wenigen Gemeinden, in denen die PP zulegen konnte. Die Konservativen holten die absolute Mehrheit und gewannen mit neun Gemeinderäten sogar drei Sitze mehr als 2011. Bürgermeister Sebastià Sagrera kann somit weiterregieren – nun sogar ohne die Unterstützung von Més (2 Sitze) sowie PSOE und El Pi, die jeweils einen Gemeinderat stellen werden.


Santa Margalida: Wiederauflage des Regionalpakts?

Das linke Regionalbündnis Suma pel Canvi sicherte sich zwar wieder die meisten Stimmen, büßte aber einen der bisher sechs Gemeinderatssitze ein. Stimmenmäßig zulegen konnte dagegen der bisherige Koalitionspartner El Pi, der ebenfalls fünf Sitze holte. Eine Neuauflage der Koalition scheint die wahrscheinlichste Lösung, da PP (vier Sitze) und Can Picafort Unit (drei Sitze) zusammen keine absolute Mehrheit stellen können.

Sóller: Die absolute Mehrheit der PP ist dahin

Bürgermeister Carlos Simarro hat seine absolute Mehrheit deutlich verloren: Die PP verliert drei Gemeinderäte und kommt nur noch auf sechs. Dahinter folgen Més (fünf Sitze), die Sozialisten (vier Sitze), El Pi (ein Sitz) und Guanyem (ein Sitz). Was also vor den Wahlen nicht geklappt hat - eine linke Gemeinschaftsliste - kann nun im Rahmen der Koalitionsverhandlungen gelingen - ein Mitte-Links-Pakt, der die PP in die Opposition verbannt.  /ff/sts

Die Ergebnisse aller Gemeinden auf Mallorca finden Sie hier.

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